Seit zwei Amtsperioden ist Hermann Heim Ortsvorsteher in Trillfingen. Nun verlässt er die kommunalpolitische Bühne. In der Ort­schaftsratssitzung zog er Bilanz über die vergangenen zehn Jahre.

Großen Raum nahm dabei die bauliche Entwicklung Trillfingens ein. So wurde vor zehn Jahren das Schuppengebiet „Rottenburger Kreuz“ ausgewiesen. Es folgte der Bebauungsplan „Hinter Gärten/Bergen II“ mit dem Endausbau mehrerer Straßenzüge sowie das Neubaugebiet „Am Bickeler“, in dem erst letztes Jahr 15 neue Bauplätze erschlossen wurden.

Viel wurde in die Infrastruktur investiert. An vorderster Stelle nannte Heim den Breitbandausbau. „Das schnelle Internet hat uns über die gesamte Zeit beschäftigt und wird uns weiter beschäftigten“, so der Ortsvorsteher, der auch an das „DSL-Fest“ erinnert. Bei dieser in der Region bislang einmaligen Initiative zogen alle Trillfinger Vereine an einem Strang und leisteten am Ende mit 9000 Euro einen finanziellen Beitrag zum DSL-Ausbau. Heute steht in fast allen Gebieten des Ortes eine Leistung von 50 MBit pro Sekunde zur Verfügung.

Auch die innerörtliche Entwicklung wurde nicht vernachlässigt. Drei Abbruchhäuser am Dorfplatz sind einem modernen Geschäftshaus gewichen, in dem neben der AUT-Steuerberatungsgesellschaft Amann auch die Bäckerei Sehne eine Filiale mit Café eröffnet hat, die laut Ortsvorsteher Heim auch von Kunden außerhalb Trillfingens sehr gut angenommen wird. Den Neubau bezeichnete Heim als einen „Glücksfall für Trillfingen“.

Eine weitere Errungenschaft im Ortszentrum ist das neue „Generationenplätzle“. Mit Fingerspitzengefühl und einem Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum wurde ein Platz mit Aufenthaltsqualität geschaffen. Sitzbänke, Sitzstufen, Wasserspiele und Platanen laden zum Verweilen ein. Mitglieder des Ortschaftsrates steuerten auch Eigenleistungen bei.

Abgeschlossen wurde nach fast 30 Jahren die Flurbereinigung „Haigerloch Nord“ auf den Markungen Trillfingen, Hart und Bad Imnau. Im Zuge des Verfahrens wurde in Trillfingen ein separater Gehweg zum Friedhof angelegt, den die Flurbereinigung mit 40 000 Euro mitfinanzierte. Vom Parkplatz beim Obst- und Gartenbauverein bis zum Friedhof wurde ein weiterer weg angelegt und dort als Erinnerung an den Abschluss der Flurbereinigung eine Stele errichtet. Wie Hermann Heim mitteilte, wird am 12. Juli 2019 im Trillfinger Vereinsheim die Abschlussveranstaltung der Flurbereinigung stattfinden

Des Weiteren erwähnte Heim das neue Regenrückhaltebecken Roman-Stelzer-Straße, das künftig die Hochwassergefahr für die Gebäude in dieser Straße minimieren wird. Viel bewegt hat man auch in und bei der Mehrzweckhalle. Unter Mithilfe der Vereine wurden die Seitenwände mit einem neuen Filzbelag verkleidet, ein neuer 30 000-Liter-Heizöltank eingebaut und weitere Sanierungsarbeiten in Duschen und Umkleiden vorgenommen. Die Asphaltierung des Festplatzes wurde unter Mithilfe von Narren- und Sportverein und des Ort­schaftsrats erweitert, ebenso der Glascontainer-Standort bei der Mehrzweckhalle.

Mehrfach ein Thema im Ortschaftsrat war der Friedhofs, zuletzt wegen der geplanten Baumgrabeunrenanlage gegenüber der Aussegnungshalle. Für die Spielplätze beim Schützenhaus und beim Vereinsheim wurden neue Spielgeräte beschafft, teilweise finanziert durch erradelte Kilometer bei der „Tour de Ländle“ und Fördergelder der Sparkassenstiftung Zollernalb. Auch der kirchliche Kindergarten konnte über das Crowdfunding-Projekt der Volksbank Hohenzollern-Balingen und weitere Spenden neue Spielgeräte anschaffen.

Ein herber Verlust für Trillfingen war die Schließung beider Bankfilialen kurz hintereinander. Dafür konnte die Grundschule am Ort gehalten werden und wird als Außenstelle der Witthauschule geführt.

Die Förderung der Vereine und Organisation war auch ein wichtiges Anliegen. So wurden 2012 und 2017 zwei Dorffeste veranstaltet sowie ein neuer Standort für Christ-, Narren- und Maibaum festgelegt und mit einem neuen Ständer versehen. Bei der Feuerwehr konnte ein neues Löschfahrzeug in Dienst gestellt werden.

Abschließend dankte Ortsvorsteher Heim allen ehrenamtlichen Kräften im Ort, in den Vereinen und im Ortschaftsrat, die durch Zusammenhalt und Tatkraft „der Stadt Geld gespart haben”. Besondere Anerkennung ging an den stellvertretenden Ortsvorsteher Karl-Anton Lang und Verwaltungsleiterin Claudia Mysliwietz. Hermann Heims Fazit: „Ich glaube, es ist uns gelungen, zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in Trillfingen zu arbeiten.”

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Einwohner hat Trillfingen in den vergangenen fünf Jahren verloren: Während zum Jahresende 2013 noch 1391 Trillfinger registriert waren, lag die Zahl Ende 2018 bei 1349.