Empfingen Munitionsdepot ist verkauft

Hubert Grosser ist der Kopf einer Investorengruppe, die das ehemalige Munitionsdepot zwischen Empfingen und Bittelbronn gekauft hat. Ins Gebäude im Hintergrund wird die Empfinger MWI AG ihre Motorenprüfstände platzieren.
Hubert Grosser ist der Kopf einer Investorengruppe, die das ehemalige Munitionsdepot zwischen Empfingen und Bittelbronn gekauft hat. Ins Gebäude im Hintergrund wird die Empfinger MWI AG ihre Motorenprüfstände platzieren. © Foto: Seidel
Empfingen / REINHARD SEIDEL 25.07.2014
Eine Investorengruppe um Hubert Grosser aus Stuttgart hat das frühere Munitionsdepot in Empfingen gekauft. Schon bald werden die Firmen "Innovationscampus Empfingen GmbH" und MWI AG einziehen.

Auf dem 10.3 Hektar großen Areal auf dem Heinzelberg zwischen Empfingen und Bittelbronn, das bislang der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehörte, wollen die neuen Besitzer von innovativen Firmen Zukunftstechnologien (weiter)entwickeln lassen. Grosser ist überzeugt davon, dass dieser "Innovationscampus Möglichkeiten für Empfingen" eröffnet. Firmen, die hier forschen und entwickeln, könnten später auch in Empfinger Gewerbegebieten produzieren. Der Investor verspricht große Transparenz. Alle geplanten Änderungen würden dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt. Den Kaufpreis wollte er aber nicht verraten.

Bestehende Gebäude auf dem ehemaligen Munitionsdepot wollen die Investoren sanieren und zur Geschäftsstelle der Innovationscampus Empfingen GmbH umfunktionieren. Einen zweiten Sitz hat die GmbH im Technologiezentrum auf dem Stuttgarter Universitätsgelände. Von dort aus sollen die Kontakte unter anderem zur Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft aufgebaut werden.

In ein zweites Gebäude soll die Empfinger MWI (Micro Wave Ignition) AG aus der Mühlheimer Straße ihr Büro einrichten. Das Unternehmens, das 2009 in den Genuss der Existenz-Gründungs-Offensive des Landkreises kam, entwickelt eine neue (Mikrowellen-)Zündtechnologie zum Betrieb von verbrauchsarmen Verbrennungsmotoren. Vorsitzender des Vorstands ist Armin Gallatz. Auf der Freifläche zwischen beiden Gebäuden ist ein kleines Kongresszentrum geplant.

Sofort saniert werden soll die alte Werkstatt. Darin sollen für beide Unternehmen vorläufig 15 bis 18 Büroplätze sowie eine Besprechungsecke entstehen. Später könnte die Werkstatt weiteren Firmen als Übergangsdomizil dienen. Laut Grosser kommen noch in diesem Monat noch zwei weitere Firmen hinzu. Die eine ist die Firme Gildemeister Energiemanagement aus Würzburg. Sie will im Herbst zwei, drei niedrige Windräder im Freigelände außerhalb des eigentlichen Depot-Areals aufbauen. Die zweite Firma, die Grosser noch nicht nennen möchte, besitzt Patente zur Optimierung von Rotorblättern. Und Gildemeister wird diese testen. "Das Charmante dieses Campus soll ja sein, dass Standard-Technologien eingesetzt werden und man versucht, diese zu optimieren", betont Grosser.

Ende September, hofft Grosser, könnte der Bauantrag der "Innovationscampus Empfingen GmbH" dem Gemeinderat zum Beschluss vorliegen. Darin enthalten sind auch die anvisierten sieben bis neun Neubauten, die "gut verteilt im Gelände" platziert werden sollen. Eventuell könne auch das Sonnenhaus der Firma EDZ weiterverwendet werden, allerdings nicht für Klärschlammtrocknung. Der Eingangsbereich bleibe öffentlich zugänglich. Um auch etwas Geschichte für die Nachwelt zu erhalten, wird Grosser den Unterstand des Wachmanns wieder herrichten lassen. Der Doppelzaun, der die bisherigen Gebäude im Gelände umgibt, bleibt bestehen, ein Schutz für die Unternehmen.

Die Geschichte des Depots

1993 Die Bundeswehr zog im Munitionsdepot die Fahne ein, seither gab es zig Versuche, das Areal gewerblich zu beleben. So sollten Shii-Take-Pilze gezüchtet oder Wasser levitiert werden.

2004 Die Gruoler Firma EDZ startete auf dem heinzelberg ihr Pilotprojekt zur Trocknung von Klärschlamm in einem "Sonnenhaus". Im Februar 2005 stellte EDZ Insolvenzantrag. Danach wollte die Gemeinde ein Bio-Energiezentrum für Klärschlammtrocknung schaffen. Das Projekt wurde aber nach Protesten 2009 gestoppt. Dann wollte ein Empfinger Apotheker das Areal für einen Kräutergarten erwerben, aber die Gemeinde baute auf eine Teststrecken-Anfrage der Daimler AG. Daimler verlor jedoch schnell sein Interesse.

2012 Die Bundesimmobilienanstalt (Bima) übergab das Gelände in die Zuständigkeit der Bima-Sparte Bundesforstbetrieb Heuberg in Meßstetten.

SWP

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