Haigerloch Haigerlocher Römerturm nach Sanierung bald wieder für Besucher geöffnet

Die noch verhüllten Uhren des Haigerlocher Römerturms zeigen wieder die Stunden an und auch die Glocken läuten wieder. Nach dem Abbau des Gerüst können auch bald wieder Touristen das Wahrzeichen der Stadt besichtigen.
Die noch verhüllten Uhren des Haigerlocher Römerturms zeigen wieder die Stunden an und auch die Glocken läuten wieder. Nach dem Abbau des Gerüst können auch bald wieder Touristen das Wahrzeichen der Stadt besichtigen. © Foto: Selinka
Haigerloch / WILFRIED SELINKA 07.06.2016
Jetzt schlägt die Uhr des Römerturms den Haigerlochern wieder die Stunde. Auch das von vielen schmerzlich vermisste Glockenläuten ist wieder da.

Viele Monate lang stand die Uhr des Haigerlocher Wahrzeichens konsequent auf 5.30 Uhr. Zuletzt fehlten auch noch die Ziffernblätter, weil sie zur Reinigung und Farbauffrischung in der Werkstatt waren. Die Glocken waren ganz verstummt. Aber jetzt ist fast alles wieder beim Alten. Der Römerturm ist zwar noch eingerüstet, aber die Uhr läuft und die Glocken schlagen wie früher jede Viertelstunde.

Die Sanierungsarbeiten am Turmhelm waren umfangreich. Der Strom für das Geläut und die Uhr waren längst abgedreht, als im August die Gerüstbauer kamen. Mitte September legten dann die Zimmerer los. Die Handwerker hatten viel zu tun. Im Lauf von Jahrzehnten wies der Turmkopfaufbau erhebliche Pilz- und Wasserschäden auf. Im Glockenstuhl stießen die Zimmerleute auf offene Zapfenlöcher im Gebälk und ausgewaschene Eichenhölzer, wo sich Nässe staute. Fehlende Verstrebungen sorgten dafür, dass sich der Turmkopf mit seinem charakteristischen Dach immer weiter verdrehte.

Im Herbst und im Winter liefen die Arbeiten unter einer weißen Schutzhaube weiter. Im Turmaufsatz des Dachtragwerkes mit seiner sternförmig ausgebildeten Balkenlage drohten durch die fehlenden Verbindungen zu den Fußpunkten die teilweise verwitterten Gesimsbalken nach unten zu kippen. Nach deren Verankerung im Traufbereich wurden nicht einsehbare Lüftungsbänder mit Insektengitter eingebaut. Auch die früheren Verklammerungen der Dachziegel waren lose und mussten erneuert werden. Saniert wurden zudem Schäden an den Sandsteinmauern durch Steinmetze, welche in aufwändiger Abseilarbeit am eigentlichen Bergfried erledigt wurden. Außerdem erhielt der Turmaufsatz einen neuen Anstrich.

Insgesamt kosten die Sanierungsarbeiten die Stadt als Eigentümer des Turmes rund 200 000 Euro. 30 000 Euro erhält die Stadt als Fördermittel von der Deutschen Denkmalstiftung aus Mitteln der Glücksspirale, weitere 30 000 Euro sind als Zuschuss beim Landesdenkmalamt beantragt.

Jetzt müssen nur noch einige Restarbeiten erledigt werden, so müssen unter anderem noch der Blitzableiter und die neu gestrichenen Fensterläden an den beiden Turmstuben angebracht werden. Danach kann das Gerüst endgültig abgebaut werden, und der Blick auf die Uhren ist wieder total frei.

Auch für die Besucher des Haigerlocher Wahrzeichens ist dann eine lange Wartezeit beendet und sie können den Turm wieder besteigen.

Schmerzlich vermisst

Touristenattraktion Viele, vor allem ältere Haigerlocher haben den Glockenklang und die vertraute Zeitanzeige am Römerturm schmerzlich vermisst, seit das Uhrwerk und die Glocken am 10. August vergangenen Jahres abgestellt wurden. Und auch den Touristen fehlte eine wichtige Attraktion, während der um 1150 erbaute Turm zur Sanierung gesperrt war.

Nachbarschaftshilfe Die Glocken des Römertrums läuten in Haigerloch auch zu den Gottesdiensten, und auch dieser gewohnte sonntägliche Klang fehlte während der Bauphase. Dies vor allem auch der evangelischen Kirchengemeinde, deren eigene Glocken wegen Statikproblemen im Kirchturm ausgebaut wurden.

SWP

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