Haigerloch Rostiges Geländer trübt die Aussicht

Zuständigkeit hin oder her: Ein neuer Anstrich des verrosteten Geländers an der Aussichtsplattform in der Oberstadtstraße ist längst überfällig.
Zuständigkeit hin oder her: Ein neuer Anstrich des verrosteten Geländers an der Aussichtsplattform in der Oberstadtstraße ist längst überfällig. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 05.05.2018
Ausgerechnet dort, wo Touristen die Kameras zücken, um die Felsenstadt zu fotografieren, trübt Rost die schöne Aussicht.

Anregungen, Verkehrsmessungen und Baugesuche prägten am Donnerstag die Sitzung des Beschließenden Ausschusses Haigerloch. So wurde erneut von Stadtrat Michael Ashcroft der unansehnliche Anblick des Geländers an der Aussichtsplattform in der Oberstadtstraße gegenüber der „Krone“ moniert. Ausgerechnet die Stelle, an der Touristen, vor allem jetzt zur Fliederblüte, die Aussicht genießen, sei in einem inakzeptabel schlechten Zustand. Ausdrücklich gelobt wurde von den Ausschussmitgliedern, dass der städtische Bauhof an der Plattform Hecken und Büsche zurückgeschnitten hat, um den Blick auf das Schloss und in die Unterstadt frei zu machen.

Bürgermeister Heinrich Götz erläuterte, dass immer noch unklar sei, wer für die Instandsetzung des Geländers verantwortlich ist, die Stadt oder der Landkreis, zumal die Plattform an einer Kreisstraße liegt. Um das Geländer nun doch möglichst bald in einen ansehnlichen Zustand zu bringen, will Götz abklären, ob der Bauhof die Aufgabe übernehmen könnte. Allerdings, betonte er, warteten in der Stadt zahlreiche Unterhaltsmaßnahmen, beispielsweise an Spielplätzen, auf Erledigung.

In diesem Zusammenhang sprach Stadtrat Hans Fischer den desolaten Zustand der Mauer entlang des Haigerlocher Friedhofs auf der südlichen Seite in Richtung Gruoler Straße an. Dort sind bereits direkt neben Gräbern große Steinbrocken herausgebrochen. Weiter hinten  neigt sich die Mauer in Richtung Grabsteine. Laut Bürgermeister  ist der Stadt der Zustand bekannt. „Die Mauer zu richten, ist allerdings eine recht teure Angelegenheit.“

Kein Geld kosten dagegen Geschwindigkeitsmessungen mit dem städtischen Messgerät. Bei Messungen vom 9. bis 14. April im Marquart-Gulde-Weg wurden 639 Fahrzeuge registriert, von denen die allermeisten die Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eingehalten haben. Anlieger kritisierten, dass die Messwerte nicht aussagekräftig seien, weil das Messgerät im Kurvenbereich aufgestellt gewesen sei. Es sollte nochmal an einem geraden Straßenabschnitt gemessen werden. Bürgermeister Götz merkte an, dass das Messgerät lediglich „Annäherungswerte“ liefere.

Einen Kompromissvorschlag hat der Ausschuss hinsichtlich eines Privatgrundstücks im Marquart-Gulde-Weg gemacht. Dort wurde von den Eigentümern in einer spitzwinklig zur Straße führenden Zufahrtsstraße eine Mauer auf die Grenze gesetzt, obwohl die Bebauungsplanvorschriften einen Sicherheitsabstand zum Zufahrtsweg von 50 Zentimetern vorschreiben. Da eine im Zufahrtsbereich gesetzte Straßenleuchte ebenfalls versetzt werden muss, wird mit den Eigentümern vereinbart, dass sie im Gegenzug einen Streifen von zwei mal zwei Metern an die Stadt abtreten.