„Der Schulstandort Owingen ist nicht gefährdet.“ Das ist die wohl wichtigste Botschaft, die der Leiter des Staatlichen Schulamtes Albstadt, Gernot Schultheiß, in Richtung Haigerloch schickt. Die Schulbehörde stehe unverbrüchlich zu ihrem im Jahr 2017 abgegebenen Versprechen, die kleine Dorfschule in Owingen als Außenstelle der Grundschule Gruol zu erhalten. Die Owinger sind „gebrannte Kinder“. Schon mehrmals mussten sie um den Schulstandort kämpfen. Nach der Zusage des Schulamtes vor drei Jahren glätteten sich die Wogen. Als äußeres Zeichen der Einheit gaben sich die beiden Schulen damals einen gemeinsamen Namen: „Wiesentalschule“.

Dass es jetzt unter den Eltern der Wiesentalschule wieder Irritationen gibt, das wurde von Elternproteste in Hechingen ausgelöst: Weil an den Schulen in Gruol und Rangendingen Lehrer fehlen, sollten in Hechingen Lehrer abgezogen und in der Folge zwei Grundschulklassen aufgelöst werden. Die Hechinger gingen dagegen an und konnten das Blatt auch teilweise wenden. Doch was ist jetzt mit Gruol?

Gernot Schultheiß bestätigt: „Momentan ist die Schule unterversorgt und wir müssen  nach einer Lösung suchen, dass Schulleiterin Susanne Schirmer wieder ein vollständiges Kollegium für beide Standorte, Gruol und Außenstelle Owingen, zur Verfügung hat.“

Es fehlt eine Klassenlehrerin

Der Wiesentalschule fehle momentan „eine Klassenlehrerin“ mit einen Debutat von 15 Wochenstunden, sagt Schultheiß. Zu dem Personalengpass mitten im Schuljahr sei es durch eine längerfristige Erkrankung einer Lehrerin gekommen. Personal-Schulrat Maximilian Groß arbeite mit Hochdruck an einer schnellen, einvernehmlichen Lösung und sei mit mehreren Schulen in Kontakt.

130 Stellen unbesetzt

Aber wo immer man auch Lehrkörper abzieht und einsetzt, „bleibt es eine Hilfskonstruktion, um den Unterricht sicherzustellen“, betont Schultheiß. Der Lehrermangel sei zwar nicht im ganzen, aber doch in großen Teilen des Schulamtsbezirks eklatant. „In den vergangenen vier Jahren bleiben bei uns jedes Jahr 30 bis 35 Grundschulstellen mangels Bewerbern unbesetzt“, rechnet der Schulamtsleiter vor. Das summiere sich auf inzwischen 120 bis 130 unbesetzte Stellen. Dieser Mangel habe natürlich irgendwann spürbare Auswirkungen, vor allem bei krankheitsbedingten Ausfällen.

Die Zeiten, als es beim Schulamt noch fest angestellte „Krankheitsvertreter“ gab, die in den Schulen einsprangen, wenn Unterrichtsausfall drohte, seien leider längst vorbei, so Schultheiß.

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