Der neue Ortschaftsrat der Kernstadt Haigerloch spricht sich für die Beibehaltung der Haigerlocher Schlosskonzerte mit der jetzigen Systematik der Bezuschussung aus. Das Votum: sieben Ja-Stimmen und eine Enthaltung.er Kernstadt-Ortschaftsrat.

In der Sitzung am Donnerstag erläuterte Roland Trojan, ehemaliger Bürgermeister und Vorstandsmitglied des Freundeskreises Haigerlocher Schlosskonzerte, dem Gremium die Entstehungsgeschichte der 1963 begründeten Konzertreihe in Zusammenarbeit mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen. Damals sei vereinbart worden, dass für eine Pauschale von damals 20 000 D-Mark (später 11 000 Euro) in Haigerloch vier bis fünf Konzerte veranstaltet werden.

Dieses Arrangement habe sich im Jahr 2011 geändert. Die vorhergehende Vereinbarung sei nicht verlängert worden. Um die Konzertreihe zu erhalten, habe man den „Freundeskreis Haigerlocher Schlosskonzerte“ gegründet, der seitdem die Organisation und Finanzierung – durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Eintrittsgelder – von fünf bis sechs Konzerten und zusätzlich der Festmesse an Pfingsten übernommen habe. Die Stadt buche seither ein Konzert bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen für 10 000 Euro, übernehme Werbung und Kartenverkauf und bleibe Träger der Konzertreihe. Mit rund 400 Veranstaltungen seit 1963, so Roland Trojan, hätten die Haigerlocher Schlosskonzerte das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt geprägt. Diese Attraktion gelte es, zu erhalten.

Als Vorsitzende des Freundeskreises ließ Stadträtin Nadine Reiband in der Sitzung ebenfalls eine Stellungnahme durch Ortsvorsteher Michael A. C. Ashcroft verlesen „Die Schlosskonzerte sind eine Perle, die nach innen und außen strahlt. Konzertgäste kommen von überall her und besuchen unser Städtchen“, stellt Reiband fest. Die Besucherzahlen und der Zuspruch seien konstant. Die Konzertreihe sei auch keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung und Bereicherung der Musik- und Gesangvereine, der Kirchenchöre und Sportvereine sowie auch der Narrenvereine und anderen Organisationen, die sich um das gesellschaftliche und kulturelle Leben innerhalb der Stadt bemühen. „Diese Vielfalt gilt es zu erhalten“, so Reibands Appell.

Siegbert Erat bestätigte, dass die Schlosskonzerte weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt seien. Deren kultureller Wert lasse sich nicht über einen Betrag von 10 000 Euro „definieren“. „Wenn wir unser kulturelles Angebot nicht halten, stirbt unsere Stadt aus“, so Erat. Auch Timo Haser riet, die Stadt solle nicht am kulturellen Angebote den Rotstift ansetzen, sondern versuchen, die Einnahmen zu steigern. Martin Sprissler empfahl, die Werbung besser zu bündeln.  Stephan Hojdem schlug vor, eventuell über eine neue Aufmachung der  Haigerlocher Schlosskonzerte nachzudenken.