Haigerloch Reitparcour-Chef Gerd Haiber ist Unfallopfer von der B 463

Stetten/Owingen / Hardy Kromer 31.07.2018
Der Mann, der am Montag bei Stetten tödlich verunglückte, ist der bekannte Parcour-Chef großer internationaler Reitturniere, der in Wessingen lebte.

Der BMW-Fahrer, der am späten Montagnachmittag auf der Bundesstraße 463 zwischen Owingen und Stetten tödlich verunglückte, ist der 58-jährige Gerd Haiber, der aus dem Killertal stammte und in Wessingen beheimatet war. Haiber ist in der deutschen und internationalen Reitsportszene ein bekannter Mann. Er hat seit über 20 Jahren für internationale Vielseitigkeits-Reitturniere, unter anderem in Marbach, Stuttgart, Stockholm und zuletzt auch in Donaueschingen, die Parcours gebaut.

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass es Haiber war, der mit seinem BMW X1 auf die Gegenfahrbahn geriet und dort frontal mit einem entgegenkommenden Stroh-Lastzug zusammenprallte. Der Grund dafür ist noch unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Hechingen ordnete die Beschlagnahme des Leichnams an. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger hinzugezogen.

Wie berichtet, hatte sich am Montag auf der B 463 ein tödlicher Unfall ereignet. Zwischen den Verwüstungen, die sich am Unfallort zeigten, war zunächst noch nicht erkennbar gewesen, wer den Zusammenprall verursachte hatte. In einer Pressemitteilung vom Dienstagmorgen schildert die Tuttlinger Polizei den Unfallhergang wie folgt:

„Am Montagnachmittag ist ein 58-jähriger Autofahrer auf der B 463 bei Stetten auf die Gegenspur gekommen und bei zwei Frontalkollisionen tödlich verletzt worden. Gegen 16.40 Uhr fuhr der 58-Jährige in seinem BMW von Hechingen kommend in Richtung Haigerloch. Bei Stetten kam er am Anfang einer Rechtskurve aus bisher nicht bekanntem Grund auf die Gegenfahrbahn. Dort stieß er mit einem Lastzug zusammen. Danach drehte es den BMW um 180 Grad und schleuderte ihn wieder auf seine ursprüngliche Fahrspur zurück. Die Fahrerin eines entgegenkommenden Seat konnte nicht mehr ausweichen.“

Die beiden Autos – der BMW X 1 mit HCH-Kennzeichen und der Seat Ibiza mit Karlsruher Nummernschild – stießen frontal zusammen. Bei den zwei Frontalkollisionen verletzte sich der BMW-Fahrer so schwer, dass er noch an der Unfallstelle starb.

Der 31 Jahre alte Lastwagenfahrer und die Seat-Lenkerin (49) wurden mit schweren Verletzungen ins Zollernalb Klinikum Balingen eingeliefert.

Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 120 000 Euro.

Der auf so tragische Weise ums Leben gekommene Gerd Haiber stammt ursprünglich aus dem Killertal. Hauptberuflich führte er in Starzeln die Gardinenfabrik, die er von seinem Vater übernommen hatte. Seine große Leidenschaft war der Pferdesport. Seine Karriere begann er auf dem Lindich beim damaligen Reiterverein Hechingen. Als aktiver Reiter war er einst Württembergischer Meister in der Vielseitigkeit. Seit 1996 war er Gelände-Parcoursbauer mit internationaler Lizenz. Er war bei fünf Jugend-Europameisterschaften für die Strecken verantwortlich, führte mehr als 20 Jahre lang bei der Marbacher Vielseitigkeit Regie und stellte noch kurz vor seinem Tod Hindernisse für das berühmte Turnier, das in drei Wochen im Donaueschinger Schlosspark stattfindet.

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