Chorkonzert Haigerlocher Männerchöre können auch Punkrock

Max Bäurle 15.11.2017

Leider war der schön dekorierte Hagastall bei dieser Premiere am Samstagabend nicht ganz voll besetzt. Nicht Anwesende verpassten beste Werbung für den Chorgesang, versäumten ein gesangliches Spektrum, das von klassischem Liedgut über Weinlieder bis Punkrock reichte.

Der Sängerbund Haigerloch unter der Leitung von Mike Krell gab bei seinem ersten Lied be-kannt: „Wir sind die Könige der Welt“, und nach diesem Stück von Friedrich Silcher begrüßte Sängerbundvorsitzender Roland Trojan vor allem den Präsidenten des Chorverbandes Zollernalb, Michael Ashcroft, sowie den Ehrenvorsitzenden des Sängerbundes, Hermann Sauter. Er dankte den drei Chorleitern dafür, dass sie diesen historischen Liederabend möglich gemacht hatten.

Der Sängerbund Haigerloch brillierte zum Auftakt mit „O Isis und Osiris“ aus „Die Zauberflöte“, besang „Die Nacht“ oder gab beim „Trinklied“ zu, dass ihnen auch ein edles Tröpfchen mundet. Das Trinklied veredelten Dirigent Mike Krell am E-Piano und Balthasar Heller und Ewald Stehle als Solisten. „Signore delle crime“ ist eine Art Gebet für verunglückte Bergsteiger und wurde im Hagastall grandios und auf italienisch vorgetragen, und auch beim mit kanonartigen Elementen verzierten „Belle Rose Du Printemps“ machten die Haigerlocher Sänger eine tolle Figur. „Der Jäger Abschied“ bestach durch Dynamik und ein Echo, „Die Rose von Burgund“ durch besonders schöne Harmonien.

„Seid gegrüßt im schönen Hagastall“ hieß es dann beim Auftritt des durch zwei Gastsänger verstärkten MGV Trillfingen mit Gabi Richter am Dirigentenstab und teilweise auch am Klavier. Mit „Gewiss, heut sind die Schönsten nur gekommen“ machten die Sänger den Anwesenden ein Kompliment, und so hieß es hier dauernd „Schaut euch nur um“. Bei einem Titel von Hubert von Goisern träumten sich die Trillfinger „Weit, weit weg“ oder nahmen sich bei „Männer mag man eben“ selbst auf den Arm, wobei drei der Sänger, mit Hüten und Sonnenbrillen ausgestattet, mit „badumm, badumm“-Gesang für Erheiterung sorgten. Auf den Song „Always Look On The Bright Side Of Life“, zuerst auf Deutsch, dann im englischen Original und immer mit dem berühmte Pfeifen, ließ der Männergesangverein echte Rockmusik folgen: „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Mit „Muss i denn“ übergaben die Trillfinger die Bühne an den Gesangverein Owingen.

Auch die Owinger Sänger unter der Leitung von Patrizia Lormes-Schreijäg können Rock: Mit den Toten Hosen entflammte „Altes Fieber“. Gekonnt meisterten die Sänger auch die ganz hohen Passagen des Hits. Das fröhlich-lässig präsentierte „Aber bitte mit Sahne“ sorgte ebenfalls für viel Unterhaltung, ebenso der zweite Jürgens-Hit „Ich war noch niemals in New York“, bei dem die Akteure auf der Bühne im Takt schunkelten. Bei den ersten drei Titeln saß Bernhard Fechter am Klavier und bei „Barbar’ Ann“ von den Beach Boys trumpfte die Dirigentin gesanglich auf.

Das erste von allen Akteuren des Abends gemeinsam gesungene Lied „Das Morgenrot“ wurde dem kürzlich verstorbenen Dr. Werner Pieper gewidmet, dessen Engagement man nicht genug würdigen könne, wie Ashcroft in einer Rede betonte. Bei diesem Lied herrschte Harmonie, als würden die drei Chöre schon immer gemeinsam singen, und bei den kraftvollen Elementen bebte beinahe der Hagastall. Auch das „Bundeslied“ gefiel, und das Gute-Laune-Lied „Aus der Traube in die Tonne“ wurde als Abschluss lautstark und voller Inbrunst vorgetragen.

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Sänger haben die drei Männerchöre laut Chorverband Zollernalb insgesamt – der Sängerbund Haigerloch 16, der MGV Trillfingen 26 und der Gesangverein Owingen 24.