Gruol Gruoler Theater mit Pfiff und Temperament

Turbulent und deftig geht es bei der achtköpfigen Laienspielgruppe des Narrenvereins Gruol im Lustspiel „Ach du Fröhliche“ zu. Unser Foto zeigt die munter aufspielende Schauspieltruppe mit (v. l.) Stefanie Kübler, Andrea Freiberg, Reiner Schullian, Carolin Rrebholz, Wolfram Gmirek, Sabine Schneider, Johannes Flaiz und Martin Flaiz.
Turbulent und deftig geht es bei der achtköpfigen Laienspielgruppe des Narrenvereins Gruol im Lustspiel „Ach du Fröhliche“ zu. Unser Foto zeigt die munter aufspielende Schauspieltruppe mit (v. l.) Stefanie Kübler, Andrea Freiberg, Reiner Schullian, Carolin Rrebholz, Wolfram Gmirek, Sabine Schneider, Johannes Flaiz und Martin Flaiz. © Foto: Wilfried Selinka
Gruol / Wilfried Selinka 05.11.2018
Acht Laienschauspieler des Narrenvereins Gruol spielten im Saalbau ganz großes Theater.

Ein wahres Feuerwerk an Wortwitz, Spannung und Situationskomik in deftigem Schwäbisch hat die achtköpfige Theatergruppe des Narrenvereins Gruol bei der Inszenierung des Schwanks „Ach, du Fröhliche“ von Bernd Gombold gezündet. Mit viel Spielfreude wurde die Erstaufführung am Samstagabend im Saalbau Löwen bravourös umgesetzt. Es war ein höchst unterhaltsamer und kurzweiliger Abend, der die Zuschauer begeisterte.

Zum Geschehen: Alles spielt nach einer durchzechten Nacht nach der Weihnachtsfeier des Narrenvereins. Die Folge sind Erinnerungslücken am Tag danach. Zum Beispiel ist ein Christbaum abhanden gekommen. Vater und Sohn kaufen im Baumarkt schnell ein Plastikteil „mit ständigem Geblinke mit bunten Kugeln“ für 19,99 Euro. Aber darüber rümpft die Hausherrin  die Nase. Doch plötzlich entdeckt sie im Keller doch noch die herrliche Weißtanne und denkt, ihre Männer, die Schelme, hätten ihr nur einen Streich spielen wollen.

Aber es geht weiter mit rätselhaften Ereignissen: Die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck ist zerdeppert, in Nachbars Garten fehlt die Tanne... Und dann noch die Blutspuren im Keller? Fragen über Fragen, denen die hektischen Herren, die brave Hausfrau, die Verwandtschaft und die neugierige Nachbarin emsig nachschnüffeln.

Martin Flaiz und Wolfram Gmirek gaben in dem Schwank als Anton und Markus ein herrliches Vater-Sohn-Gespann ab. Sie schwitzten vor Angst, kämpften, rauften sich die Haare. Ein toller und immer wiederkehrender Gag war der Baumtausch: Wenn Nachbar Theo auftauchte, musste die Weißtanne verschwinden, und der Plastikbaum her und umgekehrt, wenn Mutter Rita in Sichtweite kam. Rita wird in dem Stück treffend dargestellt von Andrea Freiberg – mal resolut, mal friedliebend und besorgt um ein harmonisches Weihnachtsfest.

Das Stück kam an beim Publikum. Auch Sabine Schneider spielte ihre Rolle als schwatzhafte und ihre Nase in alles steckende Nachbarin Martha Strecker toll. Sie ist es auch, die offensichtlich über alles in dieser ominösen Nacht Bescheid weiß: den schrecklichen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht, ein angeblich im Garten verscharrtes Unfallopfer und eine Leiche in einem schwarzen Plastiksack im Keller. Und es sprechen mehrere Indizien dafür, dass Anton und Markus damit etwas zu tun haben.

Zu allem Schreck reist viel zu früh zum Weihnachtsfest die adrette Juweliersgattin Agathe (Stefanie Kübler) an, begleitet von ihrer eher trotteligen und maulfaulen besseren Hälfte Karl-Otto, bestens verkörpert  von Reiner Schullian. Auch ihnen ist die Lust am Feiern vergangen, denn just in der vergangenen Nacht wurde in ihr Juweliergeschäft eingebrochen. Als Nachbar Theo Müller, klasse verkörpert von Johannes Flaiz, mit blutender Kopfbinde wutentbrannt nach dem verschwundenen Prunkstück seines Gartens sucht, geraten Anton und Markus immer weiter in Bredouille. Aber als sich Anton völlig entnervt der Polizei stellen will, kommt ihm Markus’ Freundin  Sabine zur Hilfe. Sabine, trefflich dargestellt von Carolin Rebholz, sorgt für Aufklärung, war sie doch in der fraglichen Nacht auch an der folgenreichen Zechtour beteiligt.

So gibt es am Schluss doch noch ein Happy End unter dem Christbaum – samt Verlobung von Markus und Sabine. Und sogar Nachbar Theo und Nachbarin Martha haben sich gefunden und wollen heiraten.

Lebhaften Applaus spendeten die Zuschauer für die erste von drei Aufführungen der Theatergruppe des Narrenvereins Gruol. Die acht Laiendarsteller überzeugten mit perfekter Mimik, Gestik und deftigem Schwäbisch. Einstudiert wurde das Stück vom erfahrenen Regisseur Uwe Thomer, souffliert wird durch Petra Lehre.

Die Aufführungen dienen wie immer einem guten Zweck, denn ein Drittel der Eintrittsgelder wird dem Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen gespendet. Der nächste Auftritt am Samstag, 17. November, ist bereits ausverkauft. Für die letzte Aufführung am Samstag, 1. Dezember, gibt es noch Karten.

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