Es war ein Schock für die Anlieger der Schulstraße. Als sie in den Hof blickten, sahen sie Verunreinigungen, die sich bei näherem Hinsehen als Mist und stinkende Gülle entpuppten. Den geschädigten Familien war schnell klar, worum es geht. Als Nachbarn des neuen Bürgerzentrums haben sie das Landratsamt kurz vor Weihnachten darauf hingewiesen, dass Nutzungszeiten festgeschrieben sind, die es einzuhalten gilt.  Im Rest des Dorfes kam die Anzeige nicht gut an. Man erklärte die Anwohner zum Sündenbock, verspottete sie an der Fasnet und jetzt gipfelte das Ganze in dieser widerwärtigen Ekel-Attacke.

Anwohner wandten sich an Landratsamt

Die Betroffenen fühlen sich zu Unrecht verurteilt. „Wir müssen den Mist der Stadtverwaltung und der Imnauer Ortschaftsverwaltung ausbaden“, sagen sie. „Der Mist liegt bei uns im Hof.“ Die Bevölkerung des Ortes, die Vereine und Nutzer des Bürgerzentrums seien zuerst „nicht richtig aufgeklärt“ und dann „aufgehetzt“ worden. „Wir haben die Nutzungszeiten nicht festgelegt“, betonen die Anwohner. Die standen bereits mit der Errichtung und  Einweihung des Gebäudes fest. Nur habe sich „niemand daran gehalten“. Oft sei im Bürgerzentrum am Wochenende und oft auch bis spät in die Nacht Betrieb gewesen. Bis es den Anliegern dann doch zu viel wurde – und sie sich ans Landratsamt wandten mit der Bitte, die Sachlage zu klären. Die Aufsichtsbehörde hatte nichts weiter zu tun, als auf die ohnehin bereits geltenden, weil so beantragten und genehmigten  Nutzungszeiten hinzuweisen. Von  „eingeschränkten Nutzungszeiten“, wie sie seitdem immer beklagt werden, könne also keine Rede sein, stellen die  Anwohner klar.

Bad Imnaus Ortsvorsteher Robert Wenz und seine Stellvertreterin Anita Pabst zählten am Samstag mit zu den ersten Zeugen der Mist-und-Gülle-Attacke. Wenz will keine Mutmaßungen anstellen, ob die  Verunreinigungen in den Hofeinfahrten mit dem Streit ums Bürgerzentrum in Zusammenhang stehen. Ausschließen möchte er es freilich auch nicht. Es ist zu offensichtlich. Wenz sagt, er habe umgehend auch den Ortschaftsrat über den Vorfall informiert.

Frage um Nutzungszeiten muss geklärt werden

„Die Situation wird eskalieren“, warnt der Ortsvorsteher und ärgert sich, dass sich in dieser brisanten Angelegenheit, die für die Imnauer Bevölkerung sehr belastend sei,  seit Monaten nichts bewegt. Die Frage um die Nutzungszeiten des Bürgerzentrums müsse unbedingt und schnell geklärt werden. Schon mehrfach habe er Haupt- und Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck auf die nicht länger tragbare Situation aufmerksam gemacht und auf eine Schlichtung  gedrängt.

Robert Wenz macht keinen Hehl daraus, dass er zu der großen Mehrheit  der  Bad Imnauer Einwohner zählt, sich sich über die Beschränkungen im neuen Bürgerzentrum maßlos ärgert. Imnauer Vereine und Bürger, wie auch er selbst, hätten viel Zeit und auch Geld in den Um- und Ausbau der ehemaligen Schule investiert. Das neue Bürgerzentrum wird unter anderem auch als Ortschaftsverwaltung genutzt.

Klärung vor dem Verwaltungsgericht?

Keine Frage, im Kurort brodelt’s mächtig. „Es war schon von Montagsdemos die Rede“, berichtet Wenz. Viele sagten, dass man lieber ins alte Rathaus zurückkehren würde, wenn man im neuen Bürgerzentrum keine Veranstaltung mehr richtig abhalten kann.

Der Ortsvorsteher will auch nicht locker lassen. Die Kuh muss unbedingt vom Eis. Wenz: „Es muss eine Lösung her.“ Die Causa  Bürgerzentrum  müsste am besten vor das Verwaltungsgericht. „Die sollen dann eine Sonderregelung finden“, fordert Robert Wenz.

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