Owingen Gartenbauern stehen ohne Vorsitzenden da

Carmen Ott (2.v.l.) ist neue Schriftführerin des Obst-und Gartenbauvereins Owingen. Sie trat an die Stelle von Sibylle Behring (rechts daneben). Auch Vorsitzender Jürgen Behring (r.) trat nicht mehr zur Wahl an. Ganz links im Bild Vereinsvize Ralf Ott.
Carmen Ott (2.v.l.) ist neue Schriftführerin des Obst-und Gartenbauvereins Owingen. Sie trat an die Stelle von Sibylle Behring (rechts daneben). Auch Vorsitzender Jürgen Behring (r.) trat nicht mehr zur Wahl an. Ganz links im Bild Vereinsvize Ralf Ott. © Foto: Max Bäurle
Owingen / Max Bäurle 02.05.2018
Unverkennbar frustriert verzichtete Jürgen Behring auf eine erneute Kandidatur.

Der Obst- und Gartenbauverein Owingen hat derzeit keinen Vorsitzenden. Der bisherige Vereinschef Jürgen Behring trat bei der Hauptversammlung im Owinger Schützenhaus nicht mehr zur Wahl an. Aus der Runde erklärte sich keiner bereit, Behrings Posten zu übernehmen. Schriftführerin Sibylle Behring legte ihr Amt ebenfalls nieder, zu ihrer Nachfolgerin wählte die Versammlung Carmen Ott.

Als Gründe für seinen Rücktritt nannte der Vorsitzende auch den Umstand, dass er bei Vereinsarbeiten oft alleine gewesen sei. Der Mostebetrieb sei ein Geschäftsbetrieb geworden und andere Vereinstätigkeiten seien in den Hintergrund gerückt. Den Mitgliedern, die ihn in der jüngeren Vergangenheit unterstützten, galt sein besonderer Dank.  In seinem Rechenschaftsbericht hatte Behring von einem „erneut schlechten Obstjahr“ gesprochen. Die Frosttage im April 2017 hätten einen Rückgang von etwa 80 Prozent des Ertrages zur Folge gehabt. Im November habe man neue Bäume gepflanzt, dabei auf resistente Sorten gesetzt. Beim zweiten Baumschnitt sei die Beteiligung rege gewesen, bei der dritten Aktion seien dagegen nur vier Mitglieder dabei gewesen. An der Baumwartausbildung habe sich gar kein Angehöriger des Vereins beteiligt.

Auch ein Ausflug sei mangels Interesse nicht zustande gekommen – sowenig wie die Teilnahme am Umzug des Stadtmusikfestes, wo es, wie der Vorsitzende meinte, möglich gewesen wäre, Werbung für den Verein zu machen.

Auch Schriftführerin Sibylle Behring beklagte die magere Obsternte und die geringere Nachfrage nach Moste-Terminen. Die Qualität des Obstes sei jedoch gut gewesen. Positiv erwähnte sie unter anderem die Dreikönigswanderung und das Saftpressen mit den Grundschulkindern. Es wurden „Im Hau“ drei Wildbienenunterkünfte geschaffen. Und bei der Baumpflege waren acht Helfer an drei Samstagen 66 Arbeitsstunden lang fleißig. Kassiererin Antje Binder vermeldete ein leichtes Minus, verwies aber auf einen zufrieden stellenden Gesamtetat. Die Satzungsänderungen zur Ehrenordnung und zur Beitragsanpassung für Jugendliche wurden einstimmig beschlossen.

Am Schluss entbrannte eine hitzige Diskussion über die Fortsetzung der Baumschnittarbeiten und des Mostbetriebes – ohne Ergebnis.