Haigerloch Pfarrhaus wird verputzt

Die anstehende Wärmedämmung wird das Aussehen des evangelischen Pfarrhauses in Haigerloch verändern. Die Natursteinfassade war früher schon einmal verputzt, wie der geschäftsführende Pfarrer Christoph Braunmüller anhand eines Fotos aus dem Pfarrarchiv belegen kann. Foto: Wilfried Selinka
Die anstehende Wärmedämmung wird das Aussehen des evangelischen Pfarrhauses in Haigerloch verändern. Die Natursteinfassade war früher schon einmal verputzt, wie der geschäftsführende Pfarrer Christoph Braunmüller anhand eines Fotos aus dem Pfarrarchiv belegen kann. Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / WILFRIED SELINKA 22.05.2013
Das 1867 erbaute evangelische Pfarrhaus in Haigerloch muss dringend energetisch saniert werden. Die Außen-Wärmedämmung mit Verputz des bisherigen Natursteinmauerwerks ist die einzig sinnvolle Lösung.

In einem Pressegespräch haben die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Margarete Braun, und der derzeitige geschäftsführende Pfarrer Christoph Braunmüller die Fakten auf den Tisch gelegt. "Wegen der stark gestiegenen Energiekosten und natürlich auch wegen der Bewahrung der Schöpfung ist eine energetische Sanierung elementar wichtig", so Pfarrer Braunmüller. Darüber hinaus gebe es Pfarrhausrichtlinien, die besagen, wie evangelische Pfarrhäuser baulich zu sanieren sind.

Der Kirchengemeinderat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Dennoch wird der im Januar gefasste Beschluss, dass Gebäude von außen zu dämmen, in der Bevölkerung kontrovers diskutiert, weil sich durch die Maßnahme die Gebäudeansicht verändern wird. "Das Bild des Pfarrhauses würde sich so oder so verändern, ob eine Wärmedämmung innen oder außen angebracht wird, weil außen immer ein Verputz notwendig sein wird", stellt der geschäftsführende Pfarrer fest.

Drei Argumente hätten hauptsächlich den Ausschlag für eine Außendämmung gegeben: dass die Natursteine bis auf die Simse und Fenstereinfassungen so oder so unter einem Dämmputz verschwinden würden, dass eine Außensanierung wesentlich effektiver und eine Innendämmung mehr als 50 000 Euro teurer wäre.

Margarete Braun legt ein weiteres Argument auf den Tisch: eine Fotografie aus dem Pfarrarchiv, abgebildet in dem aus dem Buch "Diaspora - Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Haigerloch" von Ellen Herl, das zeigt, dass das Pfarrhaus bereits früher über der Natursteinfassade einen Verputz getragen hat.

Wie Pfarrer Braunmüller weiter feststellt, wird auch die Außendämmung so stattfinden, dass sich das "Gesicht" des Pfarrhauses nicht völlig verändert. Obwohl das Gebäude nicht denkmalgeschützt ist, müssen die Vorgaben des Denkmalamtes eingehalten werden. So werden die Schlagläden wieder angebracht und die Zargen an den Fenstern werden mit natürlichen Materialien ausgeführt. Auch die Steintreppen bleiben erhalten. Der am Dachgeschoss angebrachte Balkon wird allerdings verschwinden. Stattdessen werden dort große Fenster eingebaut.

Nur wenn die Renovierung den neuen Energiestandards genügt, bekommt die Kirchengemeinde einen einmaligen Zuschuss in Höhe von über 70 Prozent der Baukosten, was immerhin 75 000 Euro ausmacht.

Und so hoffen der Kirchengemeinderat und der geschäftsführende Pfarrer, dass bis zum 150-jährigen Jubiläum der evangelischen Pfarrgemeinde Haigerloch, welches im September gefeiert werden soll, das Pfarrhaus in neuem Glanz erstrahlt und auch die Skeptiker den eingeschlagenen Weg nachvollziehen können. Der Kirchengemeinderat sah keine vernüftige Alternative.

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