Haigerloch Fischer führen Rechtsstreite ums Karlstal

Frisches Blut im Fischereiverein Haigerloch: Bei den Wahlen wurden einige Posten durch zumeist jüngere Mitglieder neu besetzt. Links Bürgermeister und Wahlleiter Heinrich Götz, rechts Vorsitzender Thorsten Halm.
Frisches Blut im Fischereiverein Haigerloch: Bei den Wahlen wurden einige Posten durch zumeist jüngere Mitglieder neu besetzt. Links Bürgermeister und Wahlleiter Heinrich Götz, rechts Vorsitzender Thorsten Halm. © Foto: Max Bäurle
Haigerloch / Max Bäurle 05.03.2018
Im Vorstand des Haigerlocher Fischereivereins gibt es einige neue – und auch jüngere – Gesichter.

Einige Veränderungen im Vorstand brachte die Hauptversammlung des Fischereivereins Haigerloch. So ist nun Tim Schlotter, der Viktor Wotschal ersetzte, einer der drei gleichberechtigten Vorsitzenden. Zum neuen Kassenwart anstelle von Michael Degen wählte die Versammlung Matthias Stauss, und Steffen Flaiz und Michael Sommerfeld ergänzen seit Freitag die Riege der Gewässerwarte, da Jörg Haumann nicht mehr zur Wahl antrat.

Zusammen mit Ralf Stiefel und Thomas Marschall kann der Verein somit auf vier Gewässerwarte verweisen. Vor allem durch die Wahl von Schlotter, Flaiz und Sommerfeld wurde die Führungsriege verjüngt.

Vorsitzender Thorsten Halm blickte unter anderem auf das traditionelle Forellenrauchen am Karfreitag zurück. Hier habe man 230 Fische verkaufen und einen guten Gewinn erzielen können. Beim Dämmerungsfischen habe sich Jörg Haumann den Titel des Fischerkönigs gesichert. Für die Zukunft wünsche sich Halm mehr Teilnehmer.

Ein Problem des Vereins sei der hohe Altersdurchschnitt von 51 Jahren. Weiter habe man im vergangenen Jahr viele Austritte zu beklagen gehabt. Positiver gestimmt ging Halm auf den Punkt „Neuaufnahmen und Statusänderung“ ein. Das bisher passive Mitglied Marco Kitzmann habe nun den Aktivenstatus, ebenso wie der bisherige Jungfischer Tim Schlotter. Neu im Verein seien Patrik Wütz, Sven Wöll, Marc Hemmer und Benedikt Schüle.

Hermann Sauter, so der Vorsitzende weiter, habe bezüglich des Wasserrechtsverfahrens gegenüber dem Steinbruch zusammen mit einer Rechtsanwältin ein Einspruchsverfahren in die Wege geleitet, da die zu Tage geförderten Steine im schlechtesten Fall die Quelle im Karlstal zum Versiegen bringen könnten. Zum Betrieb der Teiche im Karlstal habe man zudem ein Wasserrrechtsgesuch beantragt. Auch hier sei Sauter die treibende Kraft gewesen. Sauter selbst kämpft seit Jahrzehnten um die Verbesserung der Struktur der Eyach und betonte am Freitag die Wichtigkeit der Durchgängigkeit. Es gelte, den Fischen die Wanderung zu den Laichplätzen so leicht wie möglich zu machen. Vier Querbauwerke würden jedoch die Eyach blockieren.

Eine längere raue Rampe soll her

Auch auf die Umgehung beim Zöhrlaut-Areal ging Sauter ein. Hier sei die Wandermöglichkeit der Fische ebenfalls nicht so richtig gegeben, da das Betongerinne zu steil und zu glatt sei. Daher müsse eine längere raue Rampe her. Protokollführer Gerhard Koch berichtete von elf Sitzungen, in denen die Einnahmen und Ausgaben ein Dauerthema gewesen seien.

Laut Gewässerwart Jörg Haumann wurden im vergangenen Jahr 493 Fische mit einem Gesamtgewicht von 263,1 Kilogramm gefangen. 419 Fische, so Haumann, seien in den Fließgewässern an die Angel gegangen, an den Weihern im Karlstal und in Wachendorf seien es 40 beziehungsweise 34 gewesen. Besonders die Zahl von 109 gefangenen Aalen fiel im Bericht des Gewässerwartes auf. Dafür sei die Zahl der Bachforellen im Vergleich zum Vorjahr von 252 auf 129 zurückgegangen.

Zehn Arbeitsdienste mit insgesamt 769 Stunden haben die Vereinsmitglieder abgeleistet. Schwerpunkt sei der undichte Damm am oberen Weiher im Karlstal gewesen. Hier habe man das Problem mit Hilfe eines Baggers gelöst.

Kassenstand bereitet dem Verein Sorgen

Kassenwart Michael Degen vermeldete ein Minus. Kassenprüfer Bernd Bürkle bescheinigte Degen eine einwandfreie Arbeit. Vorsitzender Thorsten Halm äußerte sich besorgt über den Kassenstand. Man werde in der nahen Zukunft keine großen Sprünge machen können. Bernd Bürkle führte die einstimmige Entlastung herbei.