Haigerloch / WILFRIED SELINKA Zur Südwestdeutschen Saatzucht GmbH & Co KG gehört die frühere fürstlich-hohenzollerische Domäne "Seehof" in Haigerloch, die als Saatzucht- und Landwirtschaftsbetrieb 400 Hektar Boden bewirtschaftet.

Zollernspelz und Oberulmer Rotkorn, Albleisa und Streuobst: Lebensmittel aus heimischen Gefilden stehen hoch im Kurs. Der Seehof in Haigerloch ist in diesem Bereich ein Vorzeigeunternehmen. Die frühere fürstlich-hohenzollerische Domäne gehört zur Südwestdeutschen Saatzucht, Rastatt und bewirtschaftet als Saatzucht- und Landwirtschaftsbetrieb 400 Hektar Boden. Am Mittwoch war der Gemeinderat auf dem Gutshof zu Gast.

Geschäftsführer Rolf Späth und Gutsverwalter Christoph Stober nahmen die Stadträte mit auf einen Rundgang über die Felder. Dabei wurde auch der neue Radweg von Stetten nach Trillfingen besichtigt, für den der Seehof Gelände abgetreten hat. Von den rund 400 bewirtschafteten Hektar liegen die meisten auf Markung Haigerloch Richtung Schloss und Kirchlesäcker, sowie in Richtung Hart und Trillfingen, wobei durch das Flurbereinigungsverfahren viele zusammenhängende Flächen gepachtet werden konnten.

Gutsverwalter Christoph Stober erläuterte die Grundzüge der Pflanzenzüchtung und deren Vermehrung, die strengen Auflagen des staatlichen Sortenamts unterworfen sind. Eingesetzt zur biodynamische Düngung wie Gärsubstrate aus Biogasanlagen. Die derzeit sechs ständigen Mitarbeiter/innen werden bei der Erntearbeit von rund 25 bis 30 Erntehelfern unterstützt.

Dass Saatgut aller Getreidearten und auch alter Getreidesorten wie Dinkel wird nach der Ernte auf dem Seehof selbst aufbereitet, gereinigt, getrocknet, gewogen und über einen Absackstand verfüllt. Hierzu stehen Lagerkapazitäten von über 3000 Tonnen in Silos und als Flachlager zur Verfügung. Der Seehof ist zudem Vermarktungsbetrieb und gibt sein Saatgut an weitere Vermehrer sowie an den Endverbraucher über die Lagerhäuser der BayWa ab. Dargestellt wurden in interessanten Details die Abläufe der Saatzucht und der Saatgutvermehrung, wobei auch nach Auftrag produziert wird. Dabei geht alles, was nicht Saatgut wird, in den Konsum Richtung Getreidemühle.

Christoph Stober machte darauf aufmerksam, dass im Hofgut Seehof auch alte Sorten wie Dinkel wieder ihren Platz haben, die als "Oberulmer Rotkorn" oder "Zollernspelz" in die Bioverarbeitung gehen. "Späths Albleisa" werden dagegen nicht mehr auf dem Seehof, sondern auf der Schwäbischen Alb angebaut und verarbeitet. Inzwischen habe man auch mit dem Anbau von Streuobst begonnen, um zum einen alte Regionalsorten wieder aufleben zu lassen, zur Saft- und Mostproduktion und zu einer Verbesserung des Landschaftsbildes beizutragen. Angebaut wird in Haigerloch als Erweiterung des Kulturspektrums Triticale und Mais für die Bioenergiegewinnung und zur Abfederung von Marktschwankungen.