Haigerloch Gymnasiallehrer machen ihrem Ärger Luft

Haigerloch / SE 24.05.2013
In einem Protestbrief an den Ministerpräsidenten und die Abgeordneten macht das Lehrerkollegium des Gymnasiums seinem Ärger Luft.

In dem Protestbrief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Abgeordneten der grün-roten Regierungskoalition weisen 34 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Kollegium des Gymnasiumss darauf hin, dass ihnen ihr Beruf Freude bereitet und sie diesen gerne mit Hingabe und Verantwortung erfüllen und möglichst lange auüben möchten. "Umso mehr fehlt uns in der gegenwärtigen Diskussion um Einsparungen im Bildungsbereich jegliches Verständnis für die avisierten Maßnahmen", heißt es in dem Protestbrief.

Nachdem im Rahmen des Haushaltbegleitgesetzes zum Doppelhaushalt 2013/14 vor allem Berufsanfänger, und hier vor allem Frauen, die häufig teilzeitbeschäftigt sind, gravierende und sozial unausgewogene Abstriche ihrer Bezüge zugemutet würden, stünden jetzt sogar noch weitere Einschnitte an. "Wir protestieren dagegen aufs Schärfste."

Der Protest des Lehrerkollegiums richtet sich weiter gegen die geplanten Kürzungen im Ergänzungsbereich. Nach eigenen Berechnungen würde dies 3,5 Deputatsstunden ausmachen. Zusätzlich mache sich der Wegfall von Entlastungsstunden für die Organisation der Hausaufgabenbetreuung bemerkbar. Diese könne so deshalb nicht mehr geleistet werden. Damit breche ein wichtiger Pfeiler des Ganztagsangebotes wie auch die differenzierte Förderung von Schülern weg.

Protestiert wird zudem gegen eine Abkopplung der Gehaltsentwicklung von den Tarifverträgen. Schon jetzt hätten Lehrkräfte durch reduzierte Eingangsbesoldungen, erhöhte Selbstbeteiligung bei der Beihilfe und die Abkoppelung von der allgemeinen Lohnentwicklung faktisch einen Reallohnverlust hinzunehmen. Ebenso sprechen sich die Unterzeichner gegen die geplante Kürzung oder Abschaffung der Altersermäßigung aus.

Nicht zuletzt richtet sich der Protestbrief gegen die beschlossene Streichung von 201 Stellen mit dem Vermerk "künftig wegfallend" im gymnasialen Bereich sowie gegen die Umschichtung gymnasialer Stellen in andere Haushaltskapitel. Der Rückgang der Schülerzahlen am Gymnasium falle nämlich geringer aus als prognostiziert. "Sichern Sie die Zukunft der Bildung in unserem Bundesland und verzichten sie auf Kürzungen", lautet der Appell an die politisch Verantwortlichen.

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