Herbe Rückschläge durch zwei Todesfälle hatte der Verein Gesprächskreis Ehemalige Synagoge Haigerloch im vergangenen Jahr zu verkraften.

Der Vorsitzende Helmut Opferkuch gedachte der Verstorbenen Friedbert Tausch und Helmut Gabeli in der Mitgliederversammlung mit bewegten Worten.

Gedacht wurde in der Schweigeminute auch der beiden ebenfalls im vergangenen Jahr gestorbenen, letzten jüdischen Mitbürgern Haigerlochs, Ruth Ben David, Israel, und Henry Schwab, New York.

Schriftführerin Margarete Kollmar ließ in ihrem Jahresbericht nochmals alle Ereignisse und Veranstaltungen des vergangen Jahres vorbeiziehen, die der Vorstand in sechs Sitzungen vorbereitet hatte.

Da ging es zunächst um die Organisation des laufenden Betriebs der Aufsicht innerhalb der regelmäßigen Öffnungszeiten in der Dauerausstellung „Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern“ im ehemaligen Synagogengebäude. Dank des Einsatzes vor allem auch von Jugendlichen ist es Margit Klingler stets gelungen, die nötigen Personen zu gewinnen, wobei der Verein bei den Aufsichten noch Verstärkung gebrauchen kann.

Zum laufenden Betrieb gehören auch Führungen von Gruppen, von denen vergangenes Jahr 40 durch die ehemalige Synagoge und das jüdische Viertel (geleitet von Viola Faiß, Robert Frank, Margarete Kollmar, Gisela Schumayer und Mechthild Fingerle), führten.

Ein großer Erfolg war im vergangenen Jahr der Bücherflohmarkt über die Pfingsfeiertage anlässlich der Tage der Kunst und Kultur.

Darüber hinaus gab es in und um die ehemalige Synagoge weitere Veranstaltungen, so mit Filmen, Gesang und szenischer Darstellung anlässlich der Gedenkfeier zum 9. November sowie zum Israelsonntag im August.

Schatzmeister Roland Hönisch wies eine gute Entwicklung der Finanzen durch die Basisförderung des Landes und Spendeneingänge nach.

Die Dauerausstellung wurde im vergangenen Jahr von 2531 Gästen besucht, was eine Zunahme von knapp 1000 Gästen bedeutete.

Kassenprüfer Robert Breinig, der mit Konrad Wiget die Kasse geprüft hatte, bescheinigte eine tadellose Buchführung und beantragte Hönischs Entlastung. Sie wurde ebenso einstimmig gewährt wie die für den gesamten Vorstand.

Aus beruflichen und familiären Gründen steht Roland Hönisch künftig nicht mehr als Schatzmeister zur Verfügung, seine Nachfolge tritt Manfred Pfeffer an, zunächst kommissarisch für ein Jahr.

Joachim Mohr, der seit 15 Jahren die Homepage gepflegt hat, wird nun von Matthias Schom vom Gymnasium Haigerloch abgelöst.

Einen umfangreichen Dank für die Arbeit des Synagogenvereins gab es am Ende der Versammlung vom Geschäftsführer des Gedenkstättenverbunds Gäu-Neckar-Alb, Martin Ulmer . 40 Führungen durch die Ausstellung nannte er eine stolze Bilanz.

Angebote des Synagogenvereins


Termine Die zweite Vorsitzende Gisela Schumayer machte die Mitglieder mit den diesjährigen Veranstaltungen bekannt. Die nächste ist am Sonntag, 19. Mai, 17 Uhr, mit dem Politik- und Religionswissenschaftler Josef Rothschild aus Tübingen. Er spricht über „Leben und Sterben im jüdischen Denken”. Am 26. Mai und 1. September finden Führungen durch das jüdische Wohnviertel Haag, durch die Synagoge Mikwe und über den jüdischen Friedhof mit Margarete Kollmar statt. Am Sonntag, 23. Juni, veranstaltet Viola Faiß im ehemaligen jüdischen Wohnviertel Haag einen Familientag, bei dem es vor der ehemaligen Synagoge auch Spiel- und Bastelmöglichkeiten für Kinder sowie Kaffee und Kuchen gibt. Das Programmjahr wird am 9. November mit der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht 1938 abgeschlossen.