Kaum waren nach den Sommerferien die organisatorischen Fragen besprochen, erwartete die diesjährigen Siebtklässler des Haigerlocher Gymnasiums alles andere als Schulalltag. Unter dem Motto "Gemeinsam Klasse sein!" informierten sich die Schülerinnen und Schüler in drei Aktionstagen zunächst über Entstehung und Folgen von Mobbing.

Sie versuchten dann, Mobbing-Situationen spielerisch zu erkennen und zu reflektieren und zudem eigene Verhaltensregeln aufzustellen, um schließlich am dritten Tag gemeinsam in der Sporthalle das gegenseitige Vertrauen zu stärken und als Klasse näher zusammenzurücken.

Nachdenkliche Stimmen wurden ebenso laut: "Ich hätte nicht gedacht, dass jeder Mobbingopfer werden kann". Auch Wünsche wurden geäußert: "Gemeinsam Klasse sein heißt für uns, dass wir niemanden ausgrenzen und jeden so behandeln, wie ich auch behandelt werden möchte", steht zum Beispiel auf dem Plakat einer Klasse.

Klassenlehrer und Co-Klassenlehrer der 7a,b und c hatten sich auf dieses Projekt mit dem praxisnahen Präventionsprogramm des Kultusministeriums vorbereitet und ein positives Feedback durch die Schülerinnen und Schüler erhalten. Sie hoffen nun, in offener und angstfreier Atmosphäre mit ihren Schützlingen durch das Schuljahr zu gehen. Eine Schule ohne Konflikte könne es nicht geben, meinten die Lehrer einhellig, jedoch müsse jede Chance zu einem friedlichen Miteinander im Schulalltag genutzt werden.

So trägt der Pädagogische Tag des Schuljahres 2011/2012 Früchte. Denn bereits damals wurde beschlossen, Mobbing-Prävention dauerhaft ins Schulcurriculum aufzunehmen. Das Gymnasium Haigerloch hat damit - neben dem Konfliktlotsenmodell, den Jugendbetreuern, den Schülermentoren und der regelmäßigen polizeilichen Aufklärung über die Gefahren der neuen Medien - ein weiteres Modul der Gewaltprävention erfolgreich installiert.