Mit der Kommunalwahl endete in Gruol die Ära von Otto Schneider. 13 Jahre war er Ortsvorsteher. Am Donnerstag wurde er mit allen Ehren verabschiedet. Zuvor blickte er zurück auf die vergangenen zehn Jahre. Man habe „einige dicke Bretter bohren“ müssen, aber dafür seien auch  „einige nachhaltige Projekte verwirklicht“ worden. „Keine Prestigeobjekte“, wie Schneider betonte, und „keine Luftschlösser“. Der Ort sei in seinen Forderungen immer bescheiden geblieben, habe „vom Guthaben gelebt“.

Das Ende der Gruoler Bescheidenheit rief kurz danach allerdings der an diesem Abend neu gewählte Ortsvorsteher Reiner Schullian (wir berichteten) im Beisein von Bürgermeister Dr. Heinrich Götz aus. Er dankte für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen. Er sei sich bewusst, dass er „in große Fußstapfen“ tritt. Den neuen Ortschaftsrat lobte Schullian als „eine super Mischung aus neuen und erfahrenen Mitgliedern“. Man werde „mit Weitblick“ für Gruol arbeiten.

In der letzten Sitzung des alten Gremiums wurden vier der zuletzt nur noch neun Mitglieder des Gruoler Ortschaftsrates verabschiedet: Stefan Flaiz, von 2004 bis 2019 im Ortschaftsrat und fünf Jahre Gemeinderat, Paulus Roth mit 20 Jahren im Ortschaftsrat der Dienstälteste,  Manfred Pfister, der dem Gremium zehn Jahre angehörte, und  Otto Schneider, seit 2004 Ortschaftsrat und seit 2006 Ortsvorsteher. Die Verabschiedeten wurden mit Blumen, Bilderrahmen und Luftaufnahmen von Gruol beschenkt und auch für die Ehepartner gab es eine Grünpflanze. Ehrenurkunden und Geschenke erhielten für langjähriges kommunalpolitisches Engagement Andrea Gathmann, Mathias Flaiz, Wolfgang Volk, Alfred Wiest, Hans Wiest und Hannelore Schick.

Neu ins Amt verpflichtet wurden anschließend Reiner Schullian, Timo Siedler, Maik Haslinger, Klaus Hellstern, Marvin Kleinmaier sowie Stadträtin Hannelore Schick, die bislang schon beratendes Mitglied war. Eine weitere Amtsperiode treten an: Alfred Wiest, Andrea Gathmann, Mathias Flaiz, Wolfgang Volk und Hans Wiest. Damit ist das elfköpfige Gremium wieder komplett. Es wurden keine Hinderungsgründe festgestellt.

Es folgte die Wahl von Reiner Schullian zum Ortsvorsteher. Zum 1. Stellvertreter wurde Klaus Hellstern und zum 2. Stellvertreter Alfred Wiest gewählt. Gruoler Vertreter in der Starzel-Eyach-Wasserversorgungsgruppe sind Schullian, Hans Wiest, Matthias Flaiz und Andreas Gathmann.

Otto Schneider wurde zum Abschied mit Dankesworten überhäuft. Sein bisheriger Stellvertreter Paulus Roth zollte dem „pflicht- und verantwortungsbewussten“ Ortsvorsteher „großes Lob und Anerkennung“ für seine „großartige Tätigkeit“. Für die Anliegen der  Bürger sei er „immer ansprechbar“ gewesen. Er sein ein „bodenständiger, geradliniger, sachlicher und selbstkritischer“ Mann, ein „Schaffer und Macher“. 2. Stellvertreter Hans Wiest schoss sich Roths Worten an. Dank und ein Geschenk ging auch an Schneiders Ehefrau Anita und Verwaltungsmitarbeiterin Katja Siedler.

Auch Bürgermeister Götz stellte fest: „Sie haben Gruol mit ruhiger Hand geführt. Ich bedauere, dass Sie aufhören.“ In Gruol würden „die Dinge selber in die Hand genommen“. Beispiele dafür seien die Herstellung des Friedhofsparkplatzes oder auch der Jugendfond.

Otto Schneider bedankte sich  für das Lob und lobte seinerseits den Ortschaftsrat für seine besonnenen und ebenso mutigen Entscheidungen.

Als Marksteine nannte er unter anderem den Zusammenschluss der Grundschule Stetten-Owigen, die Fußgängerbrücke beim Kindergarten, die fünf Dorfweihnachten, den Salzabbau mit Fräsen statt Sprengungen im Bergwerk Stetten, die Erschließung des Neubaugebiets „Auf Hirschen“ und des Schuppengebiets „Härlefeld II“ oder auch den Anschluss der Kläranlage Gruol an die KA Karlstal.

Nach diesem „kleinen Auszug der wichtigsten Veränderungen, die für das nachhaltige Leben in der Gemeinde von großer Bedeutung sind“, stellte Otto Schneider mit Trapattonis Worten fest: „Ich habe fertig!“

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Sitzungen hat Otto Schneider in seiner 13-jährigen Amtszeit geleitet – und „immer perfekt vorbereitet“, wie sein 1. Stellverteter Paulus Roth in der Laudatio feststellte.