Es ist wie ein Sechser im Lotto: Der TSV Trillfingen kann mit Felix Häusel und Simon Bogenschütz erneut zwei Stammzellenspender

Fahrradsturz auf Radweg parallel zur K 7111 in Bisingen Rennfahrer rutscht auf nasser Holzbrücke aus

Bisingen

vorweisen. Auch diese beiden TSV-Kicker sind auch der DKMS-Spendenaktion in Trillfingen aus dem Jahr 2015 hervorgegangen. Zusammen mit Moritz Lang, Tim Schumacher, Adrian Stehle und Fabian Heller sind es inzwischen sechs Spender aus den damals 55 Neuregistrierungen in der Knochenmarkspenderdatei. „Und so wie es aussieht, haben wir schon Nummer 7 gefunden. Das ist allerdings noch nicht spruchreif“, sagt Adrian Stehle.

Spender Nummer 7 ist auch schon in Aussicht

„Seit ich laufen kann, spiele ich Fußball beim TSV“, beschreibt Simon Bogeschütz seine sportliche Laufbahn. Nachdem er sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat, ist er heute Spieler der 1. Mannschaft. Mehrere Jahre war er Ausschussmitglied beim TSV.

Er erinnert sich noch gut daran, wie er im Frühjahr an seinem Arbeitsplatz von seinem Vater angerufen wurde. Die DKMS bitte um einen Rückruf, lautete die Nachricht. Dieser Aufforderung kam Simon Bogenschütz sofort nach. Er erfuhr, dass er als Stammzellenspender in Frage kommt.

„Natürlich habe ich allem zugestimmt, und bei meinem Hausarzt Blut für weitere Untersuchungen entnehmen lassen“, berichtet der junge Mann von den nächsten Schritten. Doch plötzlich wendete sich das Blatt wieder: Nur wenige Tage später bekam der Trillfinger einen Brief der DKMS, in dem ihm mitgeteilt wurde, Stand, dass sie sich für einen anderen Spender entschieden hätten. „Anschließend habe ich ein halbes Jahr nichts mehr von der DKMS gehört“, erzählt er.

Simon Bogenschütz im Wechselbad der Gefühle

Erst Anfang November erreichte ihn wieder ein Anruf der DKMS und wieder bei der Arbeit. Wieder erklärte Simon Bogenschütz ohne zu zögern, dass er als Stammzellenspender zur Verfügung stehen würde. Inzwischen weiß er, dass es sich um denselben Patienten handelt, wie schon im Frühjahr.

Warum die Wahl nun doch auf ihn fiel, kann viele Ursachen haben. Zum Beispiel könnte ein anderer möglicher Spender seine Meinung geändert oder aber dem Entnahmeverfahren nicht zugestimmt haben. Die Ärzte des Patienten baten nämlich um eine Stammzellenentnahme aus dem Beckenkamm, was einen operativen Eingriff unter Vollnarkose bedeutet.  Dabei werden oberhalb des Beckenknochens zwei kleine Schnitte gemacht  und der Knochen auf beiden Seiten mehrfach punktiert. „Für mich war dennoch klar, dass ich alldem zustimme“, sagt Simon Bogenschütz.

Danach ging alles Schlag auf Schlag. Einen ganzen Tag lang musste sich der junge Stammzellenspender Voruntersuchungen und Arztgesprächen unterziehen. „Ich wurde auf Herz und Nieren untersucht“, erzählt er. Nur zwei bis drei Wochen danach war dann auch schon der OP-Termin. Nach der Einweisung in die Klinik und einer Übernachtung, war Simon am  nächsten Morgen der Erste auf dem OP-Tisch. Zwei Ärzte nahmen die OP vor. 1500 ml Knochenmark wurden Simon aus dem Beckenkamm entnommen. Nach zwei weiteren Tagen in der Klinik, wurde er nach Hause entlassen. „Die Schmerzen waren auszuhalten, vor allem mit dem Gedanken an den Patienten“, sagt Simon Bogenschütz rückblickend. Fußball darf er freilich nicht spielen, aber es ist ja Winterpause.

Empfängerin ist eine erwachsene Frau in Kanada

Wie Simon Bogenschütz inzwischen weiß, waren die Stammzellen für eine erwachsene Frau in Kanada gedacht. „Ich hoffe natürlich, dass alles gut verlief und die Patientin neue Hoffnung schöpfen kann mit diesem Weihnachtsgeschenk“, sagt er.

Felix Häusel, beim TSV Trillfingen Spieler der 2. Mannschaft, wurde ebenfalls bei der Typisierungsaktion des TSV 2015 registriert. Er erhielt diesen Sommer Nachricht von der DKMS. Auch Felix zögerte nicht lange und ließ sich umgehend bei seinem Hausarzt die notwendigen Blutproben entnehmen und schickte sie an die DKMS. Felix erging es ähnlich wie seinem Vereinskameraden Simon: Zwei Monate später erhielt er die Nachricht, dass er nun doch nicht als Spender benötigt werde. „Damit war die Sache für mich erst einmal gegessen“, sagt er.

Zweite Spende geht in die USA

Aber fünf Wochen später bekam auch Felix Häusel erneut einen Anruf von der DKMS. „Es war während einer Vorlesung“, erinnert er sich der Mechatronik-Student genau. Auch für ihn stand „von Anfang an ohne Zweifel fest, dass ich auf jeden Fall spenden werde“.

Um die Spende durchführen zu können, seien zwei Reisen in ein über 400 Kilometer entferntes Spenderzentrum nötig gewesen. Die Kapazitäten einer näheren Spenderklinik waren ausgeschöpft. Bei seinem ersten Klinikbesuch stand die Voruntersuchung auf dem Programm, beim zweiten Mal folgte dann die Stammzellenentnahme. Begleitet wurde Felix  von seinem Vater. „Wir reisten am Vorabend an und fuhren nach dem Eingriff am selben Tag abends wieder nach Hause“, berichtet er. Die Reisekosten sowie eine Essenspauschale habe die DKMS bezahlt.

An den vier Tagen vor dem Spendetermin habe er sich zweimal täglich Spritzen verabreichen müssen, um die eigene Stammzellenproduktion anzuregen. Nach der Entnahme sei  sein Blut fünf Stunden lang mithilfe einer Maschine gefiltert worden, um die Stammzellen zu gewinnen. Die Beschwerden und Nachwirkungen des Prozesses hätten sich in Grenzen gehalten, berichtet Felix Häusel. Er könne jedem nur empfehlen, nicht zu zögern, um sich registrieren zu lassen und, sollte es soweit kommen, eine Stammzellenspende zu leisten. Felix Häusel: „Es ist ein großartiges Gefühl zu wissen, dass man einem anderen Menschen, in meinem Fall einer erwachsenen Frau aus den USA, eventuell das Leben gerettet hat.“

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