Weildorf Millionen Jahre Urgeschichte im Steinbruch

Am  16. September feiert der Unesco-Global-Geopark Schwäbische Alb den „Tag des Geotops“ gemeinsam mit dem Schotterwerk Schneider in dessen Muschelkalk-Steinbruch in Weildorf.
Am 16. September feiert der Unesco-Global-Geopark Schwäbische Alb den „Tag des Geotops“ gemeinsam mit dem Schotterwerk Schneider in dessen Muschelkalk-Steinbruch in Weildorf. © Foto: privat
Weildorf / SWP 07.09.2018
Am 16. September findet der „Tag des Geotops“ statt. Der Unesco-Global-Geopark Schwäbische Alb feiert im Steinbruch in Weildorf.

Der Tag des Geotops ist ein „Muss“ für alle, die sich für Erdgeschichte und Technik begeistern. Der Geschäftsführer des Geoparks, Dr. Siegfried Roth, freut sich auf den Tag in Weildorf: „Der Zollernalbkreis ist geologisch gesehen einer der vielseitigsten Landkreise auf der Schwäbischen Alb. Die Gesteinspalette reicht vom Muschelkalk bis zum Oberjura und umfasst damit eine Zeitspanne von 245  bis 150 Millionen Jahren.“

„Steinbrüche sind beeindruckende Geotope“, so der Geschäftsführer weiter. „An den bis zu 100 Meter hohen Steinbruchwänden bietet sich die Möglichkeit, Millionen Jahre Urgeschichte auf einen Blick zu überschauen. Ziel des Tages ist es aber auch, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Gesteinsabbau im Steinbruch umweltfreundlich erfolgt. Durch den Abbau entstehen Trocken- und Feuchtstandorte, die Hotspots der Biodiversität sind“, so Roth. „Sie bieten Lebensräume und Rückzugsorte für zahlreiche Tiere und Pflanzen, die in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft selten geworden sind. Hochinteressant ist zum Beispiel das Vorkommen der Mehlschwalbe, die in den Steinbruchwänden nistet und ihre Jungen großzieht. Die Art brütet normalerweise nur an innerörtlichen Hauswänden“.

Für den gastgebenden Landkreis freut sich Landrat Günther-Martin Pauli auf einen spannenden Tag und dankt den Ausrichtern „Wir freuen uns, dass das Schotterwerk Schneider an diesem Tag seine Werkstore öffnet und die Bevölkerung die Chance bekommt, die ältesten Gesteine im Landkreis zu erleben“.

Die Veranstaltung beginnt am 16. September um 11 Uhr und endet um 16.30 Uhr. Auf dem Steinbruchgelände präsentieren sich neben dem Geopark auch der Nabu Haigerloch sowie der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg mit Ständen. Stündlich finden naturkundliche Führungen in den Steinbruch statt. „Insbesondere die Kinder werden auf ihre Kosten kommen“, so Iris Bohnacker, die im Geopark die Geologie vertritt. „Der Muschelkalk enthält zahlreiche Fossilien. Wir wollen genau hinschauen, was sich im ehemaligen Muschelkalkmeer so alles getummelt hat.“ Die ganz Kleinen können sich im XXL-Sandkasten tummeln oder zum Abschluss des Tages in der Selfiebox ein schönes Erinnerungsfoto machen. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt sein. Der Eintritt ist frei.

Infos zum Geopark Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb verfügt als herausragende Landschaft über ein besonderes geologisches, archäologisches, kulturhistorisches sowie ökologisches Erbe von internationaler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde 2002 der Geopark Schwäbische Alb gegründet. Grundidee und Aufgabe des Geoparks ist es, die Themen Geologie, Erd- und Kulturgeschichte der Schwäbischen Alb den Menschen bewusst zu machen und deren Bedeutung für die Bildung, den Tourismus und die Regionalentwicklung aufzuzeigen. Seit 2015 ist die Schwäbische Alb aufgrund ihres herausragenden geologischen Erbes ein von der Unesco anerkannter Geopark.

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