In der Haigerlocher Firma Pezet AG fand dieser Tage die zweite Betriebsversammlung des Jahres, die sogenannte „Weihnachtsversammlung“, statt. Die Teilnehmerzahl war außerordentlich hoch.

Pezet-Vorstand Jürgen Springindschmitten präsentierte Zahlen, Daten und Fakten des abgelaufenen Geschäftsjahres. 2019 sei ein Jahr der Herausforderungen gewesen, stellte Springindschmitten fest. Nach der „überhitzten Konjunktur“ der beiden Vorjahren hätten sich zu Jahresbeginn die Auftragseingänge normalisiert, so dass die zum Teil hohen Lieferrückstände abgebaut werden konnten. Seit dem Ende des zweiten Quartals habe man aber einen anhaltenden Auftragsrückgang zu verkraften. Ab Mitte des Jahres bezifferte sich das Auftragsminus in der Serienproduktion im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr, so Springindschmitten.

„Wir waren einfach eineinhalb Jahre zu spät“

Die gespannt erwartete Frage, wie es nun mit dem Neubau im Gewerbegebiet Lichtäcker weitergeht, beantwortete Jürgen Springindschmitten mit der Feststellung, dass die Baustelle ruht, bis die Konjunktur wieder deutlich anzieht. Springindschmitten betont: „Wir waren einfach eineinhalb Jahre zu spät, um die Hochkonjunktur im Neubau mitnehmen zu können.“

Als gute Nachricht teilte er mit, dass der Werkzeugbau 2019 stets ausgelastet gewesen sei und die Auftragsbücher im Formenbau schon wieder bis März gefüllt seien. In der Werkzeugkonstruktion werde sogar zwischen Weihnachten und Dreikönig gearbeitet.

Sehr gut bei der Belegschaft im Werkzeugbau kam die Ankündigung an, dass das millionenschwere Zukunftsprojekt Automatisierung von CAM, CNC-Fräsen und Erodieren nun in 2020 im Bestandsgebäude im Madertal Einzug hält. Auch an einer Zwischenlösung für den dringend benötigten Reinraum werde seitens des Managements mit Hochdruck gearbeitet.

Leider nicht so positiv zeige sich das kurzfristige Zukunftsbild der Serienproduktion, wenngleich die Auftragszahlen im Dezember Hoffnung machten, dass sich die Konjunkturflaute im neuen Jahr nicht in der Größenordnung der beiden letzten Quartale fortschreiben werde.

Sparmaßnahmen im Bereich Personalleasing sind angelaufen

Jürgen Springindschmitten berichtete über bereits laufende Sparmaßnahmen im Bereich Personalleasing und über den Auslauf von Zeitverträgen. Diese Nachricht war der Belegschaft nicht neu, da Zeitverträge bereits in den vergangenen Monaten nicht verlängert wurden.

Das Unternehmen sei einigermaßen auf die Herausforderungen eingestellt gewesen und habe schnell reagieren können, erklärte Springindschmitten. Dennoch könne man mit den meisten Kennzahlen aus dem Jahr 2019 nicht zufrieden sein.

Der Vorstand betonte, dass er sich freue mit der Pezet-Belegschaft arbeiten zu dürfen,  und sie trotz der nicht erreichten Jahresziele das bezahlte Weihnachtsgeld „unbedingt verdient“ habe.

Auch Theben-Vorstand und Gesellschafter Paul Sebastian Schwenk fand anerkennende Worte des Dankes für die Pezet AG und lobte die Offenheit Springindschmittens gegenüber der Belegschaft. Schwenk sprach Pezet sein Vertrauen aus und warb für Offenheit und Flexibilität gegenüber den Änderungen, die in der globalisierten und digitalisierten Welt besondere Anforderungen an das verarbeitende Gewerbe, beziehungsweise Zulieferer-Unternehmen wie Pezet stelle.

Abschließend fand die Mitarbeiterehrung statt. Für 25-jährige Treue wurde das zweite Mitglied der Geschäftsleitung, Robert Henne, geehrt. Jürgen Springindschmitten war sichtlich bewegt, als er seinem Stellvertreter, Produktionsleiter und Prokurist Robert Henne die Hand schüttelte und betonte: Wann immer er da sei, „Robert Henne ist immer da“.

Mit Worten des Dankes und jeweils einen Geschenk ehrte Springindschmitten anschließend für 25 Jahre Ute Kopf, Gruppenleiterin in der Montage, Bernd Wiest, Gruppenleiter Rohmateriallager/Rohstoffversorgung, und Alexander Pfeffer, Arbeitsvorbereitung im Werkzeugbau.

Traditionell klang die „Weihnachtsversammlung“ dann gesellig bei Kaffee, Kuchen und Getränken aus.

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