Träumen ist erlaubt. Und Martin Sprissler ist jemand, der Visionen hat für die Stadt Haigerloch. Eine davon äußerte er in der Sitzung des Ortschaftsrates Haigerloch am Donnerstag: „Wie wäre es mit einer terrassierten, verglasten Aussichtsplattform hangseits zwischen Römer und AliBaba?“, fragte Sprissler ganz unverblümt. Ein Raunen und Schmunzeln am Ratstisch. „Ja, und eine Seilbahn von der Krone zum Schloss wollten wir doch auch bauen“, scherzten die anderen.

Seilbahn? Da fällt einem Hechingens frühere Bürgermeisterin Dorothea Bachmann ein, die es ebenfalls gewagt hatte,  eine Seilbahn vom Obertorplatz zur Burg Hohenzollern vorzuschlagen. Zuerst wurde sie belächelt, zuletzt aber konnten doch  einige Hechinger dieser mutigen Vision etwas abgewinnen.

Wenn schon anpacken, dann richtig

Die Anregung von Martin Sprissler, Gründer der neuen Rathauspartei Aktive Gesamtstadt-Bürger Haigerloch (AGB.H) und Vorsitzender des Vereins Haigerloch Aktiv, kam nicht ohne Grund. Kurz zuvor war in der Sitzung über die Bauarbeiten im Bereich des Hotel-Restaurants Krone gesprochen worden. In der Straße wurde ein Kanalrohr freigelegt – und die Beschaffenheit des Untergrunds verheißt offenbar nichts Gutes. Auch die dortigen Gehwege müssen gerichtet werden und das Geländer an Haigerlochs prominentester Aussichtsplattform gegenüber der „Krone“ ist verrostet und teilweise gebrochen.

„Wenn man doch jetzt schon weiß, dass hier etwas passieren muss und wird, kann man sich dieses Premiumstück an Aussicht in der Stadt doch gleich richtig vornehmen und das Bild größer machen, also über die ganze Ecke nachdenken“, ist Sprisslers Meinung. Er ist außerdem der Überzeugung, dass für so ein Projekt Fördergelder an Land gezogen werden könnten – warum nicht sogar auf Unesco- oder Europa-Ebene?

Doch zurück auf den Boden der Tatsachen: In der Sitzung des neuen Kernstadt-Ortschaftsrates ging es wie in den andern Stadtteilen auch ganz konkret um die Haushaltswünsche für 2020. In zwei Ortsrundgängen hat sich der Ortschaftsrat ein Bild davon gemacht, was in der Kernstadt im Argen liegt.

Der Ortschaftsrat erachtet es als dringend und wichtig, das Straßen- und Wegenetz in der Kernstadt in den Fokus zu nehmen, dessen Instandhaltung als „wichtige kommunale Aufgabe“ erachtet wird. Höchste Priorität hat die weitere Sanierung der Hohenbergstraße

Weitere Wünsche sind:

► Die denkmalgeschützte Friedhofsmauer muss saniert werden. Teile der Mauer sind eingestürzt Die Eingangstore wurden letztmalig 1976 renoviert. Auch am jüdischen Friedhof wäre eine Mauersanierung notwendig.

► Eine Restaurierung ist auch für die Hauskapelle des Altenpflegeheims St. Josef erforderlich.

► Die Desiderius-Lenz-Straße muss instandgesetzt werden.

► Die Gruoler Straße (von St. Josef bis zum Friedhof) ist in einem schlechten Zustand, ebenso die Gehwege, und stellt eine Gefahr für Senioren mit Gehbehinderung oder Rollator dar.

► Der Gehweg an der Noyaler Brücke ist in einem schlechten Zustand, ebenso die Fußwege von der Ober- zur Unterstadt, vor allen Dingen der Fußweg zur Annahalde.

Für den aus Sicherheitsgründen vergitterten Marktplatzbrunnen, so die Anregung von Claudia Sailer, sollte dringend eine kurzfristige Lösung gefunden werden, damit an der Fasnet das Bräuteln stattfinden kann.

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