Reiterfreunde Jagdhörner blasen zum Halali

Die Herbstjagd der Reiterfreunde Haigerloch wurde für Reiter und Zuschauer gleichermaßen zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Die Herbstjagd der Reiterfreunde Haigerloch wurde für Reiter und Zuschauer gleichermaßen zu einem unvergesslichen Erlebnis. © Foto: Carola Lenski
Haigerloch / Carola Lenski 10.10.2017

Am Sonntag riefen in Weildorf die Jagdhörner des Hegerings Haigerloch zur traditionellen Herbstjagd der Reiterfreunde Haigerloch.

Beim Hagastall gaben sich diese und viele Reiter aus nah und fern gegen Nachmittag ein Stelldichein. Nach dem Servieren des obligatorischen Bügeltrunks  begrüßte Rainer Roth von den Reiterfreunden die reitenden Gäste und zahlreiche Beobachter des Jagdgeschehens.

Im Gedenken an den im Dezember 2016 gestorbenen Horst Bok, der über 40 Jahre bei den Reiterfreunden überaus aktiv wirkte und selbst noch bis ins hohe Alter die Herbstjagd zu Ross begleitete, wurde eine Schweigeminute eingelegt. Ihm zu Ehren ertönte aus den Jagdhörnern die Ehrenfanfare, bevor sie das Signal zum Aufgalopp gaben.

Rund 30 Reitersleute, aufgeteilt in zwei Felder (ein springendes und ein nicht springendes Feld), ritten auf die etwa 26 Kilometer lange Strecke mit 17 Hindernissen und vier Wasserdurchgängen.

Den Fuchsschwanz hatte Uwe Meißner an die Schulter seines Reitrocks geheftet. Er ritt dem springenden Feld voran, dicht gefolgt von Sylvia Kurnaz, welche die Reiter als Master auf die Fährte des „Fuchses“ führte. Im nicht springenden Feld gab Joachim Strobel den „Fuchs“ und Rainer Roth führte die Reiter als Master.

Zahlreiche Zuschauer blieben dem spannenden Jagdgeschehen, das über den Birkhof zum Hospach und von dort in Richtung Heiligenzimmern und danach am Haldenhof vorbei führte, mit dem Auto auf den Hufen, um die unblutige Hatz durch Wald und Wiesen an den Sichtplätzen hautnah zu verfolgen. Den Tross führte Konrad Welte im beflaggten Streckenfahrzeug an.

Der Schlussgalopp, das Rennen um die Beute, den Fuchsschwanz, fand am Hagastall statt. Als schnellster Reiter beim springenden Feld ritt Steffen Kriest aus Aichtal über die Ziellinie und holte sich damit den Fuchsschwanz. Zum dritten Mal in Folge, als Schnellste im nicht springenden Feld, ergatterte Monika Schmidt aus Gärtringen die begehrte Trophäe. Das Reitervolk wurde mit Schleifen geehrt.

Fritz Pape aus Sindlingen hielt die anschließende Jagdkritik. Dabei hob er besonders die Organisation im Hintergrund hervor sowie die sehr disziplinierte und gesittete Reiterei in den Feldern. Dankbar zeigte er sich gegenüber den Landwirten und Förstern, über deren Flächen die Jagd gehen durfte sowie dem DRK Haigerloch, das die Jagd begleitete. Mit dem Halali der Jagdhornbläser endete ein großartiger, kalter, aber trockener Jagdtag. Im Hagastall klang dieser auf unterhaltsame Weise und bei einem schmackhaften Essen aus. Für die Teilnehmer war es ein sportlich fordernder Tag, für die Zuschauer ein einzigartiges Erlebnis.

Die Jagd – eine alte Tradition

Die Jagd zu Pferd auf lebendes Wild ist in Deutschland seit 1934 verboten. Inhalt der Herbstjagd ist es, Tradition und Kultur nicht zu vergessen, sie in zeitgemäßer Sportlichkeit weiter leben zu lassen.

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