In ganz Baden-Württemberg sind es rund 34 100, in Haigerloch 45 junge Menschen, die seit Dienstag in den Abiturprüfungen stecken. 43 Schülerinnen und Schüler des Haigerlocher Gymnasiums sowie zwei Gastschüler nahmen am Dienstagmorgen um 8 Uhr an den wie immer in der geräumigen Turnhalle aufgestellten Einzeltischen Platz, um (hoffentlich) gut vorbereitet und gerüstet den fünfeinhalbstündigen Prüfungsmarathon zu meistern. „Wir hatten einen guten Start“, freute sich der stellvertretende Schulleiter Rolf Ege am Ende des ersten Prüfungstages. Nicht nur unmittelbar vor dem Startschuss, sondern schon in einer eigens angesetzten Informationsveranstaltung vor etwa einer Woche wurden alle Abiturienten über den organisatorischen Ablauf der Prüfungen genau instruiert.

Wie immer starteten die Prüfungen mit dem Fach Deutsch. Erstmals wurde für die Gymnasien in Baden-Württemberg eine der Aufgaben aus dem sogenannten „Gemeinsamen Abituraufgabenpool der Länder“ entnommen. Ebenso sollte bei den Fächern Englisch, Französisch und Mathematik verfahren werden. Aber bei diesem erstmals auch im „Ländle“ eingesetzten Verfahren sorgten Safeknacker in Stuttgart-Weilimdorf für zusätzliche „Spannung“: Weil bei einem Einbruch am dortigen Gymnasium die Prüfungsaufgaben für Mathematik und Englisch gestohlen wurden, muss in diesen beiden Fächern dieses Jahr nochmal alles laufen wie bisher.

Länger im Prüfungsstress

Durch die Neuerung hat sich der Ablauf der Abiturprüfungen insgesamt verändert. „Die Reihenfolge der Fächer ist anders und auch der Zeitraum ist länger“, erklärt Rolf Ege. Kamen früher nach Deutsch grundsätzlich zuerst die Fächer Mathe und dann Englisch an die Reihe, rücken sie jetzt zeitlich auf hintere Positionen. Auf Deutsch folgen diesmal zuerst Kernfächer wie Bio, Chemie, Kunst, Sport und Wirtschaft, wie es ganz konkret in Haigerloch für den heutigen Mittwoch auf der Agenda steht. Dann folgen – in Haigerloch – Englisch am Freitag, Mathe am nächsten Mittwoch, 3. Mai, und zuletzt Französisch am Freitag, 5. Mai.

„Die Deutschaufgaben waren durchaus zu schaffen“, war das Fazit der Lehrer nach dem ersten Prüfungstag. Schulleiterin Karin Kriesell, die das Fach Deutsch unterrichtet, zählt auf, unter welchen Aufgabenstellungen die Schüler auswählen konnten: die Interpretation und der Vergleich der Pflichtlektüre entweder „Homo Faber“ von Max Frisch oder „Dantons Tod“ von Georg Büchner, ein Gedichtvergleich für „Herbstgefühl“ von Georg Britting und „Herbst der Einsamen“ von Georg Trakl, die Interpretation des Kurzprosatextes „Auf der Felsenkuppe“ von Christoph Meckel, ein Essay über das Thema „Macht der Sprache“ oder die Analyse und Erörterung des pragmatischen Textes „Wir Tugendterroristen“ von Bernhard Pörksen. Die Schulleiterin tippt mal, dass sich die meisten Abiturienten für Thema Nummer eins entschieden haben. Aber auch der Essay sei sicher gut im Rennen.

Nach den schriftlichen folgen die mündlichen Abiturprüfungen ab dem 26. Juni. Die Ausgabe der Abiturzeugnisse erfolgt spätestens am 7. Juli.