Wichtigster Tagesordnungspunkt im Ortschaftsrat Hart am Montag war die Reaktivierung des ehemaligen Kindergartens in der Tannwaldstraße. Eine Gruppe von zirka zehn Müttern legte in der Sitzung selbst erarbeitete Pläne für eine künftige Nutzung der Räume für zwei Kindergartengruppen, eine für Unter-Dreijährige (U3) und eine für Über-Dreihährige (Ü3), vor.
Sprecherin Sarah Junker führte aus, wie dringend Kinderbetreuungsplätzen im Ort gebraucht werden. So hätten sich beispielsweise Eltern, die Vorsorge treffe und sich nach freien Kita-Plätzen im benachbarten Höfendorf erkundigt hätten, erfahren, dass dort vor 2023 keine Kinder mehr aus Hart aufgenommen werden.
Der frühere Harter Kindergarten befindet sich im Untergeschoss der Ortschaftsverwaltung in der Tannwaldstraße. Die Räume wurden durch einen Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen, was aber inzwischen behoben ist, so dass sie sich in einer Art Rohbauzustand befinden. Die Ausbaupläne der Elterngruppe sehen nun vor, den bestehenden Gruppenraum mit 75 Quadratmetern Fläche für Kinder über drei Jahre einzurichten. Mit Ganztagsbetrieb könnten 20, mit verlängerten Öffnungszeiten 22 bis 25 Kinder betreut werden.
Ein bestehender Wintergarten  mit zirka 36 Quadratmetern soll so ausgebaut werden, dass er für eine Gruppe von bis zu zehn Kindern unter drei Jahren genutzt werden kann. Allerdings wäre hier nur eine betreute Spielgruppe mit 15 Stunden pro Woche möglich, weil kein extra Schlafraum vorhanden ist. Büroräume, eine kleine Küche und  WC-Anlagen wären in dem früheren Kindergarten aber bereits vorhanden.
Allerdings drängt die Stadt darauf, dass auch ein Raum geschaffen wird, in den der Harter Waldkindergarten im Winter und bei schlechtem Wetter ausweichen kann. Aber für drei Gruppen reicht der Platz um UG nicht aus. Aus diesem Grund schlägt die Elterngruppe um Sarah Junker vor, alle Kindergartenräume einen Stock höher ins Erdgeschoss, also in die jetzigen Räume der Ortschaftsverwaltung zu verlegen. Dort hätten alle drei Gruppen – Ü3, U3 und Waldkindergarten – Platz. Um die Räume kindgerecht zu gestalten, müssten im EG eine Küche, Toiletten und ein Bad sowie verschiedene Trennwände und zusätzliche Türen eingebaut werden.
Eine Folge dieser Lösung wäre, dass die Ortschaftsverwaltung und der Proberaum der Musikkapelle in das Untergeschoss in die früheren Räume des Kindergartens umsiedeln müssten.
Diese Idee habe „durchaus Charme“, stellte Ortsvorsteher Thomas Bieger fest. Der Kindergarten hätte dann einen ebenerdigen Zugang. Allerdings sei Ortschaftsverwaltung erst frisch renoviert worden, gab Bieger zu bedenken. Außerdem gelte das vorrangige Interesse der Stadt der Schaffung eines Schlechtwetter-Raumes für den Waldkindergarten. In der Sondersitzung des Gemeinderates gestern Abend wurde entsprechend das Konzept des „Integrierten Waldkindergartens Hart“ vorgestellt (wir werden noch berichten).
Das sei aber nicht Ziel des Ortschaftsrates, stellte Jörg Biesinger fest. Sondern man habe den Eltern zugesagt, Betreuungsplätze für Kinder aus Hart zu schaffen. Auf Antrag von Holger Klingler wurde folgender Empfehlungsbeschluss an den Gemeinderat einstimmig gefasst:
„Der Kindergarten in Hart soll im Gebäude Tannwaldstraße mit einem vergleichbar geringen Aufwand so saniert werden, dass möglichst zwei Gruppen für Kinder U3 und Ü3 Platz finden. Der gesamtstädtische Waldkindergarten soll als solcher ganzjährig im Wald angesiedelt sein.
Noch ein paar Zahlen: Die Wiederherstellung von Räumen für zwei Gruppen im UG einschließlich  WC würde 390 000 Euro kosten. Eine Schutzhütte für den Waldkindergarten würde 400 000 Euro, ein  Bauwagen 135 000 Euro kosten.