Infrastruktur Macht Funkmasten in Gruoler Straße krank?

Die Telekom AG hat den Mobilfunkmasten an der Gruoler Straße in Haigerloch aufgerüstet.
Die Telekom AG hat den Mobilfunkmasten an der Gruoler Straße in Haigerloch aufgerüstet. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Andrea Spatzal 11.01.2018

Machen Handys und WLAN krank? Viele Umweltmediziner bejahen diese Frage und führen immer neue Studien für die Gefahren durch Elektrosmog an. Andere tun solche Theorien als Humbug ab. Dr. med. Harald Banzhaf, Buchautor, Umweltmediziner und Arzt im Heilkundezentrum Zollernalb in Bisingen gehört zur ersten Fraktion. Er ist fest davon überzeugt, dass die stetige Zunahme von Burnout, chronischer Erschöpfung und anderen Symptomen „im Zusammenhang von Traumabiographie, Lebensstil und steigenden Umweltbelastungen, insbesondere auch Mobilfunktechnologien“ gesehen werden muss.

Auch Claudia Sailer, Lehrerin aus Haigerloch, ist davon überzeugt, dass sich die räumliche Nähe zu Mobilfunsendeanlagen negativ auf die Gesundheit auswirkt, sich das Krebsrisiko erhöht. Deshalb schaut sie genau hin, wenn sich etwas an einem Funkmasten tut. So war es auch kurz vor Weihnachten. Claudia Sailer wohnt in der Haigerlocher Oberstadt. Den Funkmasten in der Gruoler Straße hat sie im Blick – und in negativer Erinnerung: „Etwa 20 Jahre ist es her, dass dieser Funkmasten ausgebaut wurde“, berichtet sie. Daraufhin habe sich eine Bürgerinitiative gegen Elektrosmog formiert. Mit Erfolg habe die BI damals bewirkt, dass die Sendeleistung wegen der Mindestabstände zur Wohnbebauung wieder reduziert werden musste. Als sie jetzt bemerkte, dass an dem Sendemasten in der Gruoler Straße gearbeitet wird, wollte sie natürlich wissen, was da vor sich geht – und hakte in der Fragestunde des Gemeinderates nach. In der Sitzung gab es jedoch keine Antworten auf die Anfrage der Bürgerin.

Aber Bürgermeister Heinrich Götz und Bau- und Hauptamtsleiter Hans-Martin Schluck sagten zu, Erkundigungen einzuholen. Inzwischen hat sich die Deutsche Telekom AG gemeldet und mitgeteilt, dass der Mobilfunk-Standort in Haigerloch „erweitert“ worden sei. „Wir haben mit LTE 1800 aufgerüstet, was eine schnellere Datenübertragung von bis zu 150 Mbits pro Sekunde ermöglicht“, erklärt Hubertus Kischkewitz von der Telekom AG. Derzeit würden bundesweit „an mehreren Standorten technische Optimierungen“ vorgenommen. Man habe damit begonnen, die komplette Netztechnik auszutauschen. „Wir fassen jeden Mobilfunkstandort in Deutschland an und statten ihn mit modernster Technik aus“, waren die Worte von Walter Goldenits, Technik-Chef Telekom Deutschland, beim Startschuss. Statt eigene Netzelemente für jede Technologie zu haben, werde es in Zukunft an den Standorten eine Hardware-Einheit geben, die alle drei Mobilfunkstandards verarbeiten kann: GSM, UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und LTE.

Auf die Frage nach Mindestabständen zur Wohnbebauung verweist Pressesprecher Hubertus Kischkewitz auf die Vorgaben der Bundesnetzagentur: „Die gibt die Grenzwerte vor, die von der Deutschen Telekom weit unterschritten werden.“

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