Hart Hallensanierung schwer im Verzug

So soll die sanierte und erweitere Mehrzweckhalle aussehen, wenn sie fertig ist. Aber mit den Arbeiten ist man schwer in Verzug geraten. Erst im Juni, vielleicht sogar erst im September soll die 13-monatige Bauzeit starten.
So soll die sanierte und erweitere Mehrzweckhalle aussehen, wenn sie fertig ist. Aber mit den Arbeiten ist man schwer in Verzug geraten. Erst im Juni, vielleicht sogar erst im September soll die 13-monatige Bauzeit starten. © Foto: Architekt
Hart / Carola Lenski 09.03.2018
Im Förderverein Vereinsgemeinschaft Hart wurde über die Verzögerungen bei der Hallensanierung diskutiert.

Nach einem Baustopp im vergangenen Sommer gibt es zum Stand der Sanierungsarbeiten in der Mehrzweckhalle Hart offenbar immer mehr Fragen und kritische Worte, auch aus der Bevölkerung. Dazu nahm in der ersten Hauptversammlung des eigens für das Projekt gegründeten Fördervereins dessen Vorsitzender Jörg Biesinger Stellung.

Biesinger betonte, dass die Terminschiene mit Architekt Stefan Beuter sowie der Stadtverwaltung stets abgestimmt gewesen sei. Im Juli 2017 hätte die Halle abgebrochen werden müssen, um den Zuschuss aus dem Ausgleichstock nicht zu gefährden. Die Abbruchgenehmigung des Landratsamtes sei mit deutlichem Verzug erst am 22. August 2017 eingegangen. Da sich Ausschreibungen und Baubeginn immer weiter verzögert hätten, habe die Vereinsgemeinschaft in Abstimmung mit Architekt Beuter auch den Start der Abbrucharbeiten verschoben. Es sei geplant gewesen, dass der Gemeinderat die Ausschreibungen im Januar auf den Weg bringt und die Abbrucharbeiten nach Ostern beginnen können.

Allerdings seien in der Zwischenzeit auch Überlegungen angestellt worden,  den Kindergartenräume im Untergeschoss der Halle gleich mitzusanieren. Weil der Architekt hierzu einen Gemeinderatsbeschluss habe abwarten müssen, hätten sich die Ausschreibungen erneut verzögert.

In der Februar-Sitzung des Gemeinderates stellte Stefan Beuter die Planungen für die Kindergartensanierung vor (wir berichteten) – mit dem Ergebnis, dass der Gemeinderat zwar die Ausschreibung der Bauarbeiten, aber nicht die Kindergartensanierung und die dadurch entstehenden Mehrkosten genehmigt hat.

Wie Jörg Biesinger weiter berichtete, sei jetzt mit einem Baubeginn Ende Juni/Juli zu rechnen, wegen der Handwerkerferien aber vielleicht auch erst Anfang September. Man gehe von einer Bauzeit von 13 Monaten aus.

SV Hart besorgt über Zeitplan

Über die rechtzeitige Fertigstellung der Halle – ursprünglich war Juni/Juli 2019 geplant – machte sich auch Sportvereinschef Dietmar Krüger Sorgen. Der Sportverein (SV) Hart feiert im Jahr 2019 sein 100-jähriges Jubiläum. Durch die Hallensanierung fielen auch die Dusch- und Umkleidekabinen für den Verein weg. Müsste man entsprechende Container dafür mieten, wäre dies mit hohen Kosten verbunden. Die Hallensanierung wirke sich stark auf das Vereinsleben aus. So müsse der SV Hart seine Spiele in Owingen austragen und es seien Einnahmen aus eineinhalb Jahren weggebrochen. Auch Michael Keßler, 2. Vorsitzender des SV, forderte bis zum Jubiläum „wenigstens funktionsfähige Duschen und Kabinen“.

In den sozialen Medien kursierende Gerüchte, die Halle sei eine „totale Fehlplanung“, wies der Vorstand entschieden zurück. Auch stellte er klar, dass der Kindergarten einen neuen Zugang mit Weg bekomme. Die Kosten hierfür seien in dem vom Gemeinderat freigegebenen Kostenvolumen von 1,64 Millionen Euro enthalten.

Detailliert wurde in der Hauptversammlung, die am vergangenen Freitag im Sportheim stattfand, über die Aktivitäten im ersten Vereinsjahr berichtet. Für das Ausräumen der Halle und erste Abbrucharbeiten gab es neun Arbeitseinsätze. Dabei leiteten 22 Helfer 280 Arbeitsstunden. Demontiert und entsorgt wurden Küche, WC, Heizungsinstallation, Beleuchtung und Elektroarbeiten, Wandverkleidung und Hallenboden. Die Garagentore wurden entfernt. Das  Inventar wurde in der Scheune untergebracht. Am 15. Juli sei dann ein Baustopp angeordnet worden, seither stünden die Bauarbeiten still, so Biesinger.

Schriftführer Ingo Biesinger blickte außerdem zurück auf die Gründungsversammlung im Dezember 2015, die Eintragung ins Vereinsregister am 27. Dezember 2016 und den Abbruchbeginn mit Abbruchparty im Juni 2017.

Kassier Michael Schill berichtete über erfreuliche Finanzen. Der Verein hat inzwischen ein Guthaben von 36.538 Euro, Mitgliedsbeiträge noch nicht eingerechnet. Die drei größten Vereine Harts, der Narren-, Sport- und Musikverein, steuerten dazu jeweils 5000 Euro bei. An Spenden wurden rund 25 000 Euro gesammelt. Der Förderverein muss zu der 1,64 Millionen Euro teuren Hallensanierung 35.000 Euro beisteuern und die Ausstattung mit zirka 65.000 Euro wohl selbst aufkommen, benötigt also insgesamt zirka 100.000 Euro. Um Geld in die Kasse zu bekommen, läuft eine Bausteinaktion. Die Spendenbereitschaft sei sehr zufrieden stellend, stellte Jörg Biesinger fest. Man hoffe weiter auf rege Beteiligung. Die Kassenprüfer Egidius Kessler und Wolfgang Fechter attestierten Schill eine einwandfreie Kassenführung.

Nach der Entlastung und den Neuwahlen, bei der es nur eine Veränderung gab (Uwe Schmid ist Beisitzer statt Hubert Kessler), stellte Ortsvorsteher Thomas Bieger fest, dass die Halle vom Förderverein nicht nur entkernt, sondern auch der Abfall entsorgt wurde, ohne dass dies die Stadt einen Cent gekostet hätte. Bieger war fast bei allen Arbeitseinsätzen dabei. Jörg Biesinger sprach ihm für seine „überragende Unterstützung“ auf kommunalpolitischer Ebene großen Dank aus.

Harter Vereine unter einem Dach

Der Förderverein Vereinsgemeinschaft Hart wurde eigens für die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle gegründet. Der Verein hat ein Trio als Führungsspitze. Dies sind Jörg Biesinger vom Narrenverein, Michael Keßler vom Sportverein und Phillip Kessler vom Musikverein.

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