Haigerloch Fürs Freibad fehlen Hunderttausende

Kommt die Reisenwellenrutsche ins Freibad oder nicht?
Kommt die Reisenwellenrutsche ins Freibad oder nicht? © Foto: Archiv
Haigerloch / Andrea Spatzal 28.06.2018
Eine Hiobsbotschaft hat Haigerloch bei der Finanzplanung für die Freibad-Sanierung zu verkraften.

Statt Jubel nur herbe Enttäuschung: Stadtkämmerer Timo Müller hatte für den rund drei Millionen Euro teuren zweiten Sanierungsabschnitt im Haigerlocher Freibad mit 750 000 Euro Zuschuss aus dem Ausgleichsstock gerechnet. Magere 150 000 Euro sind daraus geworden (wir berichteten). Das  Regierungspräsidium (RP) Tübingen hat die Verteilung der Fördermittel vergangene Woche bekannt gegeben. Im Übrigen sei auch das Landratsamt Zollern­albkreis über die Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit „erstaunt“ gewesen.

Wie Müller am Dienstag im Gemeinderat mitteilte, hat inzwischen ein klärendes Gespräch mit dem RP stattgefunden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Vergaberichtlinien einen neuen Schwerpunkt haben: „Es werden verstärkt nur noch Pflichtaufgaben gefördert“, so Müller, also Schulen, Kindergärten etc. Ein Freibad sei aber eine Freiwilligkeitsleistung. Zuwendungen von 750 000 Euro zu rechnen, sei zugegebenermaßen ein „sportlicher“ Ansatz gewesen, aber mit 600 000 Euro hätte er jedenfalls gerechnet, bekannte der Kämmerer. Haigerloch habe im Jahr 2017 wegen der anstehenden Freibad-Sanierung bewusst keinen Antrag auf Mittel aus dem Ausgleichsstock gestellt, dann aber für 2018 und für 2019. Eine Zuwendung von 200 000 Euro für jedes dieser drei Jahre hatte Müller seiner Rechnung zugrunde gelegt.

Aber selbst diese relativ realistische Einschätzung hat sich wegen der neuen Vergaberichtlinien nun nicht bewahrheitet. Trotz der entstandenen Finanzierungslücke plädiert der Kämmerer weiterhin für die Sanierung. „Wir sollten das Projekt jetzt nicht in Frage stellen“, so Müller. Zur Deckung fehlenden 600 000 Euro könnten von anderen Haushaltsposten Zuschüsse umgeleitet werde. Außerdem erinnerte Müller an die eigens gebildete Schwimmbadkommission, die eine Reduzierung der Sanierungskosten anstrebt.

Konrad Wiget (SÖL) wagte den Vorschlag, angesichts der Deckungslücke auf die 200 000 Euro teure Wellenrutsche zu verzichten. Bürgermeister Heinrich Götz schüttelte energisch den Kopf: „Dann sollten Sie lieber den Mut haben, zu sagen: Wir schließen das Freibad ganz.“

Dieser spontane Ausspruch war natürlich Wasser auf die Mühlen von FW-Stadtrat Dionys Pfister, der schon lange die Meinung vertritt, dass sich die hoch verschuldete Stadt Haigerloch überhaupt kein Freibad leisten kann.

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