Haigerloch / Wilfried Selinka  Uhr
Die Sanierung der Schwimmbecken im Haigerlocher Familienfreibad hat begonnen. Die Kosten bewegen sich bei rund 3,7 Millionen Euro. Zur Badesaison 2020 soll die Fertigstellung sein.

In diesem Sommer ist das Haigerlocher Familienfreibad geschlossen. Statt Badefreuden gibt es aufwendige Sanierungsarbeiten der inzwischen 37 Jahre alten Freizeitanlage. Lange wurde darum im Gemeinderat gerungen. Nun ist der Startschuss für die Sanierung erfolgt.

Keine Zuschüsse aus dem Förderprogramm

Warum das Bad bereits im Frühjahr geschlossen wurde, obwohl mit den Bauarbeiten erst jetzt – mitten in den Schulferien – begonnen wurde? Diese Frage beschäftigt viele treue Badebesucher, die Abkühlung und das Schwimmen bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen schmerzlich vermissen. Die Antwort ist schnell gegeben: Die Bauarbeiten wurden relativ spät ausgeschrieben, weil sich Stadtverwaltung und Gemeinderat einen namhaften Zuschuss aus einem im letzten Jahr neu aufgelegten Förderprogramm des Bundes mit dem Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur“ erhoffte. Aus diesem Programm, so stellte sich die Situation vor einem Jahr dar, winkten bis zu 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen fürs Freibad. Geld, das man angesichts der Gesamtsanierungskosten von 3,7 Millionen Euro hätte gut gebrauchen können. Aber: Für Haigerloch fiel kein Geld ab.

Preissteigerungen im Bausektor

Kurzum: Die Bauarbeiten wurden erst in in den beiden Juni-Sitzungen vergeben. Dabei machte sich im Gemeinderat Erleichterung darüber breit, dass die Ausschreibungsergebnisse aufgrund allgemeiner Preissteigerungen im Bausektor insgesamt nur um 7,3 Prozent über der Kostenkalkulation lagen und man keine völlig aus dem Ruder laufenden Angebote hinnehmen musste.

In Zahlen ausgedrückt: Der Gemeinderat vergab bisher Sanierungsarbeiten im Wert von rund 3,5 Millionen Euro brutto. Darin enthalten sind die Anschaffung und der Einbau einer Edelstahlrutsche, die das Freibad künftig noch attraktiver machen soll. Das Angebot dafür war mit rund 137 000 Euro sogar um knapp 15 000 Euro günstiger als geschätzt. Mehr Geld verschlingen die Badewassertechnik und Gebäudeautomation mit 802 500 Euro. Zudem werden das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken in Edelstahl ausgeführt.

Nun wurde mit den aufwendigen Sanierungsarbeiten begonnen. Um mit den Baufahrzeugen ins Gelände zu gelangen und größere Bauschäden vom Haupteingang her zu vermeiden, wurden die bestehende Rettungsgasse, die direkt von der Kreisstraße K 7117 abzweigt, als Baustraße ausgebaut, über die nun die Baufahrzeuge auf das Freibadgelände gelangen.

Zur Saison 2020 soll’s wieder offen sein

Als erstes hat eine Abbruchfirma aus Reutlingen begonnen, die Beckenumrandungen aus Beton und Stahl abzubrechen und sie auf dem Freibadgelände zwischenzulagern. Erst wenn diese Arbeiten beendet sind, kann an die weiteren Sanierungsarbeiten rund um die Badebecken gedacht werden. In Haigerloch hofft man auf einen günstigen Herbst und auf einen möglichst milden Winter, um mit den Bauarbeiten noch in diesem Jahr recht weit zu kommen, damit das Freibad zu Badesaison 2020 wieder öffnen kann.

1,5

Millionen Euro hatte sich die Stadt Haigerloch aus dem Förderprogramm des Bundes mit dem Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur“ erhofft –sie kam aber leider nicht zum Zuge.