Haigerloch Realschüler lernen Upcycling hautnah kennen

Haigerloch / SWP 12.02.2019
Realschüler aus Haigerloch lernten im Landesschulzentrum für Umwelterziehung die Praxis kennen.

Unter dem Thema „Upcycling – aus alt mach neu“ verbrachten zwölf Neuntklässler der Eyachtalschule Haigerloch eine Woche im Landesschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU) in Adelsheim.

Das LSZU bietet Schulklassen die Gelegenheit, sich eine Woche intensiv mit umweltrelevanten Aspekten, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit oder dem Thema „Upcycling“ zu beschäftigen.

Upcycling ist ein Trend, der aktuell die Nachhaltigkeit in viele Wohnzimmer bringt – sei es der Sofatisch aus Euro-Paletten oder das Regal aus Weinkisten. Beim Upcycling werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer Aufwertung. Entscheidender Vorteil: Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Verwendung von Rohstoffen.

Bereits Anfang des Schuljahres begannen die Vorbereitungen auf den Workshop in Adelsheim. Die Schüler informierten sich über mögliche Projekte und beschäftigten sich mit Fragen, wie: Welche Gegenstände bieten sich für das Upcycling an? Welche Produkte sind möglich? Welche Werkzeuge und Maschinen stehen zur Verfügung?

Im Laufe mehrerer Treffen erstellte jeder Schüler einen Arbeitsplan und organisierte die benötigten Materialien. Dann machte sich die Technikgruppe schließlich mit Paletten, Weinfässern, Kanistern, einem Fahrrad und jeder Menge Altholz im Gepäck auf den Weg nach Adelsheim. Da die geplanten Projekte und somit auch der Materialbedarf größer ausfielen als gedacht, musste eigens ein Transporter organisiert werden, welcher freundlicherweise von der Autovermietung Sixt in Haigerloch sehr günstig zur Verfügung gestellt wurde.

Vor Ort wurden sofort der Technikraum inspiziert und die Zimmer bezogen. Nach dem Mittagessen begann die erste Arbeitsphase. Es wurde gesägt, geschliffen, gebohrt, geschraubt und an den Plänen gefeilt.

Ergänzt wurde die Exkursion durch einen Ausflug zur Abfallwirtschaft Neckar-Odenwaldkreis (AWN). Hier informierten sich die Schüler über den „normalen“ Weg der Abfallentsorgung und -verwertung. Ein Mitarbeiter der AWN zeigte der Gruppe die Deponie, das Biomasseheizkraftwerk und die Verwertung von Grünabfall zu Nährkompost und hochwertiger Pflanzenkohle.

Im Laufe der Woche entstanden unter anderem Regale aus Weinfässern, Stühle aus einem alten Nähmaschinentisch, aus einem Autoreifen und einem Fahrrad, sowie ein Sideboard, ein Tisch und Sofas aus Paletten.

Zufrieden mit den Endprodukten, etwas erschöpft von der ungewohnten „Arbeit“ und um einige Erkenntnisse reicher, wurde nach fünf Tagen wieder die Heimreise angetreten.

Info Einen kleinen Überblick über die erarbeiteten Projekte kann man auf der Homepage der Eyachtalschule unter www.eyachtalschule.de erhalten.

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Millionen Tonnen Textilien werden jährlich in Europa weggeworfen. Laut Greenpeace landen 75 Prozent landen auf der Mülldeponie, nur 25 Prozent werden recycelt.

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