Durch den Erwerb eines größeren, älteren landwirtschaftlichen Anwesens durch die Stadt und dem nachfolgenden Abriss eröffnet sich nun für Weildorf die Perspektive auf ein innerörtliches Baugebiet. Dies auch deshalb, weil die sich angrenzende Fläche entlang des Schlattäckerweges 1,72 Hektar umfasst.
In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates erläuterte Planer Gebhard Gfrörer aus Empfingen im Beisein von Bürgermeister Heinrich Götz den Planentwurf. So kann der Bebauungsplan „Schlattäcker“ im beschleunigten Verfahren nach § 13 a Baugesetzbuch abgewickelt werden, was bedeutet, dass kein umfangreicher Umweltbericht und keine größeren ökologischen Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. Allerdings müssen drei Fledermauskästen erstellt werden. Zusätzlich ist auf einem Grundstück mit rund von 800 Quadratmetern ein Ersatzhabitat für Zauneidechsen zu schaffen.
Insgesamt können auf der innerörtlichen Fläche sieben Wohnhäuser mit den verschiedensten Dachformen auf Grundstücksgrößen von 500 bis 600 Quadratmetern in einem Allgemeinen Wohngebiet und im vorderen Bereich zur Balinger Straße (wegen der umgebenden Bebauung) in einem Mischgebiet erstellt werden. it einer maximalen Traufhöhe von 6,50 Metern und einer Maximalhöhe von 9,50 Metern können die Gebäude zweigeschossig gebaut werden.
Ein vorhandener Pferdestall im Baugebiet erhält Bestandschutz. Im Zuge der Erschließung soll die bisher bestehende Mischwasserkanalisation wegen des geringen Gefälles optimiert und neu verlegt werden. Die Erschließungsstraße erhält einen einseitigen Gehweg.
Planer Gfrörer bezifferte die Baukosten für die Erschließung mit Kanalisation, Wasserleitung, Breitband und Straße mit Gehweg auf rund 500 000 Euro. Sobald das Bebauungsplanverfahren, welches der Gemeinderat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag in Gang bringen wird, abgeschlossen ist, können die Bauarbeiten vor Ende dieses Jahres ausgeschrieben und im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden. Damit könnten die Bauplätze im Herbst 2022 zur Verfügung stehen.
Dies käme dem Weildorfer Ortschaftsrat entgegen, da laut dem designierten Ortsvorsteher Armin Hipp aktuell in dem Stadtteil kein Bauplatz mehr zur Verfügung steht. Es wurde zwar von der Stadt im Baugebiet „Trillfinger Steig II“ ein weiteres Grundstück erworben. Im dortigen künftigen Weildorfer Erweiterungsgebiet fehlen aber immer noch vier Grundstücke. Erst dann kann man mit der Erschließung beginnen.