Haigerloch INTERVIEW · MIT DEM NEUEN LEITER DER SEELSORGEEINHEIT ST. ANNA: Papst Franziskus lebt es uns vor

Pfarrer Michael Storost feiert heute Abend in der der Haigerlocher St. Annakirche seine erste Heilige Messe. Foto: Wilfried Selinka
Pfarrer Michael Storost feiert heute Abend in der der Haigerlocher St. Annakirche seine erste Heilige Messe. Foto: Wilfried Selinka
WILFRIED SELINKA 14.12.2013
Ab 15. Dezember beginnt Pfarrer Michael Storost seinen Dienst als Leiter der Seelsorgeeinheit St. Anna und wird heute Abend um 18.30 Uhr seine erste Messe in St. Anna abhalten.

Der neue Pfarrer Michael Storost ist Nachfolger von Pfarrer Wolfgang Laaber, der im September aus gesundheitlichen Gründen nach Freiburg verabschiedet wurde. Diese Woche ist er in das leer stehende Pfarrhaus in Hart eingezogen. "Allerdings fehlt dort noch die Küche. Aber als gelernter Koch ist für mich das Improvisieren kein Problem", sagt Storost.

Beim künftigen Wohnsitz in Haigerloch, im Kaplaneihaus gegenüber der St. Annakirche, müssen noch umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, was bis zu einem Jahr dauern kann.

An diesem Adventswochenende wird Pfarrer Storost die ersten Gottesdienste in der Seelsorgeeinheit feiern. "Darauf freue ich mich sehr, vor allem auf die Begegnungen und Gespräche mit meinen Mitchristen", sagte er, als die HZ ihn gestern im Haigerlocher Pfarrbüro besuchte.

Herr Pfarrer Storost, kannten Sie Haigerloch bereits vor ihrem Dienstantritt?

MICHAEL STOROST: Ja, ich war bereits als Ministrant anlässlich eines Ausfluges in Haigerloch, wo in der Barockkirche St. Anna unserer damaliger Pfarrer mit uns eine Messe zelebriert hat. Darüber ist mir Haigerloch durch sein Schloss und den Atomkeller bekannt. Mit der Stadt selbst und mit der Seelsorgeeinheit St. Anna und später auch mit der Seelsorgeeinheit Eyachtal werde ich mich nun nach meinem Dienstantritt näher beschäftigen.

Wie ist ihr beruflicher und priesterlicher Werdegang?

STOROST: Ich bin 49 Jahre alt und stamme aus dem Schwarzwaldort Bad Griesbach im Renchtal. Nach dem Besuch der Hauptschule und einer Kochlehre besuchte ich das Seminar St. Pirmin in Sasbach und machte dort 1987 mein Abitur. Von 1987 bis 1992 schloss sich ein Studium der Theologie in Freiburg und München an. 1994 wurde ich in Freiburg zum Priester geweiht. Nach Vikarsstellen in Lauda bei Tauberbischofsheim und Rheinfelden-Karsau sowie einer Vertretungsstelle bei Villingen, war meine erste Pfarrstelle ab dem Jahr 2000 als Leiter der Seelsorgeeinheit Forst-Weiher bei Bruchsal. Mit Schreiben des Erzbischöflichen Ordinariates bin ich zum 15. Dezember als Leiter der Seelsorgeeinheit St. Anna bestellt.

Wie sehen sie ihre Aufgabe in der Seelsorgeeinheit St. Anna mit etwas mehr als 4000 Katholiken?

STOROST: Die Kirche hat derzeit viele Baustellen. Eine tatsächliche wird im Frühjahr mit der Außen- und Innensanierung der Schlosskirche angegangen. Ich bringe dabei gewisse Erfahrungen als Bauherr mit, da in bisherigen Pfarrgemeinden, wo ich war, ebenfalls Umbauten an Kirchendächern, Glockentürmen und gemeindlichen Gebäuden, wie Kindergärten, anstanden. Darüber hinaus gilt es nun, jeder einzelnen Gemeinde der Seelsorgeeinheit - mit Haigerloch, Bittelbronn, Gruol, Heiligenzimmern und Weildorf - Strukturen zu schaffen und auszubauen, damit den pastoralen und seelsorgerischen Belangen Rechnung getragen werden kann. Dabei wird auf die Laien vor Ort, wie dem Pfarrgemeinderat oder, wenn diese Gremien verkleinert werden, einem zu gründenden Gemeindeteam mehr Verantwortung zukommen. Sie sollen dann zusammen mit dem Pfarrer das Sprachrohr der Gemeinde bilden. Ich setze mich in allen Gemeinden für eine Stärkung der Basis vor Ort ein, denn wenn die nicht mehr da ist, bricht alles zusammen. Deshalb werde ich das Gespräch und den Kontakt mit möglichst vielen Mitchristen suchen. Ich bin offen für Neues und Unkonventionelles, wie es uns Papst Franziskus vorlebt. Unsere Kirche wird nicht untergehen, sie wird sich aber öffnen und verändern.

Info Die Gottesdienste mit Pfarrer Storost sind: heute, 14. Dezember, 18.30 Uhr, in St. Anna sowie morgen, 15. Dezember, 8.30 Uhr, in Heiligenzimmern und um 10 Uhr in Gruol, jeweils in der Pfarrkirche.