Haigerloch Fliegende Jäger auf dem Raubzug belauscht

Die Blicke richten sich nach oben in die Nacht. Wo flattern sie, die Mäuse?
Die Blicke richten sich nach oben in die Nacht. Wo flattern sie, die Mäuse?
SWP 01.06.2013
Im Rahmen ihres SE-Projektes (Soziales Engagement) lud eine Gruppe der Klasse 8a ihre Patenkinder aus der 5. Klasse zu einer Fledermausführung ein.

Geleitet wurde die öffentliche Führung von dem Nabu-Mitglied und ausgewiesenen Fledermaus-Experten Jörg-Andreas Reihle, der sich schon seit seiner Kindheit mit dieser gefährdeten und überaus faszinierenden Tierart befasst hat.

Aufgrund seiner profunden Kenntnisse und seiner jahrzehntelangen Erfahrung fiel es ihm leicht, seiner großen und interessierten Zuhörerschaft viele interessante Details über die Fledermäuse zu vermitteln.

"Allein in Deutschland gibt es 24 verschiedene Arten. Die größten Fledermäuse haben eine Flügelspannweite von zirka 40 Zentimeter, die kleinsten passen in eine Streichholzschachtel", so Reihle. Wie er weiter erläuterte, können Fledermäuse hinter Fensterläden wohnen, in Felslöchern, auf Dachböden oder in Kirchtürmen leben.

"Sie ernähren sich von Mücken und Schmetterlingen und können in einer Nacht hunderte von Schnaken und Mücken fressen".

Reihle gab dann auch einige praktische Tipps, wie man den Fledermäusen helfen kann, zum Beispiel durch den Bau eines Fledermauskastens oder durch eine fledermausfreundliche Bauweise von Wohnhäusern. Hinter diesen Tipps steht die traurige Tatsache, dass zahlreiche Fledermausarten aus vielen Gründen inzwischen stark bedroht sind.

Überaus interessant war die eigentliche Führung zu zwei markanten Fledermausorten in Haigerloch: in der Nähe der alten Brauerei und an der Unterstadtkirche.

Dort vernahmen die Schüler mit Hilfe eines Ultraschall-Detektors die ansonsten nicht zu hörende Echo-Ortung, die Fledermäuse ausstoßen und mit deren Hilfe sie sich nachts orientieren. (Es handelt sich um das Ausstoßen eines kurzen Lautes aus Mund oder Nase. Diese Laute hören sich an wie ein tickendes Knacken.)

Die Schüler waren verblüfft. Zunächst über die Technik, die Mutter Natur ihren Geschöpfen angedeihen ließ, zum anderen aber auch, wie viele Fledermäuse sich an diesem Frühlingsabend durch das Flugloch der Nikolauskirche auf den Raubzug machten. Teilweise kamen ganze Schwärme der nächtlichen Ohrenjäger auf einmal wie Schatten zum Vorschein.

Zum Schluss der spannenden Führung bedankten sich die Schüler herzlich bei Jörg-Andreas Reihle für die lehrreichen Informationen. Doch damit nicht genug, sie übergaben ihm für den Fledermausschutz einen Geldbetrag, den sie durch Kuchenverkauf erwirtschaftet hatten.

Reihle bedankte sich umgekehrt bei den Schülern für ihr Engagement.