Haigerloch Kulturschatz für Nachwelt geborgen

Das umfangreiche Archiv von Foto Weber Haigerloch wurde am Mittwoch offiziell dem Kreisarchiv zur Sicherung und Aufarbeitung übergeben ( v. l.): Bürgermeister Dr. Heinrich Götz, Mitarbeiterin Annette Straub, Fotografenmeister Folke Weber mit Ehefrau Michaela, Landrat Günther-Martin Pauli und Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn.
Das umfangreiche Archiv von Foto Weber Haigerloch wurde am Mittwoch offiziell dem Kreisarchiv zur Sicherung und Aufarbeitung übergeben ( v. l.): Bürgermeister Dr. Heinrich Götz, Mitarbeiterin Annette Straub, Fotografenmeister Folke Weber mit Ehefrau Michaela, Landrat Günther-Martin Pauli und Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn. © Foto: Andrea Spatzal
Haigerloch / Andrea Spatzal 04.07.2018
Das Fotoarchiv von Foto Weber Haigerloch wurde offiziell zur Sicherung an das Kreisarchiv des Zollernalbkreises übergeben.

Am Mittwoch war die offizielle und sogar vertraglich geregelte Übergabe des Fotoarchivs. Bereits am Donnerstagmorgen startet der Umzug dieses einmaligen Kulturschatzes in ein Außenmagazin des Kreisarchivs in Ebingen.

Kein leichtes Unterfangen, denn Fotografenmeister Folke Weber übergibt nicht weniger als „50 laufende Meter Material und Masse“ an den Landkreis. 80 Umzugskartons stehen bereit für Fotonegative aus acht  Jahrzehnten: ab etwa 1936, dem Jahr der Einführung des Farbfilms, bis 2005, als die digitale Technik die analoge Fotografie endgültig abgelöst hat.

Landrat Günther-Martin Pauli und Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn dankten dem Hause Weber für das Vertrauen. „Es ist ein Glücksfall für den Landkreis, dass so ein umfangreiches Archiv in Familienbesitz existiert“, stellte Landrat Pauli fest. Bei Kreisarchivar Zekorn und seinem Team sei das Erbe mehrerer Fotografen-Generationen „in den besten Händen“.

Museum für 1000 Kameras

„Da stecken Schätze drin“, ist Dr. Andreas Zekorn überzeugt. Der Fundus sei auch gut erschlossen über die erhaltenen Auftragsbücher. Annette Straub, seit über 40 Jahren Mitarbeiterin bei Foto Weber, hat das Archiv und die Auftragsbücher verantwortungsbewusst gehütet.

Aufgabe des Kreisarchivs wird es nun sein, die abertausende Negative zu sichten, aufzubereiten und vor allem für die Nachwelt zu sichern. „Das ist unser wichtigstes Anliegen“, betonte Folke Weber bei der Übergabe. Das bisherige Archiv in den oberen Geschossen des „alten“ Weber-Hauses in der Haigerlocher Unterstadt erschien ihm nicht mehr sicher. Dem lang­jährigen Feuer­­wehr­mann kommt von allen möglichen Gefahren natürlich als erstes ein möglicher Brand in den Sinn. „Dann wäre alles zerstört“, so Weber.

Kreisarchivar Zekorn bestätigte, dass eine Sicherung der zum Teil historisch wertvollen Negative in einer klimatisierten und staubfreien Umgebung dringend angezeigt ist. Er dankte Folke Weber für die Bereitschaft, diesen Kulturschatz aus den Händen zu geben. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Es sei ein  langer Prozess gewesen, der zu dieser Entscheidung geführt hat, bekräftige Folke Weber. Mindestens 15 Jahre hätten er und seine Familie an diesem Schritt „herumgedoktert“.

Haigerlochs Bürgermeister Dr. Heinrich Götz zeigte sich begeistert von der Idee, das Fotoarchiv Weber aus Haigerloch in Kooperation mit dem Landkreis für die Nachwelt zu bewahren und  eventuell in Teilen auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ist der erste Schritt glücklich getan, scheint der zweite leichter zu fallen: Folke Weber schmiedet bereits Zukunftspläne für seinen „zweiten Schatz“, das Kamera-Museum im Haus, das um die 1000 Fotoapparate und Raritäten, wie einen Blitzlicht-Prototypen des schwäbischen Erfinders Artur Fischer umfasst. Wie Weber gestern sagte, wäre er bereit, auch diese einmalige Sammlung in die Obhut der Stadt Haigerloch oder des Landkreises zu übergeben.

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