Eine emotional geführte Debatte über die Situation am städtischen Kindergarten in Stetten entwickelte sich am Montagabend im Rahmen der Bürgerfragestunde im Ortschaftsrat Stetten. Ein halbes Dutzend Mütter war in die Sitzung in die Schulturnhalle gekommen, um ihrem Ärger über die fehlenden Krippenplätze und die ihrer Ansicht nach fehlende Unterstützung durch den Ortschaftsrat Luft zu machen.
Sabine Neumann legte dar, dass Eltern in Stetten eine Absage kassierten, wenn sie ein Kind für die U3-Gruppe anmelden wollen. Es könne nicht im Sinn des Ortschaftsrates sein, dass Kinder auswärts betreut werden müssen. Außerdem zeigten die Geburtenzahlen in Stetten, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter steige. Die statistischen Zahlen im Kindergartenbedarfsplan würden für Stetten nicht der Realität entsprechen.
Ortsvorsteher Walter Stocker widersprach energisch dem Vorwurf, der Ortschaftsrat habe sich nicht intensiv um die Belange des Kindergartens gekümmert. „Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben uns bereits 2018 und anschließend nochmals im Herbst 2019 mit der Stadt und der Kindergartenleitung zusammengesetzt. Das Ergebnis war eine Erweiterung im Bereich der bisherigen Wohngebäudes, allerdings mit Kosten von 1,5 Millionen Euro“, so Stocker. Über diese hohe Summe sei damals der Ortschaftsrat erstaunt gewesen und man habe sich auf einen Kostenrahmen von 850 000 Euro geeinigt. Dies sei die Beschlusslage des Ortschaftsrates und für diese Lösung habe man sich bei der Stadt stark gemacht, rekapitulierte Stocker.
„Wie aus heiterem Himmel“ sei dann im Herbst 2020 der Vorschlag der Stadt gekommen, die bisherige Werkrealschule für zunächst 2,8 Millionen Euro und später 3,8 Millionen Euro für den Kindergartenbedarf umzubauen. „Im Ortschaftsrat war man der Meinung, dass der Gemeinderat diesen hohen Kosten nie und nimmer zustimmen wird“, stellte der Ortsvorseher klar.
Kindergartenleiterin Dagmar Pfeffer kritisierte, dass weder der Ortschaftsrat noch der Gemeinderat die aktuelle Situation weder im Stettener Kindergarten noch in der früheren Werkrealschule in Augenschein genommen haben. Eindeutig sei hingegen das Signal des Ortschaftsrates an Stadt und Gemeinderat gewesen, dass man keinen Kindergarten im ehemaligen Schulgebäude wünsche.
„Derzeit hat der Stettener Kindergarten zehn Plätze für Kinder unter drei Jahren (U3). 18 Kinder stehen bis September 2022 auf der U3-Warteliste. Bis Februar 2024 haben wir noch Platz für Kinder über drei Jahren (Ü3), aber dann wird es auch hier eng“, rechnete die Kindergartenleiterin dem Gremium vor.
Stellvertretender Ortsvorsteher Armin Bauer wehrte sich gegen den Vorwurf, der Ortschaftsrat habe sich die Stettener Einrichtung nicht angeschaut und sei über die Situation nicht informiert. Man habe auch nie behauptet, Stetten habe keinen Bedarf an Betreuungsplätzen. Auch Matthias Deppert und weitere Ortschaftsräte bestätigten den Bedarf. Deshalb mache sich der Ortschaftsrats stark für eine Erweiterung der bestehenden Einrichtung.

Kindergarten-Neubau in Weildorf ist beschlossen


Der Gemeinderat Haigerloch hat inzwischen über die Um-, Aus- und Neubauten in den städtischen Kindergärten entschieden (wir berichteten). Unter anderem soll in Weildorf ein komplett neuer Kindergarten mit bis zu fünf Gruppen gebaut werden.