Nach zwei Jahren Pause präsentiert das Bauerntheater des Trillfinger Männergesangvereins wieder herzerfrischendes Laienspiel, das mit viel Humor und Situationskomik und sogar einem Hauch Erotik gespickt ist. Die Trillfinger Laienspieler sind so beliebt, weil sie fähig sind, unbekümmert auf Urschwäbisch aber auch auf Hochdeutsch zu spielen. Da wirkt nichts gekünstelt und aufgesetzt. Vor allem mit dem jungen Niklas Heim kam ein weiteres Schauspieltalent in die Truppe.

Jasmin Leuthes Lustspiel die "(K)nackigen Landfrauen" in drei Akten ist dem Trillfinger Bauerntheater direkt auf den Leib geschnitten. Auch die Rollen sind auf die einzelnen Akteure bestens verteilt. Mit viel Spielfreude wurde das besondere Stück mit viel Wortwitz, Spannung und Situationkomik präsentiert. "Wirklich schee isch gwä", lobten die Besucher die Leistung der Schauspieler nach den drei ausverkauften Vorstellungen an vergangenem Wochenende. In den Pausen wurde mit schwäbischen Spezialitäten aus der Sängerküche bewirtet.

Während allen drei Akten geht es richtig zur Sache. Die drei Landfrauen Vroni Eberle (Brigitte Rauscher), Mathilde Pfeiffer (Gabi Stehle) und Mariele Gruber (Margit Cichowski) kommen aus einem Wellness-Wochenende zurück. Von den Ehemännern Alfred Eberle (Bernhard Hellstern), Klaus-Dieter Peiffer (Ralf Möllhoff) sowie Heiner Gruber (Rainer Wimmer) werden die drei Grazien bereits sehnsüchtig erwartet. Als die Frauen erzählen, dass sie während ihres Wellness-Wochenendes von dem bekannten Fotografen Rocco Papparazzo (Niklas Heim) als Models entdeckt worden sind, ernten sie von ihren Männern nur Hohn und Spott.

Die Frauen wollen aber ihr Bestes geben und den Männern zeigen, was sie modelmäßig drauf haben. Sogar ein neuer Bikini muss her, obwohl dies ja "scho arg wenig Stoff für so viel Geld isch". Mit Mathildes Konter: "Du hasch au arg wenig Hirn für so a große Gosch" wird jeder Zweifel ausgeräumt.

Als dann auch noch Rocco Papparazzo tatsächlich samt seiner (auf)reizenden Assistentin Trixi (Julia Gugel) zum Foto-Shooting anreist, werden sie von den misstrauischen Männern belauscht. Aufgrund von Missverständnissen gehen die Männer davon aus, dass der Fotograf von ihren Frauen Nacktaufnahmen für das Playboy-Magazin macht. Sie holen zum Gegenschlag aus und zeigen, was sie zu bieten haben. So wollen die Männer ihrerseits mit Fotos im Adamskostüm kontern und diese Bilder dann im "Blättle" veröffentlichen. Wenn die Frauen schon zeigen, was sie haben, ob das nun "Melonen" sind oder "Äpfela", dann könnten die Männer doch auch ihre "von Gott gegebene, natürliche Schönheit" zur Schau stellen. In Wahrheit werden die Frauen natürlich nur in Klamotten abgelichtet und auch hier müssen sie von Trixi erst dazu animiert werden.

Doch schließlich holt der Fotograf aus dem "Naturtalent" Mathilde, der "Wildkatze" Vroni und Marieles "Saustallpfosten" das Beste heraus. Der Kalender kann in Druck gehen. Als die Männer das Gedruckte schließlich selbst in der Hand halten, müssen sie kleinlaut anerkennen, dass sie im Irrtum waren.

In den nächsten Tagen müssen sie als Strafe Dorftratsch über ihre nackten Tatsachen im Haigerlocher Mitteilungsblatt ertragen. Doch als am Schluss Monsieur Croissant dann noch vorschlägt, ebenfalls einen Kalender mit "echten Männern vom Land" zu machen, kommt alles zu einem versöhnlichen Ende.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch das tolle Bühnenbild, das Günter Stehle, Bernhard Hellstern und Rainer Wimmer gebaut haben. Für die Maske ist Claudia Rapp zuständig.

Wer es bisher versäumt hat, das muntere Treiben mitzuerleben, muss enttäuscht werden, denn die beiden weiteren Vorstellungen am 23. und 24. Oktober sind ebenfalls ausverkauft.