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Der Melchinger Adelbert Barth las im Haigerlocher Bürgerhaus aus seinem Erstlingswerk "Flecka Gschwätz - 's ganze Johr wunderfitizg".

Haigerloch - Die Lesung von Adelbert Barth musste wegen des großen Andrangs von rund 80 Personen von der heimeligen Stube der Stadtbücherei ins Bürgerhaus verlegt werden.

Der Autor freute sich über das große Interesse. Viele der Gäste waren aus Mechingen nach Haigerloch gefahren, um ihren Landsmann bei der Lesung zu begleiten.

Barth ist in Melchingen geboren, dort aufgewachsen und "in einem der schönsten Dörfer des Landes" geblieben. Er ging unter seinem Autorennamen "Peter Fidel" gleich zu Beginn der Lesung der Frage nach, warum sein Buch in Schwäbisch erschienen ist: "Schwäbisch isch für mi a Stück Hoimat", erklärte er.

Barths Nichte Lena Barth begleitete den Autor auf der Gitarre bei dem Lied "I han a Biachle g'schrieba". Adelbert Barth ist seit über 25 Jahren während der Fasnet für seine Bühnenauftritte sowie für das Schreiben von Reden und Sketschem für Geburtstage und sonstige Festivitäten bekannt. In seinem Buch hat er witzig gereimte und oft mit einem Schuss Ironie versehene Kurzgeschichten mitten aus dem schwäbischen Alltag aufgegriffen und sie jahreszeitlich in Buchform drucken lassen.

In einem "Flecka Gschwätz" darf selbstverständlich nicht der Wonderfitz-Prolog fehlen: "Hosch scho g'heiert? Stell d'r amol vor, 's Mariele kriegt a Kend vom a Neger, ond des isch wohr."

Als freier Mitarbeiter der Hohenzollerischen Zeitung weiß Peter Fidel alias Adelbert Barth, wovon er schreibt, wenn er sich über "d'r Zetungsschreiber" auslässt, der "mitkriagt, was passiert ond glei am nächsschda Tag des en Zeitong neischmiert". Der es aber auch keinem recht machen kann, "denn des was i gsait han, stoht in d'r Zeitung drenn".

Kleine Worterklärungen für diejenigen, die des Schwäbischen nicht mächtig sind, erleichtern das Lesen. Auch mit den in die Lesung eingestreuten Witze punktete der Autor bei seinen Zuhörern. Im Lied "Sodele" nach der Melodie von Michael Eisele wird der allseits bekannte schwäbische Auspruch besungen und mit dem Lied nach der Melodie von Jimmy Maas "D'r Älbler" bringen Peter Fidel und Lena Barth dessen Charakter bestens zum Ausdruck. Sie lassen die Zuhörer am harten Leben auf der rauhen Alb teilhaben.

Die Zuhörer dankten Barth und der Autorenfigur Peter Fidel sowie Lena Barth, Gesang und Gitarre, für die abwechslungsreiche Gestaltung des Lesungsabends sowie für die ein oder andere originelle Geschichte zum Lachen und Schmunzeln. Viele erwarben anschließend am Büchertisch das Erstlingswerk und ließen es vom Autoren mit einem schwäbischen Spruch vesehen signieren.