Hechingen/Haigerloch Pater vollendet den Weg nach Rom

Pater Franz Pfaff startete in dem malerischen englischen Städtchen Canterbury die letzten Etappen seiner „Via Francigena“.
Pater Franz Pfaff startete in dem malerischen englischen Städtchen Canterbury die letzten Etappen seiner „Via Francigena“. © Foto: privat
Haigerloch/Hechingen / SWP 07.08.2018
Der Weiße Vater Franz Pfaff hat nach vielen Jahren und Etappen seinen Romweg vollendet.

Alle Wege führen nach Rom, sagt man so dahin. Der Spruch bezieht sich auf Rom als Sitz des Vatikans und der katholischen Kirche, aber die Bedeutung ist nicht genau festgelegt.

Der Afrikamissionar Pater Franz Pfaff hat sich den Romweg vorgenommen – und jetzt nach vielen Jahren und Etappen auch vollendet. „Nicht ganz geradlinig“, gibt er zu, „aber so ist es im Leben: Da geht ja auch nicht alles nach klassischem, vorgegebenem Muster.“

Franz Pfaff gehört zu den Afrikamissionaren, den Weißen Vätern, die am 9. Januar dieses Jahres von Haigerloch nach Hechingen in das gut renovierte  Marienheim umgezogen sind. Er arbeitete als Missionar 40 Jahre in Uganda und ist seit 2006 in Haigerloch und Hechingen tätig.

Er wandert gerne. Im Sommer 2006 ging er zu Fuß von Haigerloch nach Santiago de Compostela. 2008 begann er den Weg nach Rom in Abschnitten zu wandern, und kam dort im Sommer 2012 an.

Gleichzeitig mit dem Pater aus Haigerloch kam damals auch eine querschnittsgelähmte Österreicherin in Rom an. Sie hatte den Weg auf einem handgetriebenen Dreirad zurückgelegt. Allerdings hatte sie England als Ausgangspunkt gewählt.

Pater Franz Pfaff verstand sofort: Bischof Sigeric, der im Jahr 990 zum Erzbischof von Canterbury erhoben wurde und nach Rom reiste, um sein Pallium, das offizielle Amtssymbol, vom Papst in Empfang zu nehmen, hat seinen Weg nach Rom in seinen Buch „Via Francigena“ beschrieben. Der Name dieses Buches ist zugleich der Name für die klassische Pilgerroute von Canterbury durch Frankreich, die Schweiz und Italien nach Rom.

Der Gedanke, seine eigene „Via Francigena“ zu vervollständigen, ließ Pater Franz nicht mehr los. So begann er im Sommer 2014, immer von Haigerloch aus, in Abschnitten Frankreich zu durchqueren. 2017 erreichte er die Mündung der Loire in den Atlantik – somit war Frankreich durchquert.

Was noch fehlte, war der Weg von Dover nach Canterbury, den der Weiße Vater jetzt ebenfalls zurückgelegt hat. Mit dem Bus reiste er nach England. In Canterbury wanderte er los. Gleich am Anfang der Route traf er ein pilgerndes Ehepaar aus Venedig. Gemeinsam wanderten die Drei bis Dover. Dort trennten sich die Wege: Die Italiener bestiegen die Fähre nach Calais und setzen ihren Pilgerweg durch Frankreich nach Rom fort, während Pater Franz seinen Romweg in Dover für vervollständigt erklärte.

Als leidenschaftlicher Wanderer mit noch ein paar Ferientagen im petto, besuchte der Pater abschließend noch Plymouth und wanderte auch noch ein paar Stücke des malerischen „South West Coast Path“. Dieser ehemalige Zöllnerpfad führt zum südwestlichsten Zipfel von England, genannt „Land´s End“ . Im Sommer ist dieser Platz überflutet von Touristen aus England und vielen andern Ländern. Als Pater Franz dort war, kam auch ein Bus der Firma Wiest und Schürmann von Hechingen – vollgepackt mit schwäbischen Touristen. Franz Pfaff: „Es ist schon drollig, wenn man so viele Kilometer von zuhause weg ist, und sagen kann: Guck, wid’r an Schwob.“

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