Haigerloch Kein Osterei gleicht dem anderen

Kunst auf filigraner Schale: Die Vielfalt der Motive und Techniken in der 31. Haigerlocher Ostereier-Ausstellung erfreut die Besucher jedes Jahr auf Neue. Unser Foto entstand am Stand der Balingerin Marianne Wilkens.
Kunst auf filigraner Schale: Die Vielfalt der Motive und Techniken in der 31. Haigerlocher Ostereier-Ausstellung erfreut die Besucher jedes Jahr auf Neue. Unser Foto entstand am Stand der Balingerin Marianne Wilkens. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 12.03.2018
Die Vielfalt ist groß: Bewährtes und Neues ist bei der Haigerlocher Ostereierausstellung zu sehen.

Am Wochenende haben sich zahlreiche Besucher in der Haigerlocher Galerie „Die schwarze Treppe“ bereits auf das nahe Osterfest eingestimmt. Dort präsentieren Galerist Hermann-Joseph Speier und 18 Ostereierkünstler rund 1500 Eier in einer enormen künstlerischen Vielfalt.

Die Ostereierschau mit Markt ist im Kulturleben der Region als vorösterliche Tradition fest verankert und damit ein Anziehungspunkt für Aussteller sowie für Besucher aus nah und fern. Selbst der Südwestrundfunk SWR 4 sendete am Samstagnachmittag unter dem Titel „Ostermarkt: Haigerloch zeigt Kunst auf dem Ei“ eine Reportage mit Interviews.

„Es ist eine Freude, wie sich jeder der 18 Künstler weiterentwickelt hat, wie sie sich jedes Jahr etwas Neues für die Ausstellung einfallen lassen“, meinte Galerist Hermann-Joseph Speier gegenüber der HZ. So kommen Techniken wie Ätzen, Kratzen, Batiken, Wachsauftrag oder Applikationen mit Stroh und Filz zum Einsatz. Auch bei den Motiven ist die Vielfalt groß: Blumen, Vögel, überhaupt Tiere und Landschaften, aber auch religiöse Motive zieren das Ei, dem Symbol für Schöpfung und Leben. Nicht nur Hühnereier werden kunstvoll bearbeitet, auch Straußen-, Gänse- und winzige Wachteleier. Wieder andere Eier sind aus Porzellan oder Keramik oder mit Garn oder Wolle umhäckelte Ovale.

Waltraud Edele aus Hechingen ist in diesem Jahr neu unter den Ausstellern. Sie zaubert mithilfe besonderer Deckfarben die fantasievollen Motive aus ihren eigenen Kinderbüchern als Panoramabilder auf Eier.

Erstmals mit dabei ist auch Selina Birk aus Bad Waldsee mit ihren modernen, geflochtenen und gelöteten Drahteiern. Daneben präsentiert erstmals Oskar Unger aus Mühlacker gedrechselte Holz­eier und auch Martina Weber aus Hechingen, die früher schon mit dabei war, ist wieder in Haigerloch mit ihren königlichen, ausgeschnittenen Eiern vertreten. Helga Sichelstiel aus Heilbronn zeigt filigrane Servietten-Technik auf Ei, während die Haigerlocherin Monika Müller für ihre gehäkelte Hasenschule viel Bewunderung erntete. Die religiösen Motive von Gisela Fuchs, Ellwangen, sind ebenso beeindruckend wie die farbenfrohen Kratzeier von Marianne Wilkens aus Balingen oder die niedlichen Textil-Hühner von Margarete Schon aus Fischingen.

Zu den „alten Hasen“ in der Künstlerriege zählt Karin Mettler aus Hechingen. Sie nimmt Hühner- oder Gänseeier, meistens aus eigener Produktion, und schmückt sie mit Frühlingsblumen in leuchtenden Acrylfarben. Ebenfalls Stammgäste bei der Haigerlocher Ostereierausstellung sind  Siegfried Schlaich aus Geislingen mit seinen Hummel- und  Landschaftsmotiven, Rose-Florence Allegri aus Arlesheim/Schweiz mit Porzellanmalerei, Pernille Jörgensen aus Haigerloch mit Draht- und Textiltechniken und die gebürtige Rumänin Letitia Orsivschi-Heiser aus Haigerloch mit folkloristischen Wachs- und Batiktechniken. Aber auch die Ostereier von Inge Bentin, Salzhausen, Stephanie Brachtl, Herrenberg, Juraj Seemann und Maria Hrabovská, beide Tschechien, sind seit Jahren beliebte Sammlerobjekte.

Die Bewirtung der Ausstellungsbesucher mit Kaffee und Kuchen haben auch in diesem Jahr die Owinger Freunde des Kinderdorfes Abai zugunsten ihres Projektes in Brasilien übernommen. Auch die Ministranten aus der Seelsorgeeinheit bessern ihre Wallfahrtskasse nach Rom mit dem Verkauf von Köstlichkeiten vor der Galerie auf. Auch am zweiten Ausstellungswochenende werden die Teams wieder vor Ort sein.

Info: Die 31. Ostereier-Ausstellung ist auch am Wochenende 17. und 18. März nochmals jeweils von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

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