Jubiläum Grandioses Narrenfest in Stetten

Von Wilfried Selinka 14.01.2018

Grandioses Narrenfest zum 50. Geburtstag des Narrenvereins Salzschlecker Stetten: 1000 Narren gratulierten im Häs am Freitagabend beim bunten Jubiläumsball, und 1500 Hästräger und Musikanten zogen am Samstagnachmittag beim farbenfrohen Jubiläumsumzug an rund 2500 Zuschauern vorüber. Dazwischen lagen der Zunftmeisterempfang im Salzbergwerk und die Narrenmesse in der Michaelskirche, musikalisch begleitet durch den Fanfarenzug Stetten, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert.

Den gesamten Narrentagen war trocken-kaltes Wetter beschieden. Vizenarrenchefin Steffi Löffler war die Freude bei der Begrüßung am Jubiläumsball anzumerken, dass nach einem geglückten Narrenbaumstellen (über das die HZ bereits am Samstag berichtet hat) das unbeschwerte Fest nun seinen Lauf nehmen konnte. Fetzige Fanfarenmusik schmetterte in der Glückauf-Halle zur Eröffnung der vereinseigene Fanfarenzug unter der Leitung von Andy Strauch, und die Junior- und die große Stettener Tanzgarde wirbelten mit neu einstudierten Tänzen über die Bühne. Dem standen auch die Gruoler, Rohrdorfer, Altheimer, Heiligenzimmener und Felldorfer Tanzgarden und die der Hagaverschrecker aus Stetten bei Hechingen in nichts nach.

Dazwischen gab es einen Auftritt der Narrenzunft Haigerloch mit der Vorstellung des historischen Bräutelns und der Masken durch Zunftmeister Hartwig Eger. Musikalische Höhepunkte waren die fetzige Musik der Fleckenhuper aus Ergenzingen und der Rangendinger Hauburg Band, während die Harzklumpen aus Heiligenzimmrn und die Jägi aus Rangendingen mit schaurig-schönen Hexentänzen viel Beifall ernteten. Die Moderation des Abends hatte vom Fanfarenzug Harry Gühring übernommen. Nach dem Programm feierten Narren und Gäste ausgelassen und ausgiebig in den beiden Hallen und im Barzelt weiter.

Das bunte Treiben von 1500 Hästrägern und Musikern in Salzschleckerhausen wurde am Samstagnachmittag mit einem einstündigen, farbenprächtigen Umzug mit 20 Gruppen fortgesetzt. Angeführt wurde das muntere Treiben vom Geburtstagskind: den Salzschleckern mit Narrenrat, Fanfarenzug, Tanzgarde, Salzschlecker und Essensträgerinnen, gefolgt vom Großaufgebot der Gruoler Fransenbutzen, Walpurga Hexen und den Schdonza-Bätschern sowie den Stettener Schaiblin-Hexen, die das 50-jährige Geburtstagskind tatkräftig unterstützen.

Aus dem Haigerlocher Stadtgebiet waren weiter vertreten die Narrenvereine Trillfingen, Bad Imnau, die Imnauer Laibedal-Hexen und die Weildorfer Storchen samt Schwarzen Petern und Guggenmusik Notenquäler.

Vom Närrischen Freundschaftsring machten ihre Aufwartung mit Großaufgebot und vielseitiger Beachtung die Empfinger Narrenzunft mit ihren zahlreichen alten Narrenfiguren, die Betschoner Weitingen, die Zigeuner Untertalheim und die Narrenzunft Salzstetten. Aus Bisingen und Hechingen gaben die Zünfte der Nichthuldiger und Kirchenmäus, die Hutzlabäuch aus Weilheim, die Maurochen aus Thanheim sowie die Hasawedel der Narrhalla Boll Kostproben ihres Fasnetsbrauchtums.

Dem farbenfrohen Umzug schlossen sich auch noch Narrenzünfte aus Mössingen, Oberjesigen, dem Steinlachtal, aus Lautlingen und Herrenberg an.

Kommentiert wurde der Umzug von der Ehrentribüne durch Edgar Pfeffer im Beisein von Bürgermeister Heinrich Götz, Ortsvorsteher Konrad Wiget, Ehrenzunftmeister Rudolf Lachenmaier, Vizenarrenchefin Steffi Löffler und Vertretern des Präsidiums des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu.

Stetten und Salz – das gehört zusammen

Salzschlecker heißen die Stettener Narren, weil der Haigerlocher Teilort untrennbar mit seinem Salzbergwerk verbunden ist. Auf Stettener Gemarkung befindet sich das älteste bergmännisch abbauende, heute noch betriebene Salzbergwerk Deutschlands. Kein Wunder, dass auch die Zunftmeister am Jubiläumswochenende unter Tage empfangen wurden.