Akribisch und genau werden die Bewegungen ausgeführt, dazu hört man fremd klingende Töne. Nebenan trainiert Waldemar Udalow mit Kindern das richtige Fallen. Denn auch das will gekonnt sein.

Tai-Jitsu-Karate ist die neue Sparte des SV Haigerloch. Bei der Hauptversammlung des Vereins im Frühjahr stellten Vorsitzender Uwe Schamberger und Carsten Stehle diese bereits vor. Der Trainingsbetrieb läuft seit einigen Monaten, die ersten Gruppen üben seither die Kampfsportart mit Begeisterung jeden Dienstag aus.

Trainer ist Waldemar Udalow aus Rottweil, Träger des zweiten Dan, des schwarzen Gürtels in Karate. Initiiert wurde die neue Sparte von Carsten Stehle und Ingo Huber. Die beiden Männer fuhren einige Zeit mit den eigenen Kindern zum TKI-Training nach Rottweil. Vom Sinn und Nutzen der Kampfsportart überzeugt, wurde die Idee geboren, dies auch in Haigerloch anzubieten. Denn: Tai Jitsu Karate ist mehr als nur Selbstverteidigung.

Die Kampfsportart bietet zwar eine optimale Möglichkeit, seine eigenen Verteidigungskünste zu verbessern, aber sie ist auch im Sinne eines mentalen Trainings zu verstehen, das die eigene Konzentrationsfähigkeit, Entschlusskraft und das eigene Durchsetzungsvermögen erhöht. Man kann dadurch zu mehr Selbstsicherheit kommen, Grenzen erkennen und diese auch überwinden. "Für Frauen und Kinder ist es aber durchaus eine effektive Methode, um sich selbst zu verteidigen", weiß Carsten Stehle zu berichten.

Tai-Jitsu-Karate ist eine Kombination aus klassischem Karate sowie Teilen aus dem Judo und anderen Kampfsportarten. Schläge, Würfe und Haltegriffe wechseln sich ab. Entstanden sind die unterschiedlichen asiatischen Kampfsportarten mit dem damaligen Verbot, Waffen zu tragen. Es war eine waffenlose Verteidigung notwendig, quasi mit den bloßen Händen und Füßen. Karate ist deswegen als Verteidigung mit der "leeren Hand" zu verstehen, wie man auf der Homepage des Rottweiler Vereins TIK (Internetadresse: www.tki-tai-jitsu-karate.de), den Udalow leitet, lesen kann.

Es geht natürlich um mehr als ums bloße Kämpfen: Der Unterricht ist klassisch japanisch geprägt. Es herrschen strenge Regeln und vor allen Dingen ein großer Respekt voreinander und der Art, wie man miteinander umgeht. Jedes Training beginnt und endet mit einer kurzen Meditation, in der der Geist geschult wird.

Zu Beginn steht die klassische Grundschulung an, in der man erste Tritte und Schläge trainiert, lernt, wie man fällt und wie man sich aus Griffen befreit. Mit der Zeit lernt man dann immer mehr der Angriffs- und Verteidigungstechniken des Kampfsports. Mit dem Wachsen des Könnens können dann auch die Kampfsportgürtel, bis zu den Meistergürteln, den Dans, erworben werden.