Haigerloch Haigerlocher Pater Franz Pfaff berichtet von seiner zweiten Pilgertour in Richtung Tours

Pater Franz (links) mit seinen Wanderbegleitern Fred aus Sallanches und Frank aus Bern.
Pater Franz (links) mit seinen Wanderbegleitern Fred aus Sallanches und Frank aus Bern. © Foto: Privatfoto
Haigerloch / WILFRIED SELINKA 23.08.2016
Vom 26. Juli bis 10. August nahm Pater Franz Pfaff seine zweite Pilgertour nach Tours, von Montbeliard bis Montceau Les Mines, in Angriff.

Pater Franz Pfaff, Weißer Vater und Afrikamissionar, ist seit zehn Jahren im Missionshaus der Weißen Väter in Haigerloch tätig, vorher war er 40 Jahre in Uganda als Missionar eingesetzt. Der Weiße Vater pilgerte vor zehn Jahren von Haigerloch nach Santiago de Compostela. In den folgenden Jahren wanderte er etappenweise nach Rom. Vor zwei Jahren nahm er die erste Etappe von Haigerloch in Richtung Tours/Frankreich.

Dieses Jahr machte er weiter. Er begann da, wo er das letzte Mal aufgehört hatte. Er folgt dem Radweg EURovelo vom Rhein bis zum Atlantik. Der Weg folgt meistens den Binnenschifffahrtskanälen durch die Natur. Ein Wanderer und Pilger kann dort zur Ruhe und Besinnung finden. In kleinen und größeren Städten kann man Spuren der Geschichte finden und natürlich auch Möglickeiten zur Übernachten.

So kam Pater Franz durch Besancon, eine Stadt, die von den Römern gegründet wurde, und nach Dole. Dort wurde 1822 Louis Pasteur geboren, der herausfand, dass Mikroben und Bakterien Krankheiten verursachen. Das Verfahren, Milch zu pasteurisieren, das heißt, darin befindliche Erreger abzutöten, stammt von ihm. Dann erreichte der Pater Verdun sur le Doubs, wo 1955 ein riesiges Hochwasser enormen Schaden anrichtete. Chalon sur Saone lag auch am Weg. Dort hat Josef Nicephore Niépce die Anfänge der fotographischen Technik entwickelt.

Das Wandern unterbrach der Pater für eine kurze Zeit, um mit dem Zug zu seinem Wanderfreund Fred nach Sallanches am Fuße der französischen Alpen zu fahren. Der Gastgeber hatte noch zwei weitere Bekannte eingeladen, die mit ihm und Pater Franz zusammen von den Pyrenäen nach Santiago gepilgert waren. Nun waren es zehn Jahre seit jener Zeit und ein guter Anlass, ein kleines Jubiläum zu feiern. Das taten sie auch mit einer Bergwanderung in den französischen Alpen.

Zwei Tage später fuhr Pater Franz zurück in Richtung seines Wanderwegs. Allerdings saß er, wie er erzählt, mit fürchterlichem Zahnweh im Zug. Er sei drauf und dran gewesen, direkt heimzufahren. Aber dann gab es einen beinahe zweistündigen Aufenthalt in Annecy. Dort fand der Wanderer einen Zahnarzt direkt gegenüber des Bahnhofs. Die freundliche Zahnärztin und Tabletten konnten helfen. So war er in der Lage, die Wanderung fortzusetzen.

Pater Franz hatte auf seiner zweiten Etappe in Richtung Tours (die am 10. August endete) nochmals Glück, als er einem Wespenschwarm entging. Die Tiere hätten an einer sehr profanen Örtlichkeit auf ihn gelauert, deutet er schmunzelnd an. Rückwärtige Teile seines Körpers seien aber nicht gestochen worden, nur der Ellbogen habe tüchtig etwas abbekommen.

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