Stetten Lebensgefährlicher Spielplatz auf der Straße

Eine Baustelle ist kein Spielplatz. Dennoch wurden auf der Baustelle in der Stettener Ortsdurchfahrt mehrfach spielende Kinder gesehen. Manche kletterten sogar in die Rohre hinein.
Eine Baustelle ist kein Spielplatz. Dennoch wurden auf der Baustelle in der Stettener Ortsdurchfahrt mehrfach spielende Kinder gesehen. Manche kletterten sogar in die Rohre hinein. © Foto: hinein.
Stetten / Andrea Spatzal 16.05.2018
Auf der Baustelle in der Stettener Ortsdurchfahrt wurden spielende Kinder verwarnt.

Mit einem offenen Brief wendet sich die jetzt die Ortschaftsverwaltung Stetten an die Haushalte im Ort, speziell an der Stettener Straße und Umgebung. Der Ortschaftsverwaltung wurde von der Baufirma, die derzeit in der Stettener Straße Kanalrohre und Wasserleitungen auswechselt, zugetragen, dass an der Baustelle immer wieder Kinder in den Schächten und Rohren spielten. Absperrungen würden zur Seite gerückt. „Dass dies für Ihre Kinder lebensgefährlich werden kann, muss jedem Elternteil klar sein“, heißt es in dem Schreiben der Ortschaftsverwaltung Stetten. Besonders gefährlich sei dieser „Spielplatz“ bei Regen. Bei Starkregen könne ein Kind, das sich in einem der Kanalrohre befindet, durchaus einfach weggespült werden.

„Wir möchten hiermit alle Eltern auffordern, eindringlich auf ihre Kinder einzuwirken, dass dies nicht mehr vorkommt“, so der dringende Appell.

Ein Mitarbeiter des Balinger Ingenieurbüros Mauthe bestätigt, dass auf der Baustelle immer wieder spielende Kinder gesichtet werden. Bei einer Baustelleninspektion habe er selbst gesehen, wie die Absperrung von Kindern geöffnet worden sei, und schlimmer noch: dass in den Schächten und Leitungen Schriftzüge zu sehen sind. „Ganz schlecht“ sei ihm geworden, als ihm einer der Bauarbeiter vom Pegelstand in den Rohren nach dem letzten starken Regen gewesen sei. Die Leitungen seien halb voll gelaufen. „Wenn man sich vorstellt, ein Kind ist in einem Schacht und wird hier mitgespült, das kommt nicht mehr raus.“

Der Ingenieur richtete an die ortschaftsverwaltung die dringende Bitte, an alle Einwohner und ganz besonders an die Kinder zu appellieren, die Baustelle nicht zu betreten, und alle Eltern zu sensibilisieren, ihre Kinder auf die Gefahrenstelle aufmerksam zu machen.

Wie Friedbert Dieringer vom Büro Mauthe unterstreicht, ist die Baustelle auf der Stettener Straße komplett abgesperrt, es gibt Fußgängerüberwege und sämtliche Vorkehrungen, die für die Sicherheit der Baustelle notwendig sind, wurden durch die Baufirma Stumpp durchgeführt. Insgesamt komme das Straßenbauprojekt sehr gut voran.

Millionenschwere Straßensanierung

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Stetten/Kreisstraße 113  hat lange auf sich warten lassen. Die Stadt Haigerloch musste das Straßenbauprojekt samt Erneuerung der Kanal- und Wasserleitung sowie der Leerrohrverlegung für den Breitbandausbau wegen der zu hohen Kosten verschieben. In diesem Jahr konnte endlich der Startschuss gegeben werden. Bei einer geschätzten Kostenbeteiligung des Landkreises über 330 000 Euro und weiteren Einnahmen für den Kanalbeitrag über 40 000 Euro verbleiben bei der Stadt für die Baumaßnahme 1,047 Millionen Euro.