Stefanie Alraune und Hans Siebert hatten am Freitagabend zusammen mit dem Haigerlocher CDU-Stadtverband Wirtschaftsminiserin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL zu Gast in der Ausstellung „Alraunes Schönheitsklinik“. Einem Rundgang durch die Ausstellungsräume im ehemaligen Gasthaus-Hotel Schwanen schloss sich ein Austausch über das Thema „Tourismus, Kunst, Kultur und Gastronomie in Haigerloch“ an.
Die Zahl der Anwesenden war wegen Corona begrenzt. Anwesend waren interessierte Gäste, CDU-Mitglieder, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Theresa Burkhardt vom Kulturbüro, Vertreter des Vereins „Haigerloch Aktiv“ und des Fördervereins Städtepartnerschaft Noyal.
Es wurde ein Film über die einzigartige Kunst Alraunes gezeigt, die seit acht Jahren in Haigerloch lebt, arbeitet und ausstellt. Mit Bedauern nahm man zur Kenntnis, dass die aktuelle Ausstellung die letzte in Haigerloch sein wird und am 1. November endet.

Jährlich 10 000 Besucher

Nicole Hoffmeister-Kraut attestierte dem Ehepaar Siebert, dass es mit seinen Ausstellungen Haigerloch und die Region mit einer Attraktion und jährlich 10 000 Besuchern bereichert habe. „Die Ideen, die Kreativität und künstlerische Qualität suchen Ihresgleichen“, stellte die Ministerin fest. Die Schließung des Panoptikums bedeute „einen großen Verlust für Haigerloch inmitten einer Kulturlandschaft“. Haigerloch sei ein „lebendiger Ort“. Das Schloss oder auch die Schlosskonzerte strahlten in die ganze Region.

Siebert: „Wir schaffen es nicht allein“

Hans Siebert erklärte offen, warum das Ehepaar Haigerloch verlässt. „Wir schaffen es nicht alleine. Wir haben es versucht. Doch wir bekommen zu wenig Unterstützung durch die Stadt und aus der Bevölkerung“, so  Siebert. Das ehemalige Hotel-Restaurant mit seinen 20 Zimmern, Toiletten und Duschen sei sehr teuer im Unterhalt. Siebert kritisierte, dass die Kulturschaffenden der Stadt zu wenig vernetzt seien, und zu wenig für  das große kulturelle Angebot und die Haigerlocher „Museumsinsel“ geworben werde. Um als  Kunst-, Museums- und Kulturstadt bekannt zu werden, sei ein professionelles Stadtmarketing nötig.

Förderung für Stadtmarketing und Städtepartnerschaft?

Martin Sprissler vom Verein Haigerloch Aktiv hakte gleich bei der Ministerin nach, ob es dafür Förderprogramme gibt. Die Einrichtung einer Stelle für Stadtmarketing sei allein Aufgabe der Stadt, dämpfte die Ministerin die Hoffnungen auf Unterstützung durch das Land. Haigerloch sei jedoch mit dem ehemaligen Brauereiareal in das Landessanierungsprogramm eingebunden und könne zudem Zuschüsse aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) beantragen. Es würden immer wieder auch Sonderprogramme aufgelegt. Ansprechpartnerin für Bürgerbeteiligung generell sei Staatsrätin Gisela Erler vom Staatsministerium.

Ministerin im Dialog mit Selbstständigen und Geschäftsleuten

Eine ähnliche Antwort bekam auch Angelika Pieper vom Förderverein Städtepartnerschaft Haigerloch-Noyal sur Vilaine. Sie wollte wissen, ob es finanzielle Unterstützung für einen deutsch-französischen Austausch zum 50-jährigen Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2022/2023 geben könnte. Ein Buch über die Haigerlocher Partnerschaft wurde der Ministerin als Geschenk überreicht.
Hoffmeister-Kraut nahm sich in Haigerloch die Zeit, mit anwesenden Geschäftsleuten und Selbständigen über deren Probleme in Corona-Zeiten zu sprechen. Kristin-Koschani Bongers dankte der Wirtschaftsministerin für die Soforthilfen des Landes für Selbstständige: Ein Dank ging an das Ehepaar Siebert für dessen mehrjährige „Kulturarbeit für die Stadt“.
„Die Stadt Haigerloch als Perle mit ihren Kunst- und Kulturschätzen ist es wert, als eine Kette zusammengefügt und gefördert zu werden, damit Menschen gerne hier leben, in der Stadt bleiben und auch Fremde gerne das Städtchen besuchen“, sagte Nicole Hoffmeister-Kraut abschließend.

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