Trillfingen Obstbauern stehen ohne Chef da

In der Hauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Trillfingen (von links): Ulrich Ende vom Kreisverband, der scheidende Vorsitzende Anton Stehle, die erneut ins Amt gewählte Schriftführerin Sophie Jaillet, der Geehrte Roland Stelzer, die Ausschussmitglieder Tobias Kienzle (neu) und Jürgen Graf (erneut gewählt) sowie Ortsvorsteher Hermann Heim.
In der Hauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Trillfingen (von links): Ulrich Ende vom Kreisverband, der scheidende Vorsitzende Anton Stehle, die erneut ins Amt gewählte Schriftführerin Sophie Jaillet, der Geehrte Roland Stelzer, die Ausschussmitglieder Tobias Kienzle (neu) und Jürgen Graf (erneut gewählt) sowie Ortsvorsteher Hermann Heim. © Foto: Carola Lenski
Trillfingen / Carola Lenski 05.03.2018
Der Obst- und Gartenbauverein Trillfingen muss seit der Hauptversammlung kommissarisch geführt werden.

Wirtschaftlich sehr gut gesattelt, aber mit offenen Flanken im Vorstand steht der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Trillfingen da. Ein Problem ist die fehlende Vorstandsnachfolge.

Der bisherige Vorsitzende, Anton Stehle, hatte bereits mehrfach angekündigt, das Amt künftig nicht mehr zu übernehmen. In der Hauptversammlung am Freitagabend war es dann soweit: Es fand sich kein Kandidat für den vakanten Posten. Damit der Verein nicht führungslos dasteht, übernahm der 2. Vorsitzende Oswin Stehle den Posten kommissarisch für ein Jahr. Auch für das Amt des Kassierers, das bisher Horst Henle innehatte, stellte sich niemand zur Verfügung. Da es auch hier keine Alternative gab, willigte Henle ein, den Posten ebenfalls kommissarisch für ein Jahr zu übernehmen.

Gerne übernahm Schriftführerin Sophie Jaillet ihren Posten für weitere zwei Jahre. Für die Ausschussmitglieder Thomas Becker und Michaela Hank rückten Thomas Kienzle und Horst Henle neu ins Amt. Jürgen Graf bleibt dem Ausschuss treu, und auch Kassenprüfer Edgar Preibisch macht weiter.

Der scheidende Vereinschef Anton Stehle sagte nach der Wahl, man sei weiter um Lösungen bemüht, und in Bezug auf die Zukunft des Vereins: „Das Rad sollte sich weiterdrehen.“

Die Mitgliederzahl des Vereins schrumpfte nach vier Todesfällen auf 94. Davon sind 14 Ehrenmitglieder. Erfreulicherweise gab es auch einen Neueintritt.

Für 50 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurde Roland Stelzer ebenso geehrt wie – in Abwesenheit – Hans Soltek und Walter Sauter. Stelzer erhielt vom stellvertretenden Kreisverbandsvorsitzenden Ulrich Ende das Goldene Logl-Bäumchen des Landesverbands mit Silberkranz und eine Urkunde überreicht. Von Anton Stehle erhielt Stelzer die Ernennung zum Ehrenmitglied und ein Präsent.

Zu Beginn hatte der scheidende Vorsitzende Anton Stehle berichtete, dass der Verein finanziell auf soliden Füßen stehe. Auch gerätetechnisch sei man gut aufgestellt. Was es aber noch bedürfe, seien fleißige Hände, die die Geräte nützen und bedienen können, so Stehle.

Um den Verein für Neueinsteiger wieder interessanter zu machen, schlug Ulrich Ende, Vizechef des Kreisverband für Obst, Gartenbau und Landschaft Zollernalb, die Alternative „Gartenarbeit im Verein“ vor. So könnte man auch das Thema „die Anlage eines Hochbeets“ anbieten – ein Thema, das auch vermehrt Frauen ansprechen könnte. Anton Stehle befürwortete dies.

Stehle berichtete auch über das vergangene Vereinsjahr. Dieses war geprägt von den Vorbereitungen zum Dorffest. Gut angekommen sei das Kaffee- und Kuchenangebot des Vereins an beiden
Tagen.

Sehr schmal sei wegen des späten Frostes die Obsternte ausgefallen. Gerade mal 430 Kilogramm Bioäpfel habe man abliefern können, allerdings zu einem guten Preis von 31 Euro pro 100 Kilo. Apfelsaft konnte keiner hergestellt werden, und die Beerenernte fiel fast ganz aus.

Für dieses Jahr ist wieder ein Sommerfest geplant. Der Termin werde noch bekannt gegeben, sagte der Vorsitzende.

Schriftführerin Sophie Jaillet ließ das Vereinsjahr ebenfalls Revue passieren. Ein weiterer Höhepunkt war der Umweltbildungstag im Mai, an dem etwa 200 Schüler aus vier Gemeinden teilnahmen. Den Kassenbericht trug Anton Stehle vor. Richard Stehle und Edgar Preibisch hatten die Kasse geprüft und für in Ordnung befunden. Ortsvorsteher Hermann Heim führte die Entlastung des Vorstands herbei.

430

Kilogramm Bioäpfel hat der Obst- und Gartenbauverein Trillfingen im vergangenen Herbst lediglich geerntet. Immerhin stimmte der Verkaufspreis: Es gab 31 Euro für 100 Kilo.

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