Haigerloch Haigerlocher Kulturtage größer und vielfältiger

Sie sind zurückgekehrt an der Spitze des Vereins Haigerloch Aktiv: Kristin Koschani-Bongers und Martin Sprissler.
Sie sind zurückgekehrt an der Spitze des Vereins Haigerloch Aktiv: Kristin Koschani-Bongers und Martin Sprissler. © Foto: Wilfried Selinka
Haigerloch / Wilfried Selinka 13.04.2018
Rechtzeitig von den Tagen der Kunst und Kultur hat der Verein sein altes Führungsduo wieder zurück.

Der Verein Haigerloch Aktiv hat  bei der Hauptversammlung am Donnerstag in der Bad Imnauer „Eyachperle“ sein bewährtes Vorstandsduo mit Kristin Koschani-Bongers und Martin Sprissler zurückbekommen. Nun geht es mit großen Schritten dem Pfingstfest mit den Haigerlocher Tagen der Kunst und Kultur in ihrer vierten Auflage entgegen. Die Veranstaltung am 20. und 21. Mai verspricht, noch größer und vielfältiger zu werden. Erstmals wird sich die Kulturmeile zusätzlich zur Altstadt bis in den Stadtbezirk „Haag“ erstrecken. Die Schirmherrschaft hat wieder der Ehrenbürger und renommierte Künstler Karl Hurm, dessen Kunstmuseum in der Ölmühle dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Sprissler stellte im Ausblick auf die nächsten Kunst- und Kulturtage fest, dass sich die Leerstände in der Kernstadt verändert haben, sowohl die ehemalige Schlecker- als auch die Sparkassen-Filiale nicht mehr als Ausstellungsräume zur Verfügung stehen. Deshalb wird sich die Kunstmeile vom Markt- und Ölmühlenplatz die Oberstadt hinauf bis zum Römerturm und erstmals über die Pfleghofstraße bis in den Stadtbezirk „Haag“ ziehen.

Der Gesprächskreis Ehemalige Syna­goge richtet auf dem Synagogenplatz an beiden Tagen einen Bücherflohmarkt aus. Im Gebäude selbst gibt es neben der Dauer­ausstellung „Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern“ eine Ausstellung des Gymnasiums Haigerloch: Schüler der neunten Klasse zeigen Linolschnitte mit den Symbolen der Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof.

Im Haag wird es zudem einen zweiten Kunsthandwerkermarkt geben. Die Anfragen seien so zahlreich gewesen, dass die Flächen rund um den Marktplatz nicht mehr ausreichten, so der Vorsitzende. In der „Galerie Haag im Eck“ wird die Deutsche Patchworkgilde eine Quilt-Ausstellung zeigen. Zudem steht das evangelische Gemeindehaus wieder als Ausstellungsraum zur Verfügung.

Wie Vorstandsmitglied und Künstler Klaus Drescher betonte, musste der Verein dieses Jahr  nicht lange nach teilnehmenden Künstlern suchen. Unmittelbar nach der Ausschreibung seien Anfragen von über 140 Kunstschaffenden eingegangen. Durch den Verein seien rund 70 Teilnehmer ausgewählt worden. Davon seien 40 auf verschiedene Ausstellungsräume und 30 weitere auf die beiden Kunsthandwerkermärkte verteilt worden. Die Besucher dürften sich auf zahlreiche neue Künstler aus ganz Baden-Württemberg und  sogar aus Berlin freuen. Mit dabei seien beispielsweise eine Pyrografin, die mit Feuer Kunst hervorzaubert. Seifenblasenkünstler verzaubern die Kinder, und Puppenspieler entführen in andere Welten. Vielen der Maler, Bildhauer, Keramiker oder Aktivkünstler kann man bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Für die Kunstschaffenden seien die Haigerlocher Tage der Kunst und Kultur so anziehend, weil keine Standgebühren erhoben werden und zudem noch ein kostenloser Dämmerschoppen mit Vesper winkt, den die Gruoler Firma Albfood sponsert.

Zur Eröffnung der Kulturtage wird wieder der Fanfarenzug Stetten Begrüßungssignale blasen. Auf dem Ölmühleplatz gibt es Auftritte der Haigerlocher Tanzgalerie. Bewirtet werden die Besucher in den Gaststätten und Cafés, bei der Narrenzunft rund ums Zunfthaus sowie bei den Meßstetter Streetfood-Lieblingen Casa, bei „El Coffeino“ und an Ständen der Haigerlocher Abi­klasse und des Vereins Haigerloch Aktiv.

Nach diesem Ausblick schauten die beiden Interimsvorsitzenden Nadine Reiband und Michael Ashcroft zurück auf das vergangene Jahr. Ein Gedenken  widmete die Versammlung ihrem ehemaligen Schatzmeister Werner Pieper. Ashcroft erinnerte daran, dass in der letzten Hauptversammlung vereinbart wurde,  die Tage der Kunst und Kultur künftig im jährlichen Wechsel mit dem „Lichterrausch“ zu veranstalten. Der erste Lichterrausch im Herbst 2017 war laut Ashcroft eine „Sensation“, die Menschenmassen in die Stadt gezogen habe. Für die Idee und Organisation ging ein besonderer Dank an  Martin Sprissler. Beim Lichterrausch habe sich der Vereinsslogan „Muskelkraft statt Mitgliedsbeitrag“ bestens bewährt, stellte Nadine Reiband fest, die allen Beteiligten und Unterstützern dankte. Reiband und Ashcroft lobten die spürbar „frische „Power“ im Verein.

Die Kommunikation unter den Mitgliedern sei durch einen neu eingeführten Newsletter entscheidend verbessert worden, wofür sich Eva Stangenberg federführend engagiert habe. In Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein Haigerloch-Noyal sei auch der Christkindlesmarkt mit einem Stand bestückt worden.

Durch Spenden und Einnahmen verbuchte die kommissarische Schatzmeisterin Vera Kübler ein Plus in der Kasse. Manfred Fischer und Heinz E. Hennige bestätigten eine übersichtliche Kassenführung.

Klaus-Werner Burgert lobte die Arbeit des Vereins als „herausragende Imagewerbung für die Stadt“.

Viel frische Power im neuen Vorstand

Bei den Wahlen wurden jeweils einstimmig gewählt: die beiden  Vorsitzenden Kristin Koschani-Bongers und Martin Sprissler, Schatzmeisterin Vera Kübler, Schriftführerin Eva Stangenberg, die Ausschussmitglieder Pernille Jörgensen, Angelika Pieper, Nadine Reiband, Klaus Drescher, Wilfried Selinka und Edelhard Becker, Kassenprüfer Manfred Fischer und Heinz E. Hennige.

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