Im Zeichen der Studienfahrt stand für die Kursstufe 2 des Gymnasiums Haigerloch die Woche vor den Herbstferien. Mit den begleitenden Lehrkräften Stefan Albiez, Sigrid Menzel-Ziefle und Sonja Schwabenthan ging es nach Berlin. Nach der mehrstündigen Fahrt und dem Bezug der Zimmer im Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofes bekamen die Schülerinnen und Schüler bei einer Stadt-Rallye erste Eindrücke von Berlin und seinen Sehenswürdigkeiten.

Als erste Station stand das Bundeskanzleramt auf dem Programm. Anschließend ging es vorbei am Brandenburger Tor und dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Richtung Gendarmenmarkt. Auf dem Weg zum Berliner Dom lagen der Bebelplatz mit dem Denkmal der Bücherverbrennung und das Reiterstandbild von Friedrich II. unter den Linden. Weiter ging es zum „Roten Rathaus“ – Endstation war der Alexanderplatz mit der Weltzeituhr, und dem Fernsehturm.

Am Dienstag stand die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts bis zur Wiedervereinigung im Mittelpunkt. Nach dem Besuch des Deutschen Historischen Museums mit dem Schwerpunkt der Geschichte der Jahre von 1919 bis 1994 stand am Nachmittag ein Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Weißensee auf dem Programm.

In einer interessanten Führung wurden den Schülerinnen und Schülern vermittelt, wie sich das Gelände von einer Großküche über ein Gefängnis der sowjetischen Geheimpolizei (1945 bis 1950) zum Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit (1951 bis 1989) entwickelte, das auf keinem Stadtplan verzeichnet war. Beim Rundgang konnten die Einzelzellen und Vernehmungszimmer besichtigt werden. Dabei wurde den Besuchern erläutert, wie das Alarmsystem funktionierte, das mittels Überputzleitungen und Warnampeln zur Isolation der Häftlinge diente. In der fensterlosen und mit Neonröhren taghell erleuchteten Garage konnte ein Blick in einen von außen als solchen nicht erkennbaren Häftlingstransporter geworfen werden. Ein Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas und ein Spaziergang durch die Gedenkstätte der Berliner Mauer in der Bernauer Straße rundete den geschichtlichen Teil der Studienfahrt ab.

In der Woche der ersten Ple­narsitzung und der Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung kam auch der aktuelle politische Aspekt der Studienfahrt nicht zu kurz. „Jamaika“ ist ja gerade in aller Munde. Man besuchte den Bundestag und hatte von der Glaskuppel aus einen beeindruckenden Ausblick auf Berlin.

Natürlich blieb den Schülern auch Zeit, die Kultur- und Kneipenszene Berlins zu erkunden. Dem Besuch einer Kneipenstraße folgten Besuche in der Oper, des Theaters „Berliner Ensemble“ oder des Kabaretts „Die Stachelschweine“. Auch die Show „Superwoman“ der amerikanischen Entertainerin Gayle Tufts, eine TV-Aufzeichnung des Komödianten Mario Barth oder das DFB-Pokal-Spiel von Hertha BSC gegen den 1. FC Köln standen auf dem Programm.

Mit vielen Eindrücken – vor allem von den Überresten der Berliner Mauer – im Gepäck und sichtlich geschafft traten die Klasse und ihre Begleitlehrkräfte die Heimfahrt an.