Hart Kindergarten in der Schwebe

Hart / Andrea Spatzal 02.03.2018
Die Sanierung der Mehrzweckhalle in Hart muss vorankommen. Der Architekt würde gern die Tagesstätte mit einbeziehen.

Am Mittwoch gingen die Ausschreibungen für die Sanierung der Mehrzweckhalle Hart in die Post. Dieses Versprechen konnte Harts Ortsvorsteher und SÖL-Stadtrat Thomas Bieger am Dienstag dem Gemeinderat abringen. Zu weiteren Versprechungen bezüglich der Kindergartenräume wollte sich das Gremium nicht hinreißen lassen. Architekt Stefan Beuter hatte dafür plädiert, die Umbauten im Untergeschoss der Halle, wo sich der Kindergarten befindet, gleich mit einzubeziehen. Aber das würde die Baukosten von den genehmigten 1,64 Millionen Euro auf über zwei Millionen Euro in die Höhe treiben.

Allerdings hat es der Gemeinderat auch nicht ganz ausgeschlossen, dass die Umbauten am Kindergarten gemacht werden können. Aber zuvor sollen die Räume besichtigt werden.

Stefan Beuter erläuterte, dass der Hauptzugang zum Kindergarten in den Anbau am Sportplatz verlegt werden muss. Der Anbau sei 23 Jahre alt und sanierungsbedürftig. Die Verlegung des Eingangs sei nötig, weil die innenliegende Treppe vom Erd- ins Untergeschoss durch die Hallensanierung wegfallen wird. Ebenso sollte die WC-Anlage des Kindergartens, ebenfalls aus den 70er-Jahren, modernisiert und vergrößert werden. Momentan teilen sich Kinder und Erzieherinnen einen sehr beengten Toilettenraum, erklärte Beuter.

Das Thema Kindergarten in Hart ist kein einfaches, denn die Einrichtung wurde 2013 geschlossen, weil es nicht mehr genügend Anmeldungen gab. Um in Hart wieder eine Kinderbetreuung anbieten zu können, wurde drei Jahre später ein Waldkindergarten eröffnet. Das besondere Angebot wurde bewusst gewählt, um Eltern aus der ganzen Stadt und darüber hinaus anzusprechen. Der Waldkindergarten arbeitet gut, allerdings nutzen die Kinder in den Wintermonaten nach wie vor die bisherigen Kindergartenräume.

Karl-Heinz Schneider (CDU) erinnerte an den beschluss von damals. Man habe sich für den Waldkindergarten entschieden. Jetzt doch wieder den alten Kindergarten zu sanieren, sei eine „Doppelinvestition“. Walter Stocker (CDU) hegte gar den Verdacht, man habe Hart mit dem Wildkindergarten damals womöglich „zwangsbeglückt“.

Der Ortschaftsrat Hart würde die Kindergartensanierung begrüßen, werde die Entscheidung des Gemeinderates aber respektieren, erklärte Ortsvorsteher Thomas Bieger. Bislang sind nur die 1,64 Millionen Euro für die Hallensanierung beschlossen. Optional draufgesattelt werden können die Kindergartensanierung mit 153 000 Euro, die Möbelierung mit 72 600 Euro, die zweite Umkleide mit 41 600 Euro und die Erneuerung der Fußböden mit 17 300 Euro. In der Summe wären das Mehrkosten von rund  300 000 Euro. Bieger plädierte dafür, wenigstens die Anschlüsse für die zweite Umkleide zu legen. Bei der Möbelierung mit Tischen und Stühlen wolle man es gern halten wie in den anderen Stadtteilen. Die Küche könnten die Vereine  über Spenden eventuell selbst finanzieren.

Markus Gauss (FW) bat um Geduld. Die Mehrkosten  für die Kindergartensanierung seien dem Gemeinderat gleichsam „über Nacht“ vorgeschlagen worden. „Andere Stadtteilen warteten zum Teil viele Jahr auf die Realisierung ihrer Wunschprojekte. Gauss schlug vor, das Projekt in die Mittelfristige Finanzplanung aufzunehmen und es „zu seiner Zeit“ zu realisieren.

Walter Stocker stellte schließlich den Antrag, vorerst an dem Kostenvolumen von 1,64 Millionen Euro festzuhalten und bei einen Ortstermin zu klären, ob man einer Kindergarten-Sanierung oder dem Waldkindergarten den Vorzug geben will. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen.

Bürgermeister Heinrich Götz kündigte an, dass zu dem Ortstermin auch Elternvertreter eingeladen werden sollten.

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