Haigerloch Handwerk hat Zukunft

Lehrabschlussfeier der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb in Haigerloch: Die Innungssieger und Preisträger mit Geschäftsführer Jürgen Gress und Kreishandwerksmeister August Wannenmacher (links) sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Rainer Neth. Foto: Selinka
Lehrabschlussfeier der Kreishandwerkerschaft Zollern-Alb in Haigerloch: Die Innungssieger und Preisträger mit Geschäftsführer Jürgen Gress und Kreishandwerksmeister August Wannenmacher (links) sowie dem stellvertretenden Geschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Rainer Neth. Foto: Selinka
Haigerloch / WILFRIED SELINKA 01.10.2012
Der Stolz über das Erreichte war ihnen anzumerken: 150 bisherige Auszubildende in den verschiedensten Handwerksberufen bekamen in Haigerloch bei der traditionellen Lossprechung ihre Zeugnisse.

"Das Handwerk hat Tradition und Zukunft" - mit diesem Leitwort begrüßte Kreishandwerksmeister August Wannenmacher die 150 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker zur traditionellen Herbst-Lehrabschlussfeier. Zahlreiche Angehörige waren mitgekommen. Vertreten waren die Innungen und Ausbildungsbetriebe, aus der Politik Landrat Günther-Martin Pauli, und von Seiten der Handwerkskammer deren stellvertretender Hauptgeschäftsführer Rainer Neth und Ausbildungsberater Michael Wittich.

Zur aktuellen Lage machte Kreishandwerksmeister August Wannenmacher deutlich, dass im Handwerk dank der hohen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nur geringe Rückgänge bei den Ausbildungsverträgen zu verzeichnen waren - und in manchen Ausbildungsberufen mangels Bewerber sogar Lehrstellen unbesetzt blieben.

Auf Platz vier mit 41 Prozent rangiert derzeit der Handwerker nach dem Arzt, der Krankenschwester und dem Lehrer in der Rangfolge der angesehensten Berufe. Dies sei, so Wannenmacher, nichts Neues, denn im Handwerk wisse man um die Qualität der Handwerker und der Qualität der Ausbildung im Handwerk.

"Woran wir noch arbeiten müssen, ist unsere Selbstdarstellung und unser Selbstbewusstsein", stellte der Kreishandwerksmeister fest, denn kaum ein anderes Berufsfeld biete so vielfältige, abwechslungsreiche und kreative Möglichkeiten wie das des Handwerkers. Das neue Selbstbewusstsein des Handwerks dokumentierten die frisch gebackenen Gesellen in anschaulicher Weise mit ihrer Jugendlichkeit, ihrem Engagement und ihrer Begeisterungsfähigkeit. Mit ihnen kämen frischer Schwung, neue Ideen und Entwicklungen in die Berufsfelder, so dass Fortschritt erlebbar werde und das Handwerk für neue Entwicklungen und Innovationen offen bleibe. Der Kreishandwerksmeister ermutigte dazu, sich über den erreichten Abschluss zu freuen, sich aber nicht auf diesen Lorbeeren auszuruhen. "Lebenslanges Lernen und ständige Weiterbildung sind Themen, denen Sie sich nicht verschließen dürfen." Weiter forderte Wannenmacher dazu auf, auch das "Selbstbewusstsein zu leben". So startet das Handwerk dieses Jahr mit dem neuen Slogan "Wir sind Handwerker, wir können das" oder " Ich bin Handwerker, ich kann das". "Wir sind innovativ, ohne den Blick fürs Machbare zu verlieren. Wir sind offen für Neues, ohne das Bewährte zu vernachlässigen. Wir sind leistungsbereit, ohne die Qualität zu vergessen." Bei allem dürfe der Mensch nicht vergessen werden, denn der Handwerker habe es mit Menschen zu tun, die bereit seien, für die Leistung zu bezahlen.

Bevor es die Auszeichnungen für die Innungssieger und die Gesellenbriefe gab, war es das "Bisinger Brettle" (mit Ingo Dollenmaier, Timo Dotzauer und Andreas Fiedler), das mit schwäbischen Liedern in der Farbigkeit des Dialektes, mit Wort- und Sprachspielereien erheiterte und dafür viel Beifall einheimste. Eine schmissigen Abordnung der Stadtkapelle übernahm den musikalischen Part der Lehrabschlussfeier.

Der feierlichen Lossprechung schloss sich ein Stehempfang im Foyer der Witthauhalle an.