Haigerloch Freiheit für Flosse

Haigerloch / MAX BÄURLE 24.11.2012
Mit viel Beifall bedacht wurde das Musical Flosse und das wilde Herz, das die "Crazy Chanters" am Donnerstagabend aufführten.

"Crazy Chanters", so nennen sich die Mitglieder des Unterstufenchors des Haigerlocher Gymnasiums, die erst seit vergangenem Schuljahr aktiv sind und dennoch im "Fruchtkasten" des Haigerlocher Schlosses durch ihr sympathisches und teils noch unbedarftes Vorgehen das Publikum schnell in ihren Bann zogen.

Premiere des Stückes war bereits am Mittwoch, wobei die Hauptrollen doppelt besetzt waren. Das Musical handelt vom singenden Seehund Flosse, der sich eines Tages im Netz eines Fischers wiederfindet und von diesem aus Profitgier an den Zirkusdirektor Adolfo verkauft wird, der sich als Ekelpaket erweist.

Zum Glück unterstützen ein Pelikan, die Pferdeakrobatin Susanna und der alte Clown Zappo das singende Wundertier. Doch Zirkusbesitzer Adolfo lässt sich nicht erweichen, da er mit Flosse als Hauptattraktion reich werden möchte. Sein Hauptinteresse drückt sich unter anderem in einem Song aus, in dem er ständig singt: "Geld, Geld, ich liebe Geld". Unterstützt wird Adolfo dabei von einem kleinen Chor im Hintergrund. Die Gefühle von Flosse, der unbedingt wieder in Freiheit leben möchte, sind dem Zirkusdirektor egal. Der Seehund geht vor Heimweh fast zu Grunde und stellt das Singen ein, so dass seine Freunde immer besorgter werden. Dann endlich bietet sich die Gelegenheit, Flosse wieder zurück zu seiner Sandbank in der Nordsee zu führen, wobei die Freunde des Seehundes auch auf die Hilfe eines Buckelwals bauen können. Die vielen musicaltypischen Sangeseinlagen, diverse tänzerische Choreographien, die tolle Kostümierung und das von Cordula Hans und den "Crazy Chanters" hergestellte Bühnenbild machten das Stück zu einem großen Vergnügen, und zwischendurch wurde das Publikum durch Hinweise auf kleinen Schildern zum Mitmachen aufgefordert.

So mussten die Zuschauer beispielsweise murmeln oder ihre Enttäuschung oder ihr Bedauern durch entsprechende Geräusche kundtun. Komponistin und Autorin Odilia Damm begleitete die Akteure am Klavier und auf der Gitarre, und beim "Fischerlied" wusste Bernd Liener mit seinem Akkordeon zu überzeugen.

Die Hauptrollen waren besetzt durch Mandy Holzäpfel beziehungsweise Tatjana Leins (Flosse), Sophie Lohmüller und Maria Schulz (Pelikan), Anthony Busch (Adolfo, an beiden Tagen), Antonia Reichmann und Verena Groos (Zappo), Carlotta Koch und Tamara Deh (Susanna) und Benjamin Steil und Maximilian Busch (Fischer). Als Erzählerin fungierte Alexandra Ellinger, Regie führte Cordula Hans, und für die Choreographie war Heide Stetter verantwortlich.

Mit der hoffentlich verinnerlichten Botschaft des Stückes - "Jeder ist frei, der ein freies Herz hat" - machte sich das Publikum auf den Heimweg.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel